Lerne deine Gefühle und Gedanken kennen ..

geschrieben von Steven Black:

Wie ich einigen E-Mails entnehmen kann, scheint bei einigen Leser/Innen der Glaube vorzuherrschen, es ginge immer um dicke Probleme, die sich zu unüberwindbar scheinenden Hürden auftürmen. Nein, dem ist nicht so, bei weitem nicht. Aber klar, solche “Dinge” gibts bei vielen Menschen. Die Mehrheit aber hat damit nicht wirklich zu kämpfen, sie denken, sie hätten die “Dinge” – mehr oder weniger, im Griff.

Natürlich, die Leute gibts sicher auch. By the Way, was dem einen sein Trauma, ist dem anderen vielleicht nur sein Kopfweh ..

In meinen gegenwärtigen Beiträgen geht’s vielmehr um eine Neukalibrierung unseres “Betriebssystems”. Einer Sortierung des “Festplattenspeichers”, Neuordnung von Inhalten des Denkens, Fühlens, des erlebten und wahrgenommenen.

Wir alle kennen das sattsam bekannte “Gedankenkarussell” – was viele Menschen als eine Kakophonie mehrerer, sich teilweise widersprechender Stimmen wahrnehmen. Und aber WER denkt hier, WER ist dafür verantwortlich?  Wir selbst? WENN das stimmen würde, dann wärs ja einfach, da bräuchte man bloß aufhören zu denken, nicht wahr?

Aber so einfach funktioniert es meist nicht, ich meine, daß sind schon wir, nur – welcher Anteil von uns? Unser Gegenwarts-Selbst ist es nämlich nicht ..

Warum wir erst anfangen, uns selbst besser zu verstehen:

Was wir Gedanken nennen, sind oftmals nur Monologe unserer inneren Anteile. Daraus beginnen dann auch innere Dialoge, weil wir drauf reagieren, wenn die Gedanken uns nerven – wir sagen etwa, “verzieh dich, hau ab, ich kann das jetzt nicht brauchen”, etc.  Man verbannt diese inneren Stimmen, weil daß, was sie sagen uns unangenehm, lästig und anstrengend ist.  Aber diese Verbannung ist nicht aufrechtzuerhalten, sie kommen aus dem Unterbewusstsein, wohin sie von uns selbst verdrängt wurden. Sie werden immer wieder erscheinen, wenn wir am wenigsten drauf gefasst sind. Wenn wir müde, unaufmerksam, unbewusster sind ..

Das bewusste denken, unseres Jetzt Selbst ist was völlig anderes.

Wir finden vielleicht jene Stimme noch ganz prima, die uns dran erinnert aufzuräumen, wichtige Dinge zu erledigen, die uns motiviert und sogar hilfreich dabei ist, etwas real umzusetzen.

Aber was ist mit den Stimmen und Impulsen, die uns kritisieren, die uns ständig unter Druck setzen etwas zu tun, was uns unangenehm ist? Was ist mit dem inneren Richter, dem inneren Verteidiger, der stets Selbstrechtfertigungen bereit hält, aber beispielsweise, bei einem Streit mit dem Lebenspartner sofort die Verteidigungslinien absteckt? Mitten in dem zuerst eher harmlosen Streit/Meinungsverschiedenheit,  sagt der Partner etwas, was eine Emotion auslöst und einen mit Urgewalt überrollt. Plötzlich sehen wir mit den Augen jenes Anteils, übernehmen dessen verzerrte Sichtweise, einer “Schwarz-Weiß Perspektive” von Anklage und Schuldmustern – und sprechen gemeine und verletzende Worte. 

Was ist mit dem inneren Ankläger? Und es gibt n paar mehr .. welche Gefühle, welche Reaktionen haben wir für das Verhalten dieser Anteile? Mögen wir sie, finden wir sie abstoßend? Meist etikettieren wir jene als “gut”, die uns angenehm sind und als “böse”, als uns nicht zugehörig, welche uns und unserer Umgebung unangenehm sind. (Los, ab in den Knast mit dir .. )

Diese Stimmen, Gefühle, Impulse und Emotionen sind innere Anteile, real existierende und sehr individuell agierende “Personas”, sogenannte Unterpersönlichkeiten. Einige davon mögen von Kindheitsaspekten kommen, andere sind womöglich schon viel länger anwesend. Sie alle besitzen sehr wertvolle Eigenschaften, können hilfreich sein und unser DaSein unterstützen. Sie sind KEINE Metapher, wie ich selbst erlebte. Aber einige dieser “inneren Familie” haben unschönes erlebt, haben destruktive Emotionen und Glaubenssätze inhaliert, die womöglich gar nicht die ihren waren, sondern von der Außenwelt, den Eltern, usw. – übernommen wurden.

Werden diese erlebten Emotionen, Gefühle und Glaubensmuster von uns weggedrückt, werden sie ins Unterbewusstsein wandern und von dort aus ihr Unwesen treiben. Nur weil wir diese Gefühle nicht wahrnehmen wollen, werden sie nicht verschwinden .. (seufz ..)

