In Washington ist niemand verantwortlich für das syrische Fiasko

"Vor unseren Augen"

In Washington ist niemand verantwortlich für das syrische Fiasko

von Thierry Meyssan

Voltaire Netzwerk | Damaskus (Syrien)| 11. Februar 2013

 

 

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Als sie sich zurückzog, verteidigte Außenminister Hillary Clinton ihre Aufzeichnungen, in einem gewährten Interview der New York Times [ 1 ]. Übrigens, “inoffiziell” teilte sie dabei einige Geheimnisse mit Journalisten, welche diese in separate Artikel gleiten ließen[ 2 ].

Betroffen davon, ihre Optionen für die Präsidentschaftswahlen von 2016 offen zu halten, versuchte sie die Schuld für das Versagen in Syrien, zu Präsident Barack Obama zu verlagern.

Nach zwei Jahren des geheimen Krieges, haben die bewaffneten Gruppen, die mit der Rechtfertigung einer NATO-Intervention oder andernfalls das Regime zu besiegen beauftragt waren, ihre " revolutionäre "Attraktivität verloren und sehen nun wie Fanatiker aus. Noch am Leben und an Ort und Stelle, ist es mehr als je zuvor unmöglich Präsident Bashar al-Assad ausstechen. Die US-Diplomatie, die wöchentlich den " Sturz des Tyrannen " ankündigte wird verspottet, während Russland und China, die sie dreimal mit ihren Vetos schlugen, die großen Gewinner sind.

All dies kommt, der scheidenden Außenministerin zufolge, weil niemand ihr zuhörte. Mit ihrem ehemaligen Feind, jetzt umgedrehter Verbündeter, CIA-Direktor David Petraeus, hatte sie beim Weißen Haus Ende Juni 2012, einen Plan der Militärunterstützung für die kämpfenden Gruppen eingereicht. Aber Präsident Obama, nur betroffen über seine Wiederwahl, hat diesen zugunsten des Genf-Kommuniqués, vermittelt durch Kofi Annan zurückgewiesen.

Die Idee wäre gewesen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, weil sie von Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den Golfstaaten schlecht ausgelagert wurden, die sich auf abstoßende Jihadisten angelehnt hatten. Stattdessen arbeitete die Staatssekretärin daran, “einen rechtmäßigen Widerstand zu schaffen, der dazu gedient hätte, durch Verhandlungen Präsident al-Assad zu delegitimieren.” Um die Fehler der Subunternehmer zu reparieren, hatte sie vorgeschlagen, dass die Vereinigten Staaten direkt die Kämpfergruppen bewaffnen und handhaben.

Während seiner Anhörung vor dem Armed Services Committee des Senats, bestätigte Stabschef Martin Dempsey die Existenz dieses Plans. Er fügte hinzu, dass Verteidigungsminister Leon Panetta und er dafür waren.

Die Wahrheit ist weniger elegant. Durch das Eingeständnis, dass sie daran arbeitete, das Regime durch das Schaffen einer "rechtmäßigen Oppositionspartei" zu stürzen, die "demokratisch und Multi-konfessionell” ist , gibt Mrs. Clinton zu, dass es keinen solchen Widerstand gab, und dass es immer noch keinen gibt. Plus, gibt sie zu, dass diese Legitimität auf der Seite von Präsident al-Assad war und bleibt.

Durch das Veröffentlichen der Tatsache dass sie Präsident Obama im Juni einen Handlungsplan vorlegte, gesteht sie, dass sie immer gegen die Genfer Deklaration gewesen ist. Und alles deutet darauf hin, dass es sie und David Petraeus waren, die im Gegensatz zu dem, was sie erklärt haben, es sabotierten. Wegen bedenken aufgrund seiner Wiederwahl, verschob Barack Obama nicht den Genfer Plan, aber lehnte die sofortige Bestrafung jener ab, die Genf sabotierten.  Das Weiße Haus wartete, bis zum Tag nach dem Wahlsieg, um  General Petraeus zu zwingen zurückzutreten. Vielleicht hat es auch die erforderlichen Schritte unternommen, um Hillary Clinton zu neutralisieren und länger als ein Monat von ihrem Büro fernzuhalten.

