ADHS – Hände weg von den Kindern

 

 

«Giù le mani dai bambini»® (Hände weg von den Kindern) ist die grösste je in Italien organisierte Aktion zur Verteidigung des Rechts auf Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und im Vergleich zu ähnlichen Initiativen in Europa zurzeit diejenige, die am schnellsten wächst. Ihr Ziel ist, die Bevölkerung (Lehrer, Eltern, die Jugendlichen selbst usw.) umfassend und korrekt über den Missbrauch bei der Verabreichung von Psychopharmaka an Kinder und Jugendliche zu informieren, denn mit über 11 Millionen Kindern, die allein in den USA von Amphetaminen abhängig sind, handelt es sich längst um einen wirklichen Notstand im Gesundheitswesen, der auch nach Italien importiert wird. (Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Webseite www.giulemanidaibambini.org.) […]

Der Artikel stammt von der HP Zeitfragen, einem Presseorgan des 5 maligen US Präsidentschaftskandidaten Lyndon La Rouche, der auch in Deutschland über die Bürger Solidaritästbewegung Einfluss genommen hat. Er prangert seit etwa 20 Jahren die FED (Federal Reserve) und ihre Praxis an, und hat mit seinem Geld eine Vielzahl konstruktiver Verbesserungen der Gesellschaft massgeblich mitinitiert.

ADHS als Krankheit

http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2008/nr30-vom-2172008/giu-le-mani-dai-bambiniR-haende-weg-von-den-kindern/

Es hat sich in der Praxis etabliert, ADHS – im Hinblick auf die primäre Kausalität – als «genetisch bestimmte Krankheit» zu definieren. Die psychosozialen Ursachen werden dabei auf «geringere Mitursachen», wenn nicht gar auf einfaches «Lackmuspapier» reduziert, die nur das zum Vorschein bringen können, was bereits auf genetischer Ebene bestimmt ist, und die weder Zeitpunkt noch Art des Auftretens der Symptome beeinflussen können. Diesbezüglich muss betont werden, dass die direkte Kausalität von einem Gen oder einem Gen-Pool bisher experimentell noch nicht bewiesen ist und dass bisher kein biologischer Marker (Phänotyp) mit Sicherheit identifiziert ist.

Der Grossteil der Forschungen an ein- und zweieiigen Zwillingen und an Geschwistern ist fehlerhaft auf Grund der nicht bewiesenen Annahme, dass die Umgebung, in der die Kinder aufwuchsen, immer gleich sei. Dies ist faktisch unmöglich.1 Zudem sind die Ergebnisse solcher Untersuchungen von der Tatsache beeinträchtigt, dass die Gene die Proteinsynthese lenken, die wiederum von Umgebungsfaktoren wie Stress, Traumata, Mangel an elterlicher Zuwendung beeinflusst sind.
Das Auftreten dieser Art von Störung in den Stammbäumen ist per se kein wissenschaftlich akzeptabler Beweis für die genetische  Herkunft von ADHS. Schon die Variablen «Lernen durch Imitation» und «Lernen durch Konditionierung», deren starke Auswirkungen auf die Ausbildung von Verhaltensweisen seit fast einem Jahrhundert experimentell ohne jeden Zweifel von der Lehre des Behaviorismus bewiesen sind, wurden nicht gebührend berücksichtigt. image

In bezug auf die jüngste und glaubhafte Untersuchung aus der Schule der organischen Psychiatrie: «F. Xavier Castellanos et al., Developmental Trajectories of Brain Volume Abnormalities in Children and Adolescents with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder, Journal of the American Medical Association (JAMA 2002; 288:1740–1748)», heben wir hervor, dass Castellanos in einem Interview mit Frontline vom 10. Oktober 2002 nach der Veröffentlichung dieser Studie auf die Frage des Interviewers: «Stehen wir kurz vor der Identifizierung eines biologischen Markers für ADHS?», antwortet: «Ich weiss es nicht, ich denke nicht, dass wir es wissen, bevor wir ihn nicht finden […], wir würden gern einen biologischen Marker finden, wir würden gern eine objektive Bestätigung finden, irgend etwas, das uns bestätigt, wieviel wir von der Funktionsweise von ADHS verstanden haben. Das Problem ist, dass wir im dunkeln tappen und nicht wissen, wohin uns die Suche führt. Meiner persönlichen Meinung nach werden wir noch die nächsten 3 bis 5 Jahre im dunkeln tappen »

Die These der Krankheit bleibt damit eine reine Hypothese, und die Verwendung von Begriffen wie «Krankheit» und «Geisteskrankheit» ist daher beim heutigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht legitim. ADHS ist im besten Falle die Bezeichnung für eine Reihe von disfunktionalen Verhaltensweisen, was zuwenig ist, um eine Krankheit zu identifizieren. Die unzureichende Definition dieser symptomatischen Verhaltensweisen machen es vom Standpunkt der Vorgehensweise aus sogar unmöglich, ADHS klar als Psychopathologie zu bezeichnen. Auf der Basis der derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse läuft die Diagnose von ADHS Gefahr, aus vorwiegend wirtschaftlichen Motiven gestützt zu werden und nicht auf das reale Wohl des Kindes abzuzielen.