Wir dürfen heute die Idee eines Ichs, als alleine unabhängige Wesenheit gründlich verneinen.

Mensch in materieller Verkörperung, bedeutet ein vielschichtiges, komplexes Gebilde an Gefühlen, Mustern, Emotionen, Energiefeldern und Ebenen zu sein, ein ganzes Konglomerat innerer Strukturen. Dessen unglaubliche Bandbreite und Ausdrucksmöglichkeiten, dessen Phantasie und Intelligenz durch geistige, physische und spirituelle Verletzungen, sowie angenommenen Glaubenssätzen beschränkt wird. Viele davon fügt sich der Mensch selber zu, aufgrund Unwissenheit und mangelnder Erfahrung .. andere kommen durch Erziehung, Schulwesen, Medien, durch Manipulation, Indoktrination, usw. 

Of course, was hat man nicht alles für Blödsinn geglaubt ..

Unser Ich wird durch Abspaltung fragmentiert und ist nicht mehr ein einheitliches Gebilde. Durch die Trennung des Erlebens, in “da drinnen” und “da draußen”, wird ein strategisch denkendes, auf Berechnungen aufgebautes Selbst gebastelt, welches sich grundsätzlich über den Mentalkörper alleine definiert. Manche nennen es “negatives Ego”, “MaskenSelbst”, usw. Viele seiner Impulse sind übers 3. Chakra vernetzt. Und das MaskenSelbst läuft in eine Menge “Einbahnstraßen” rein ..

Dazu wäre noch zu sagen, daß einige Menschen ganz prima mit ihren Subpersonas und unterschiedlichen Charakteristiken leben können, nie im Leben größere Probleme haben, oder sehr unglücklich sind – die Subpersonas leben mit in ihnen, spielen mit ihnen und begleiten sie relativ entspannt. Auf irgendeine Weise hatten diese Leute ein “glückliches Händchen” und manifestierten die halbwegs angemessenen, weil passend auf die Erfordernisse zugeschnittenen “Subpersonas”.

image<- Quelle:

Die eine “Subpersona” ist möglicherweise ein talentierter Organisator, eine anderer Anteil wiederum ist gut darin, Menschen möglichst diplomatisch, aber bestimmt zu managen, wieder ein anderer kann prima mit der allgemeinen “Geistlosigkeit” schäkern, wohingegen andere Teile in uns davon absolut frustriert werden.

Aber bei anderen Menschen spielen die Teilpersönlichkeiten nicht wirklich überall mit. Es herrschen Rivalität, Wut, Scham, Minderwertigkeitsgefühle, Selbstverurteilung and whatsoever .. einige Anteile polarisieren und bekämpfen sich, was das Jetzt Ich des Menschen in ein Gefängnis, sich wiederkehrender Unschlüssigkeit bringen kann.

Der einzige “Alleskönner” jedoch ist unser Kern, unser wahres Selbst. Es ist frei von Urteil, frei von Schuld, frei von Wertung und lebt aus dem Herzensfeld ..

Es muss sowieso jeder selbst wissen, wie viel Freude und Selbstliebe in seinem Leben wirklich existiert, wer zufrieden ist, wird kaum etwas unternehmen, um das wahre Selbst aufzuwecken und seine Felder klären. Wozu auch, wird man sich fragen, wenn alles “okay” ist. Aber “okay” zu sein, ist nicht grade das beste was einem passieren kann. Ein halbvolles Glas Wasser ist ja auch nicht wirklich voll, aber man trinkt es, weil nicht mehr davon vorhanden ist. Persönlich hätte ich aber schon gerne ein volles Glas ..

Und ich weiß schon, es kann bizarr wirken, die Idee anzunehmen, man habe eine Beziehung mit seinen Gedanken und Gefühlen, genauso, wie mit anderen Menschen. Aber man kann das ja mal versuchen, damit herumspielen, mal sehen, was so zum Vorschein kommt .. Immerhin be-ziehen wir uns auf unsere Wahrnehmungen, seien sie physischer, geistiger oder spiritueller Natur. Wir werden in allem was wir tun, immer mit ihnen vernetzt ..

Diverse Befürchtungen kann man getrost beiseitelegen, die mit Erkrankungen namens Multipler Persönlichkeitsspaltung, oder Schizophrenie einhergehen. DAS wär was völlig anderes ..

Lasst euch mal kurz auf den Versuch ein, daß einige eure Gedanken und Gefühle verschiedenen Persönlichkeitsanteilen zuzuordnen wären.  Man muss es ja nicht zwingend übernehmen, nennen wir’s ne Arbeitshypothese …  es geht um nichts weiter, als innere Bilder. Wie wäre es, wenn man nicht mehr sagen müsste – “ich habe diese negativen Gedanken in mir”, sondern formuliert: “Es gibt Teile in mir, die dies und das tun” ..  Und dabei geht’s sicher nicht darum, die Verantwortung an imaginäre Phantasievorstellungen abzuschieben. Sondern, ganz im Gegenteil, die Verantwortung darüber anzunehmen, denn sie sind wir und wir sind sie. Man begegnet diesen Anteilen aus der Perspektive unseres wahren, mitfühlenden Selbst, auf einer Ebene von Achtsamkeit und Verständnis – und vor allem kommt Neugier dabei ins Spiel. 