Hauptsächlich Dempseys Enthüllungen über seine Unterstützung und die von Leon Panetta zielen darauf ab, den Schirm weiter zu öffnen. Da jedoch ihre Aufgaben verschieden sind, tun sie dies auf unterschiedliche Weise. Für sie, zeigt ihre Erklärung, dass sie bereit waren einzugreifen, dass sie nicht versagt haben und keinesfalls für das Fiasko verantwortlich sind.

In Wirklichkeit, sind sie es, die nach den russischen und chinesischen Vetos, die Analyse gültig machten, gemäß der man das syrische Regime mit Verwendung von " Contras "im großen Stil stürzen könnte.

Sei es wie es sei, die Tatsache, dass sich die ausgehenden Machthaber in Washington versuchen zu rechtfertigen, bestätigt, dass die Seiten sich wenden werden. Obama verändert sein Team und seine Politik.

                                                                                                                                           Thierry Meyssan

Übersetzung Roger Lagassé

_______________________________________

Quelle des Beitrages: http://www.voltairenet.org/article177444.html
deutsche Übersetzung durch Steven Black

6 Kommentare

  • Hallo Stefan,🙂

    danke. Witz komm raus🙂

    LG Christa

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  • hallo,

    Nach meiner Meinung :

    Jetzt vergessen wir ein wenig Washington und widmen uns denn Kern der Problemsache in dem wir uns Fragen sollten :

    Warum ist niemand verantwortlich für das syrische Fiasko ?

    Warum sollte ausgerechnet Washington die komplette Verantwortung für das syrische Fiasko übernehmen ?
    Warum übernehmen nicht alle Länder diese Erde die gemeinsame Verantwortung für das syrische Fiasko ?
    Warum brauchen alle Menschen ihre eigene Länder damit man sagen kann woher man kommt und stammt obwohl jeder von der gleiche Erde stammt ?

    Wir Menschen haben sozusagen zwei Weltweite grundlegende Problemen :

    Das erste Weltweite Problematik sind sozusagen sehr viele zerrissene zwischenmenschliche gesellschaftliche Politische Religiöse Soziale Emotionale Seelische Trennungsphänomenen und das zweite ist sozusagen die Verantwortung übernehmen zu können.

    Zum Beispiel :

    Wenn wir jung sind, dann können wir es kaum erwarten, endlich erwachsen zu sein. Dann, so denken wir, können wir unser Leben selbstbestimmt gestalten, können uns selbst verwirklichen und niemand kann uns gängeln. Erwachsen werden hat aber auch seine Schattenseiten, denn es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und für das, was man tut, gerade zu stehen und zur Rechenschaft gezogen werden zu können.

    Doch damit haben viele Menschen Probleme. Sie wollen einerseits die Freiheiten, haben aber andererseits Angst vor der Verantwortung, die damit verbunden ist. Sie verbinden mit Verantwortung viel Negatives und Gefährliches.

    Sie denken, wenn man Verantwortung übernimmt, dann

    läuft man Gefahr, für seine Fehler bestraft zu werden,
    ist man schuld, wenn es anderen schlecht geht,
    muss man sich Vorwürfe machen, wenn etwas misslingt,
    wird man von anderen abgelehnt oder verspottet, wenn es nicht gut läuft oder
    muss man sich vor anderen rechtfertigen.

    Hinter der Angst vor Verantwortung steckt letztlich die Angst, etwas falsch zu machen, d.h. zu versagen, und für sein Versagen zur Rechenschaft gezogen zu werden.