Das diagnostische Verfahren für ADHS

Ausgehend von den Ausführungen, die ADHS als Krankheit beschreiben, ist die Diagnostik entsprechend unzureichend. Das Diagnose­handbuch der APA (American Psychiatric Association) bemerkt in DSM IV:2
Für «Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung […] gibt es keine Labortests, die als Diagnoseverfahren bestätigt sind.»
Im Dokument «2000 American Academy of Pediatrics Annual Meeting Attention Deficit Hyperactivity Disorder: Current Diagnosis and Treatment, Mark L. Wolraich, MD», wird betont: image

«Die Diagnose von ADHS bleibt an begrenzte diagnostische Kriterien gebunden. Die Diagnose stützt sich auf die Beobachtung des Verhaltens der Kinder von verschiedenen Seiten, in erster Linie Eltern und Lehrer, die häufig voneinander abweichen und über kein klares Konzept verfügen, um diese Abweichungen zu lösen. Eine der Ursachen für die Diskrepanz ist die Tatsache, dass die Verhaltensweisen von der Umgebung beeinflusst sind. Die Schulklasse könnte also andere als die zu Hause beobachteten Verhaltensweisen hervorrufen, ausserdem sind die Berichte der Beobachtungen häufig subjektiv, da keine spezifischen Kompetenzen für die Verhaltensbeobachtung vorliegen und die Beobachter ihre persönliche Urteilsmethode anwenden müssen. Ausserdem werden die Kriterien unabhängig von Alter und Entwicklungsstand angesetzt, während das Verhalten der Kinder sich tatsächlich auch mit ihrem Entwicklungsstand ändert.»

Wenn man die Kommentare zu experimentellen Untersuchungen analysiert, mit denen die Fachleute die Aufmerksamkeit- und Hyperaktivitätsschwelle bestimmen, ergeben sich Daten, die uns veranlassen, unsere Überzeugungen zu überdenken. Es zeigt sich, dass die Kinder in der Lage sind, den ihnen angenehmen Aufgaben Aufmerksamkeit zu widmen, während sie bei anspruchsvollen Aufgaben, die in ihrer Wahrnehmung «weniger angenehm» sind, nicht dazu in der Lage sind. Es handelt sich daher um einen «Aufmerksamkeitsmangel in einem Kontext geringer Motivation» oder um «Lernangst» sowie um «hyperaktive Verhaltensweisen» in einem psychopathologischen familiären Kontext.

Es scheint zumindest fragwürdig, all dies als eine Krankheit biologischer Art zu bezeichnen, da offensichtlich persönliche und soziale Faktoren verschiedener Art stark beteiligt sind, die bis heute von der wissenschaftlichen Forschung grösstenteils vernachlässigt wurden. Bei Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität wäre es notwendig, ein seriöses, standardisiertes medizinisches Screen­ing und eine gründliche Analyse der sozialen Beziehungen der kleinen Patienten, ihrer realen schulischen Lernfähigkeit und vieler anderer Faktoren durchzuführen, die Ursachen für das auffällige Verhalten des Kindes sein könnten. Man kommt daher zur Schlussfolgerung, dass die Diagnostik [bezüglich ADHS, Anm. der Red.] bis heute jeder wissenschaftlichen Legitimierung entbehrt und keine sichere Diagnose jenseits aller vernünftigen Zweifel zulässt. image

Die pharmakologische Therapie und ihre Auswirkungen

Die Behandlung einer Krankheit ist ein therapeutisches Verfahren, das ihre Ursachen behebt und so zur Heilung führt. Die Linderung und Beseitigung der Symptome mögen zwar wichtig sein, qualifizieren aber eine therapeutische Massnahme nicht als Behandlung. Sowohl die Behandlung als auch die symptomatische Therapie müssen in jedem Fall die Wahrung der menschlichen Würde und der psychophysischen Integrität garantieren, eine Bedingung, die der Grossteil der derzeit handelsüblichen Psychopharmaka nicht garantiert. Es besteht kein Zweifel, dass diese pharmazeutischen Produkte Nebenwirkungen haben, auch schwere, die bis zum Tod des Patienten führen können.
Ihre Wirkung zeigt sich in der Unterdrückung der Symptome bei regelmässiger Einnahme des Medikaments. Wird die medikamentöse Behandlung unterbrochen, treten die Symptome wieder auf. Aus diesem Grund ist eine langfristige Verabreichung notwendig, auch wenn Fachärzte und manchmal sogar die Herstellerfirmen selbst davon abraten.
In einem Dokument von Dezember 1999 «Long-Term Effects of Stimulant Medications on the Brain» erklärt das NIMH (National Institute of Mental Health):