SUPER, wird sich der eine oder andere Leser denken, und, was nützt mir das jetzt? Jetzt weiß ich das alles, aber steh mit “leeren Taschen” da ..

Aux contraire, mon Ami – ich habe mir gedacht, ich werde euch heute eine Methode vorstellen, wie sie Richard C. Schwartz erarbeitet und in seinem kleinen, 160 Seiten Büchlein über “das System der inneren Familie” beschrieben hat.

Einem Kerl, der sich aus dem Berufsdogma der Psychiatrie und Psychologie freigeschwommen hat und den Mut hatte, eigene Wege zu gehen. Einem Mann, der aufgrund eigener Unzulänglichkeiten entdecken musste, daß die herkömmlichen Theorien keinen praktischen Nutzen besitzen, daß sie ihm nicht helfen konnten. Mehr oder weniger aus “Zufall”, weil er die Fähigkeit besaß aufmerksam zuzuhören, was seine im geschickten Patienten so redeten, entdeckte er, daß sie über ihre Gefühle und Probleme sprachen, als wenn fremde Individuen unkontrollierbar ihr Leben beeinflussten.

Ich bin mir relativ sicher, daß es für einen Absolventen des universitären Mainstream nicht leicht gewesen ist, deren ausgetretene Pfade zu verlassen und sich auf diese Idee einzulassen. Schließlich braucht es Mut, sich den einflussreichen Strömungen innerhalb der psychiatrischen Agenden, wo es von finsteren Theorien nur so wimmelt entgegenzustellen. Wo die Ideen “selbstsüchtiger Gene” gepflegt, die Lehren Freudscher Psychoanalyse, Verhaltens-und Entwicklungspsychologie gehegt werden, daß alles was wir tun narzisstischen Bestrebungen und der Gewinnmaximierung, sowie der Erweiterung des menschlichen Genpools imagedienen würde. 

<- Quelle:

Selbst den etwas “fortschrittlicheren Theorien” darunter, hängt das DOGMA um den Hals, daß, wenn wir positive und konstruktive Eigenschaften besitzen, sie von außen in uns quasi hineingerieben wurden. “Nagel für Nagel” positiver Erziehung, hätten uns dazu gezimmert .. was unter anderem auch die Basis, diverser Erziehungssysteme ist. Es wird allgemein angenommen, man müsse dem Menschen Einfühlungsvermögen, Anstand, Achtsamkeit oder Respekt beibringen, ihn Moral und Tugenden lehren. Eine philosophische Grundannahme, die anleitet nach außen zu gehen, um zu bekommen was wir benötigen. Und es bringt die diversen Abgänger innerhalb universitärer Mainstreambildung dazu zu glauben, SIE müssten ihren Klienten etwas geben, was IHRER Meinung nach jenen fehlen würde.

Und es bringt die Menschen nach Abschluss des Erziehungs-und Unterrichtssystems dazu, sich selbst von einer äußeren Umwelt abhängig zu fühlen, unfähig und wertlos, unvollkommen zu sein und nach dem “richtigen Experten” Ausschau zu halten, der seine Probleme FÜR IHN löst.

Richard C. Schwartz hat den umgekehrten Weg beschritten, indem er seinen Klienten und sich persönlich geholfen hat, den Weg zu SICH SELBST zu finden. Er war entschlossen, vielleicht auch verzweifelt genug anzunehmen, daß IN UNS SELBST alles vorhanden ist, wir müssen es nur entdecken. Das wahre Selbst ist immer vorhanden, es ist nur auf einer höheren Ebene als das “strategische Ego” angesiedelt.  

Aber DAS hat er getan und es noch dazu bei sich selbst zuerst angewandt, was zu seinem persönlichen Erstaunen Heilung ermöglichte.  Nachzulesen im Büchlein .. und erwähnt sei noch, dies ist EINE Möglichkeit, um sein wirkliches Selbst zu befreien. Wir wollen hier keine neuen Dogmas kreieren, es gibt sicher noch andere Ideen und Anwendungen. 

Now Folks, here we go – in “Medias Res” ..

Hierbei werden die IN uns prinzipiell angelegten Fähigkeiten des wahren Selbst genützt, welches neugierig, mitfühlend, voller Verständnis und Wissen ist. Diese Vorurteilslose Perspektive ermöglicht es, sich den diversen Identitätsaspekten unseres inneren Familienkonglomerats zu nähern und in Beziehung zu treten. Die angewandte Methode erscheint ziemlich simpel, funktioniert jedoch prächtig, wie ich bestätigen kann. Einfachheit scheint überhaupt ein Merkmal gut funktionierender Dinge zu sein ..