    Dabei übersehen wir jedoch, dass wir auch die Verantwortung für das haben, was wir nicht tun. Tun wir nichts, aus Angst, das Falsche zu tun und dafür bestraft zu werden, dann können wir auch für die Unterlassung zur Rechenschaft gezogen werden, so etwa, wenn wir bei einem Unfall keine Erste Hilfe leisten.

    Wenn wir Angst vor Verantwortung haben, dann haben wir dadurch viele persönliche und berufliche Nachteile. So haben nicht wenige Menschen Angst, eine Beziehung einzugehen und Kinder zu bekommen, weil sie Angst vor der Verantwortung haben, die eine Familie mit sich bringt. Gleichzeitig sehnen sie sich aber nach einer engen Beziehung und Nähe, Bedürfnisse, die dann unerfüllt bleiben.

    Im Beruf drücken sie sich vor der Übernahme verantwortungsvoller Aufgaben und haben so berufliche und finanzielle Nachteile.

    Keine Verantwortung zu übernehmen hat im persönlichen Bereich viele Nachteile. Wenn wir für uns und unser Leben nicht die Verantwortung übernehmen, in dem wir anderen die Schuld für unser Unglück geben, – nach dem Motto: wenn die anderen anders wären, dann ginge es mir besser – dann machen wir uns zum Opfer der Umstände und anderer Menschen. Solange sich die Umstände und Menschen nämlich nicht ändern, ändert sich auch nichts an unserer Situation.

    Und das hat fatale Folgen für unser seelisches Befinden. Wir fühlen uns sehr oft hilflos und anderen ausgeliefert, wir sind oft verzweifelt und deprimiert und wir haben einen Hass auf die anderen, dass diese so mit uns umspringen.

    Erst wenn wir die Verantwortung für unsere Gefühle und unser Leben übernehmen, haben wir eine gewisse Kontrolle, befreien uns so aus der Opferrolle und können unser Leben nach unseren Vorstellungen gestalten.

    Die Energieumkehrseite Existiert auch :

    Die Energieumkehrseite beginnt von der Trennung zu der Verbundenheit und über die Verbundenheit entsteht die Verantwortung und über die Verantwortung entsteht die allumfassende Liebe.🙂

    lg,

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    • Hallo stip,

      Sehr schön erkannt und ein gutes Fazit am Ende gezogen

      „Erst wenn wir die Verantwortung für unsere Gefühle….(Anm. und auch Gedanken!……und unser Leben übernehmen, haben wir eine gewisse Kontrolle, befreien uns so aus der Opferrolle und können unser Leben nach unseren Vorstellungen gestalten.“

      ……ein kurzer Satz eines Einzelnen…..aber eine „große“ Bedeutung, für uns aller ALLE …..hast Du schön formuliert!!!…..dickes Bien`chen…😀

      lg Joe

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    • Hallo Freund Stip,

      Sehr, sehr, gut formuliert ..

      Keine Verantwortung zu übernehmen hat im persönlichen Bereich viele Nachteile.
      Wenn wir für uns und unser Leben nicht die Verantwortung übernehmen, in dem wir anderen die Schuld für unser Unglück geben, –
      nach dem Motto: wenn die anderen anders wären, dann ginge es mir besser – dann machen wir uns zum Opfer der Umstände und anderer Menschen.
      Solange sich die Umstände und Menschen nämlich nicht ändern, ändert sich auch nichts an unserer Situation.

      ja, das beschreibt es treffend ..

      gute Nacht,

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  • hm, ist ja alles richtig und ergreifend…..aber trotz allem halte ich amerika für die syrien „situation“ wesentlich verantwortlicher als mich …..so gerne ich es auch ändern würde.
    bleibt nur zu hoffen das „killarie“ nie mehr was zu melden hat .
    es scheint sich in dieser richtung ja nun was zu bewegen, wo wir nun „gelobt sei gottes stellvertreter auf erden“ ratzinger , einen scheinheiligen weniger haben.
    …interessante zeiten….

    gute nacht
    gruß andy

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