«Stimulantia unterdrücken die Symptome von ADHS, behandeln aber die Störung nicht, und das führt dazu, dass Kinder, die mit ADHS etikettiert wurden, häufig über viele Jahre mit Stimulantia behandelt werden.»
Die Therapie mit pharmazeutischen Produkten verbessert die schulischen Leistungen der Kinder an sich keineswegs, denn Aufmerksamkeit allein genügt nicht, um komplexe Lernprozesse zu erklären. Professor Cesare Cornoldi, Ordinarius für Psychologie an der Universität Padua, bestätigt in bezug auf die Verschreibung von Methylphenidat (Ritalin):
«Es sollte also daran erinnert werden, dass man positive Auswirkungen bei der Kontrolle der Impulsivität, der Hyperaktivität und der Aufmerksamkeit für die Verabreichungsdauer des Medikaments verzeichnen kann; die Störungen im Lernen, im Betragen und die Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion erfordern dagegen Massnahmen anderer Natur. Üblicherweise ist die medikamentöse Behandlung langwierig, denn wenn die ­Einnahme des Medikaments unterbrochen wird – und keine Massnahmen psychologischer und pädagogisch-didaktischer Art erfolgen –, neigt das Kind nach kurzer Zeit wieder zu den gleichen Symptomen.» (Cesare Cornoldi, Iperattività e autoregolazione cognitiva, Erickson, 2001, S. 188). […]
Man kann daraus also schliessen, dass Psychopharmaka weder die schulische Lernfähigkeit verbessern noch die vermeintliche Krankheit ADHS heilen, sondern vielmehr auf die Symptome wirken und damit eine bessere soziale Akzeptanz der Kinder durch die Erwachsenen ermöglichen. […]

Neuinterpretation der Daten

In den letzten Jahren sind zahlreiche Studien erschienen, die auf Korrelationen unterschiedlicher Art mit ADHS hinweisen: Es handelt sich um körperliche Erkrankungen, Reaktionen auf medizinische Therapien, verschiedene Arten von ungünstigen Umwelt- oder Schwangerschaftsbedingungen, psychische Erkrankungen, die alle die Symptomatik von ADHS aufweisen könnten, weil sie die gleichen diagnostischen Kriterien erfüllen. Die Nosographie [Krankheitsbeschreibung,] von ADHS führt in der Tat dazu, Ärzte in die Irre zu leiten, die es dann unterlassen, diese wirklichen Ursachen zu ermitteln, was möglicherweise zu einem bedeutsamen Schaden für die Gesundheit des Kindes führt. […]
Können alle diese Korrelationen, die sich jetzt erwiesen haben, als Ursachen interpretiert werden? Können wir von der Hypothese ausgehen, dass die Symptomatik von ADHS in Wirklichkeit eine unspezifische Konstellation von Symptomen ist, die auf ein Unbehagen der Person hindeutet und auf die verschiedensten Ursachen verweist? […]
Dies ist die wahre Herausforderung, vor der wir stehen: Eine Hypothese, die soviel wissenschaftliche Aufmerksamkeit verdient, wie wir imstande sind aufzubringen, eine andere Art der Durchführung von Untersuchungen und ein ethisch neuer Ansatz für die Verwendung von Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen. Dieser muss stets von grösster Vorsicht geprägt sein und Psychopharmaka als letztes Mittel in Extremfällen einsetzen, damit die möglichen Gefahren eines Missbrauchs, der sowohl in der wissenschaftlichen Literatur als auch von massgeb­lichen Informationsquellen in wiederholtem Masse belegt wurde, in breitem Massstab verhütet und begrenzt werden kann. image

* * *

[…] Das Übereinkommen können Fachleute unterzeichnen, indem sie eine E-Mail an consensusADHS@giulemanidaibambini.org senden und ihre Einwilligung erteilen, dass ihr Name bei den Unterzeichnern genannt wird. Dabei geben sie möglichst auch die akademischen bzw. sonstigen Titel an, die dem Namen beizufügen sind, und eventuelle Internetadressen, die zu Biographien, Visitenkarten oder persönlichen Seiten führen. Den Aufruf können auch Vereine und Schulen unterzeichnen, die sich mit der mentalen Gesundheit beschäftigen. Das Sekretariat der Organisation behält sich vor, die eingehenden Unterzeichnungsanträge zu überprüfen.

Dott. Claudio Ajmone, Koordinator

Die vollständige Erklärung finden Sie unter
http://www.giulemanidaibambine.org
Die deutsche Version der Erklärung finden Sie unter http://www.guilemanidaibambini.org/consensus/?In=de
Für weitere Informationen können sie sich auch
wenden an:
Comitato «Giu le mani dai bambini»,
ONLUS- Casella postale 589, 10121 Torino Centro,
Fax 011/19701577
– pronta reperibilita 338/7478239
– media relation 337/415305
Die deutsche Fassung wurde durch die Redaktion Zeit-Fragen sprachlich leicht überarbeitet.
Weitere krititsche Analysen zur ADHS-Problematik und Ritalin finden Sie unter www.ADHS-schweiz.ch

 

Für Blacks Information Space- Steven Black – am 30.7.2008

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