Das “Geheimnis der Götter” war es, den Schlüssel zur Freude und der Liebe, zu innerem Frieden und Vollkommenheit, an einem Ort zu verstecken, der offensichtlich, aber der letzte Platz sein würde, wo der Mensch suchen würde. Überraschung – in uns selbst, im menschlichen Herzen ..

WER ist anwesend, wenn wir innehalten und Gefühle zurücktreten?

Übung 1: (Das System der inneren Familie; S. 55-56 – (gekürzt und umformuliert)

Die Methode kann als eine Form von meditativer Praxis verstanden werden, man ziehe sich an einem ungestörten Ort zurück, schalte diverse Belästigungen und mögliche Störungen aus, und/oder hänge ein Schild – “DO NOT DISTURB- WEHE WENN .. “ an die Türe. Man kann dazu liegen oder sitzen, wie es einem beliebt.

Vom Selbst aus wahrnehmen ..

Man denke beispielweise an eine Person, die uns bekannt, aber welcher gegenüber wir uns verschlossen haben, oder im Streit liegen. Egal, wie lange dieser schon zurückliegen mag .. jemand, der uns womöglich verletzt hat, oder dem wir daher nicht mehr trauen. Oder einem Menschen, der uns gehörig auf “die Nüsse” geht, mit anstrengenden Eigenschaften .. 

Ab dem Zeitpunkt, wo einem eine solche Person ins Gedächtnis kommt, “malen” wie uns in unserer Vorstellung einen Raum aus, wo diese Person steht. Wir selbst stehen außerhalb jenes Raumes und beobachten erstmal die Person durch eine Art Fenster. Versucht dann dabei, das ganze Bild nicht mehr von außen, nicht in der 3. Person Perspektive, sondern durch eure Augen direkt auf die Person zu sehen. Ihr SEID IN dem Raum und nehmt in euch wahr, während ihr durchs Fenster betrachtet.

Nach einiger Zeit lenke man die Aufmerksamkeit darauf, welche Gefühle uns dabei hochkommen, währenddessen wir die Person betrachten. Möglicherweise kommen vielleicht Wut, Aggression, aber auch Gleichgültigkeit, Angst, oder Verurteilungen auf.

Daraufhin konzentriert man sich auf dieses Gefühl, diese Wahrnehmung, und BITTET dieses Gefühl für einen kleinen Moment beiseitezutreten. Klingt womöglich befremdlich, mit einem Gefühl oder Emotion zu reden, aber nach einigem probieren wird man entdecken, wie das Gefühl nachlässt, wie Hass, Wut oder Aggression schwindet. FALLS also dies eintrifft, achtet man darauf welches Gefühl als NÄCHSTES auftaucht – manchmal liegen weit mehr als nur eines vor.

Und wenn kein Gefühl von Akzeptanz, von Neutralität, Mitgefühl oder mindestens Neugier auftaucht, ist man noch nicht auf der Ebene des wahren Selbst angelangt.      

Daher bittet man solange, jedes auftauchende Gefühl darum kurz auf die Seite zu treten, bis man den Eindruck von Neutralität, etc. an sich zu spüren beginnt. Sollte sich ein Gefühl überhaupt nicht fortbewegen wollen, beginnen wir es direkt anzusprechen und zu fragen, was es befürchtet, wenn es sich von einem lösen würde. Meistens haben diese Teile sehr gute Beweggründe, man wird entdecken, daß hier keine Form von Störrigkeit, oder Bösartigkeit vorliegt, sondern vielmehr eine Schutzfunktion aufrechterhalten wird, um einer möglichen, erneuten Verletzung durch diese Person vorzubauen.

Eine gute Möglichkeit ist es, diesen Anteilen zu versichern, daß wir in dieser Übung NUR innerhalb des Raumes und des Fensters bleiben werden und keine Absicht einer Interaktion vorliegt. Sagt dem Gefühl, daß ihr lediglich herauszufinden versucht, was passieren würde, wenn die Anteile zurücktreten und ihr selbst präsent seid.

WENN man das geschafft und die verschiedenen, hochkommenden Anteile überzeugt hat, wenn sie beiseite getreten sind – WENN man ein nachlassen aller beschützenden Gefühle spürt, wird man plötzlich unbekümmerte Neugier wahrnehmen. Warum, fragt man sich, hat sich jene Person so und so benommen? Vielleicht taucht der Drang auf, die erlebte Situation aus der Perspektive des anderen zu betrachten und sie daher besser und ihre Dynamik verstehen .. man will vielleicht immer noch nicht, in die Nähe dieser Person, aber achtet mal drauf, ob sich eure Wahrnehmung der Person dadurch nicht etwas verändert. Sieht sie vielleicht anders, weniger abstoßend oder weniger bedrohlich aus?

Dieser Versuch dient eher dazu, erstmal eine Ahnung davon zu bekommen, was genau das wahre Selbst ist, daß man wirklich eine Selbstführende Instanz IN sich hat, die man bewusst hervorbringen kann. Zusätzlich dient diese Übung als eine Art Einführung, die Möglichkeiten einer direkten Kommunikation mit unseren Gefühlen zu erkunden.

2. Übung:  (entnommen aus “Das System der inneren Familie”; S. 57-58; – gekürzt und umformuliert)

Walking on the Path ..

Erneut entspannen wir uns, nehmen einige tiefe Atemzüge und stellen uns vor, wir stehen am Beginn eines Weges. Irgendein Weg, völlig egal, wo in der visualisierten Landschaft. Vielleicht ja einer, den man kennt, oder schon mal gegangen ist. BEVOR wir uns jedoch aufmachen, diesen Weg entlangzuspazieren, nehmen wir Kontakt zu unseren Emotionen und Gedanken auf (unseren Anteilen) und bitten sie, sie möchten HIER bleiben und uns alleine vorausgehen lassen. Einige werden bereitwillig beiseite treten, andere werden ängstlich regieren und uns nicht alleine gehen lassen wollen.

Wir versichern ihnen freundlich, daß wir nicht lange weg sein werden und daß die kurze Trennung für sie und uns GUT ist. Zudem verpflichten und bitten wir jene Teile, die keine Angst haben, sich um die ängstlichen zu kümmern. Wir beginnen ERST dann, diesen Pfad im Nirgendwo entlangzugehen, wenn wir keine Gedanken und Gefühle mehr wahrnehmen. Solange noch irgendwelche Gedanken rumflattern, diskutieren wir mit ihnen und fragen, was ihre Befürchtungen sind, wieso sie nicht zurücktreten – so lernen wir unsere Anteile kennen und was sie umtreibt.

Irgendwann wird man die Bereitschaft spüren, den Weg nun beschreiten zu können. Einfach losgehen, die Landschaft kann sich dabei beliebig vor dem inneren Auge verändern. Man ACHTE jedoch auf folgendes:

Sieht man sich aus der 3. Person Perspektive, von außen, oder von oben? Oder IST man in der Landschaft, sieht durch die Augen, wie die Füße den Weg gehen, die Blumen, oder andere Wegumgebung?

Wann immer wir uns in dieser Übung von außen sehen, begleitet uns noch ein Gedanke/Gefühl/Unsicherheit/Emotion – am besten überprüft man von Zeit zu Zeit, ob noch gedacht wird. Stellen wir solches fest, bitten wir auch jene, noch heimlich an Bord verweilenden Gedanken oder Gefühle, zu den anderen Wartenden zu gehen und dort auf unsere Rückkehr zu warten. Während des Gehens wird man den Zeitpunkt spüren, wenn alles gegangen ist. Achtet darauf, wie der innere Raum sich weitet, welche Art von Energie fließt .. man fühlt sich ganz in der Gegenwart, stark, friedlich und ausgeglichen.

Wenn man sodann den Impuls hat, man sei lange genug herumgewandert, geht man zurück zu seinen Anteilen. Man fragt sie, wie es ihnen ergangen ist und ob jemand etwas von dir braucht. Vielleicht eine Umarmung, oder die Versicherung, sie urteilsfrei anzunehmen. Man dankt ihnen, daß sie es erlaubten, ohne sie zu gehen. FALLS dies jedoch nicht möglich war, danken wir, daß uns ihre Ängste und Sorgen mitgeteilt wurden.

Und dann kehren wir zurück, in die Gegenwart der materiellen Welt. 

Bildquelle: –>

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Diese beschriebenen Übungen mögen einfach erscheinen, aber diese Arbeit mit den inneren Anteilen dient ihrer Entlastung, damit sie ein Gefühl dafür bekommen, daß WIR SICHER sind ohne sie. Man wird mit fortgesetztem Üben entdecken, daß sogar Aspekte, die uns stets die eigene Wertlosigkeit vor Augen hielten, letztlich wahre Rohdiamanten sind, deren wirklichen Qualitäten erst herausgeschliffen werden mussten.

Klingt das ganze schräg? Oh, sicher doch, na und?  Es kommt doch eher auf die Praktikabilität des Ganzen an, warum nicht probieren, wenn es nützlich ist?

Es gibt im Grunde, in diesem Bereich keine vollständig erklärbaren, ultimativen Theorien. Wir stehen erst am Anfang, unser Innenleben wirklich kennenzulernen. Und was für einige funktioniert, wird für andere leider wenig ausreichen. Ball flach halten, offen sein für Möglichkeiten ist angesagt ..

Es braucht aber auch Zeit, stetes bemühen und ist, wie schon öfters gesagt, kein “Wochenendtrip”. Außerdem möchte ich wirklich empfehlen, daß besagte Büchlein zu erwerben, die beiden Übungen alleine werden etwas zu wenig, aber ein hilfreicher Anfang sein, sich selbst, seine Gedanken und Gefühle besser zu verstehen. Man wird auch feststellen, daß sich die Tiefe der äußeren Beziehungen, durch die Beziehung mit den inneren Anteilen verstärken wird. 

Man kann auch in Google Books, in dem Buch reinschmökern, aber wie immer gibts dort fehlende Seiten. Aber für etwas von WERT sollte ruhig auch Geld ausgegeben werden.

However, find your Way home ..

Einen entspannten Sonntag ALLEN Lesern und LeserInnen .. Smilie

Quellennachweise:

Das System der inneren Familie

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© Steven Black

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16 Kommentare

  • Hat dies auf Der Geist der Wahrheit.. rebloggt und kommentierte:
    Lerne deine Gefühle und Gedanken kennen ..

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  • Guten Morgen lieber Stefan,

    recht herzlichen Dank für den Artikel.

    LG Christa

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  • Hallo alle zusammen,
    ich bin ja etwas erstaunt, dass sogar niemand was zum Inhalt des Artikels zu sagen hat.
    Das erste, was mir aufgefallen ist, gehen die Menschen wirklich SO mit sich um?
    “verzieh dich, hau ab, ich kann das jetzt nicht brauchen”, etc. “ oder
    „Meist etikettieren wir jene (Stimmen) als “gut”, die uns angenehm sind und als “böse”, als uns nicht zugehörig, welche uns und unserer Umgebung unangenehm sind. (Los, ab in den Knast mit dir .. )“

    Ich habe gestern Abend mal (ganz unvoreingenommen😉 ) die Übungen durchgeführt..
    Ja, also das ging schon ganz gut…. nur irgendwie kam mir alles seeehr bekannt vor. Was neu war, war der Raum, in den eine Person bildlich gestellt wird.
    Vielleicht ist das Ganze ein Weg, der intuitiv in uns angelegt ist und welcher nur wieder freigeschaufelt werden muss.
    Die 2. Übung habe ich gleich beim Lesen mitvollzogen, ohne dass ich wusste worauf es ankommt. Ich habe mir also einen Weg in einer Parklandschaft ausgesucht und meine Gedanken gebeten an einer Art Eingangspforte zurück zu bleiben. Okay, dann bin ich also losmarschiert, zugegebenermaßen nicht besonders lange…
    Als ich den Text im Anschluss weiter gelesen habe, hab ich mich erst mal gefreut, dass ich sofort die Landschaft aus meiner Augenperspektive gesehen habe. Also hatte ich wahrscheinlich doch erreicht,
    gedankenfrei zu sein. Wie hatte ich mich auf dem Weg aber gefühlt? Wenn ich ehrlich bin, war da Leere und Desinteresse. Deshalb bin ich auch schnell wieder zurück und habe das, was ich am Eingang abgegeben hatte, freudig begrüßt und wieder aufgenommen.

    Stefan, du schreibst:
    „Mensch in materieller Verkörperung bedeutet ein vielschichtiges, komplexes Gebilde an Gefühlen, Mustern, Emotionen, Energiefeldern und Ebenen zu sein, ein ganzes Konglomerat innerer Strukturen.“ 🙂 Das ist es, was uns ausmacht.
    Aber du schreibst auch, wir müssen die Verantwortung dafür annehmen, DENN SIE SIND WIR UND WIR SIND SIE.
    LG

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    • Hallo liebe Monika,

      ich bin ja etwas erstaunt, dass sogar niemand was zum Inhalt des Artikels zu sagen hat.

      Langsam werd ichs gewohnt, aber ich glaube auch, viele leute sind zur Zeit echt mit sich selbst sehr beschäftigt.
      Die Zeiten sind teilweise haarig, aber mir gehts gut damit. Klar, würd ich mir mehr Beteiligung wünschen ..

      Das erste, was mir aufgefallen ist, gehen die Menschen wirklich SO mit sich um?
      “verzieh dich, hau ab, ich kann das jetzt nicht brauchen”, etc. ” oder
      “Meist etikettieren wir jene (Stimmen) als “gut”, die uns angenehm sind und als “böse”, als uns nicht zugehörig, welche uns und unserer Umgebung unangenehm sind. (Los, ab in den Knast mit dir .. )”

      Tja, meine persönliche Erfahrung ist genauso gewesen, ich hab früher meine Stimmen immer als Einmischung betrachtet
      und nicht wirklich gewusst, was deren Ursprung ist. Jedenfalls diejenige, die mich aufforderten weiterzugehen,
      die mich zu allem möglichen antrieben, aber ich noch nicht wollte.
      Sturheit hat ihren Preis, heya?

      Aber schlussendlich hab ich ja begonnen, den Dingen auf den Grund zu gehen und in meinen diversen Beiträgen dazu,
      bin ich der „Zeuge“ dessen,daß man weitergehen kann, daß wir dabei erfahren, daß mir viel mehr sind, als wir denken.
      Man muss es nur Tun ..
      Im Grunde schreib ich immer, zumindest der Essenz nach, aus eigener Erfahrung …

      ch habe gestern Abend mal (ganz unvoreingenommen😉 ) die Übungen durchgeführt..
      Ja, also das ging schon ganz gut…. nur irgendwie kam mir alles seeehr bekannt vor. Was neu war, war der Raum, in den eine Person bildlich gestellt wird.
      Vielleicht ist das Ganze ein Weg, der intuitiv in uns angelegt ist und welcher nur wieder freigeschaufelt werden muss.

      SUPER, bin erfreut drüber!

      Ja, ich denke auch, freischaufeln ist für uns halt alle angesagt ..

      lg,🙂

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  • Den Artikel finde ich gut und er entspricht im Großen und Ganzen meiner Einstellung. Zu dem wahren Selbst hätte ich eine Erweiterung vorzuschlagen.

    Ich brauchte ein bischen um herauszufinden, welches Selbst nun eigentlich gemeint ist – ob das persönliche oder das überpersönliche. Da besteht ein himmelweiter Unterschied – und die Unterscheidung wird nicht einfacher dadurch, daß hier teilweise psychologische und teilweise esoterische Themen abgehandelt werden. Aber obwohl sich die Esoterik der Begrifflichkeit weitgehend entzieht, denke ich doch, daß es sinnvoll ist, im Vorfeld so genau wie möglich zu definieren – sonst wird die Verwirrung noch größer.

    In diesem Artikel haben wir es mit dem persönlichen Selbst zu tun – was aber bei weitem noch nicht das eigentliche ist.

    Gut – man wird nun also mit einer bestimmten Struktur geboren. Ein Ich ist es noch nicht, das Ich entwickelt sich in den folgenden Jahren entlang der mitgegebenen Struktur. Ist dieses Ich ausgebildet, dann ist es das unverfälschte Ich mit bestimmten Neigungen, Interessen, usw.

    Dieses unverfälschte Ich wird nun durch Erlebnisse, Traumata usw. mehr oder weniger traumatisiert und der Mensch entwickelt eine Persona (C.G. Jung), ein Maske, eine Scheinpersönlichkeit, die ihn vor weiteren Verletzungen bewahren soll.

    Wie ich den Artikel verstand, geht es nun in Kurzform darum, wie man die Traumata heilen und damit das ursprüngliche Ich wieder freilegen kann. Ich würde es als das wirkliche Ich bezeichnen, das wahre Selbst scheint mir ein irreführender Begriff zu sein.

    Bei dem Satz: „Der einzige Alleskönner jedoch ist unser Kern, unser wahres Selbst. Es ist frei von Urteil, frei von Schuld, frei von Wertung und lebt aus dem Herzensfeld“ wird allerdings scheinbar plötzlich das esoterische Selbst angesprochen. Und nun wird es etwas verwirrend, denn dieses Selbst kann nicht dadurch erreicht werden, indem man die angegebenen Übungen macht. Wie sowieso es zwei völlig verschiedene Sachen sind, ob man sein natürliches Menschsein, sein natürliches Ich wieder finden will – was auf alle Fälle zu empfehlen ist – oder ob die Sehnsucht nach etwas da ist, was man bestenfalls erahnen, aber weder definieren noch wissen kann – jedenfalls solange nicht, bis man erwacht ist.

    Aber zu dem wirklichen (nicht uns gehörenden) Selbst eine Anmerkung. Manchmal wird der Eindruck vermittelt, als könne man das irgendwie erreichen, durch eine Technik oder sonstwas – und als ob dies jedem möglich wäre. In dem Fall sprechen wir von zwei verschiedenen Dingen.

    Mein Lehrer war in den 60ern sehr bekannt, er hielt Vorträge vor tausenden von Menschen und tausende gingen in den Zentren, welche er gründete, ein und aus. Momentan sind wir in Europa noch ein harter Kern von ca. 150 Schülern – mehr nicht -, und kürzlich sagte er zu uns, es werden, wenn er stirbt, drei oder vier von uns sein, welche wissen, daß sie wissen. Er fügte noch hinzu, mehr wäre nicht zu erwarten und das sei quasi völlig in Ordnung.

    Drei oder vier… und das von zehntausenden, welche alle spirituell interessiert waren und kürzer oder länger mit ihm zu tun hatten. Kann ich einen Eindruck vermitteln, was für ein ungeheurer Weg es bis dahin ist? Kann ich vermitteln, daß wenn wir meinen, etwas zu wissen, eigentlich noch garnichts wissen? Sind wir schon auf dem Stand, daß wir zumindest wissen, daß wir nichts wissen? Dies ist nicht ironisch gemeint.

    Steven schreibt hier über das persönliche Selbst – Ich -, und das ist völlig in Ordnung. Mit dem anderen Selbst – es ist gut, wenn wir da bescheiden werden. Und respektvoll. Nicht auf den Knien rutschend *lach*, aber mit Behutsamkeit.

    Erlaubt mir bitte noch zu sagen, daß ein Vollbad in kosmischer Energie noch lange nicht das Selbst ist. Auch keine parapsychologischen Erlebnisse, auch nicht das, was man als „Bewußtseinserweiterung“ benennt. Welches Bewußtsein, bitte schön, will denn da erweitert werden? Und mit was? Das kann sich ja nur um das Ich handeln – das Selbst IST in gewisser Art und Weise das Bewußtsein.

    Gebt – im esoterischen, wohlgemerkt, im psychologischen sieht es ein bischen anders aus – nicht allzu viel auf diese „Techniken“ – es sind Hilfsmittel, welche zur rechten Zeit angewandt durchaus Sinn machen können. Aber sie sind nicht das Ziel. Forscht lieber einem Raum in euch nach, der heilig ist, und werdet euch dessen gewahr – vielleicht lehrt dieser Raum dann euch. Und habt Respekt – Respekt ist keine Unterwürfigkeit. Und vor allem – zerredet die Dinge aus dieser Region nicht, die wachsen nur in der Stille.

    Euch alles Gute – Matthias

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    • Hallo Matthias,
      vielen Dank für deinen ergänzenden und erhellenden Kommentar, der in meinen Augen die Dinge an den richtigen Platz rückt.
      Dadurch erklärt sich meine Erfahrung mit der 2. Übung:

      „Wie hatte ich mich auf dem Weg gefühlt? Wenn ich ehrlich bin, war da Leere und Desinteresse. Deshalb bin ich auch schnell wieder zurück und habe das, was ich am Eingang abgegeben hatte, freudig begrüßt und wieder aufgenommen.“

      Ich hatte es nicht so deutlich geschrieben, aber ich hatte das Gefühl, dass mir ohne meine Gedanken etwas Wichtiges gefehlt hat. Ich habe mich bei ihnen entschuldigt und ihnen versprochen, dass ich sie nicht wieder ausgrenze, da sie zu mir gehören.
      Wie ich aus deinem Kommentar entnehme, war es wahrscheinlich mein natürliches Ich, welches ich abgegeben hatte, deshalb auch die Leere / Interesselosigkeit, selbst die Umgebung (Parklandschaft) hatte ihre Brillanz eingebüßt.
      LG

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      • Hallo Monika, ich denke dass genau diese Leere das wahre Ich ist, du hast das falsche abgegeben um das wahre zu finden. Hättest nur länger in der Leere bleiben können und mit Liebe füllen… Deine Gedanken sind nicht das wahre Ich, die gehören zum Ego, oder Individuum, der sterblich ist, bzw wandelbar, nicht ewig. Die Landschaft ist auch nicht mehr so brilliant weil es eben eine Illusion war, das hat dein wahres Ich in dem Moment erkannt. Ich habe es so erfahren bei diese Übung. Ich glaube diese Leere oder Stille ist diese Mitte die wir suchen. Lg und einen schönen Tag,

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        • Liebe Adriela,
          es tut mir Leid, aber ich habe eine völlig andere Einstellung.
          Die Leere mag sinnvoll sein, wenn man bestimmte Zustände nicht mehr bewältigt und sie dann zur Heilung und Entspannung nutzt oder ihr Erreichen als eine spirituelle Übung ansieht.
          Ansonsten sehe ich keinen Sinn im Erfahren der Leere.
          Stefan hat mehr oder weniger bewusst diesen Satz formuliert:
          „Mensch in materieller Verkörperung bedeutet ein vielschichtiges, komplexes Gebilde an Gefühlen, Mustern, Emotionen, Energiefeldern und Ebenen zu sein, ein ganzes Konglomerat innerer Strukturen.”
          Ohne diese Strukturen würden wir sehr viel von unserem Menschsein einbüßen.
          Ich bin ein Individuum, meine Gedanken und Gefühle sind mein Lernprozess, nicht mein Körper, der setzt es nur um. Das Universum würde uns nicht mit all dem ausstatten, wenn es Leere wollte, da steckt etwas anderes dahinter.
          Übrigens habe ich den Verdacht, dass das übermäßige Protegieren der Leere ebenfalls zur ablenkenden Beschäftigung gedacht war/ist, zumindest unter den heutigen Bedingungen.
          Schau, für dich ist diese Leere gut. Andere tun mit den Übungen ihre Probleme aufarbeiten, diese besser erkennen. Ich habe etwas anderes wahrgenommen, nämlich dass der Körper ohne seine Gefühle und Gedanken unvollständig ist.
          Schönen Abend und
          LG

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    • Hallo Matthias,

      Bei dem Satz: „Der einzige Alleskönner jedoch ist unser Kern, unser wahres Selbst. Es ist frei von Urteil, frei von Schuld, frei von Wertung und lebt aus dem Herzensfeld“ wird allerdings scheinbar plötzlich das esoterische Selbst angesprochen. Und nun wird es etwas verwirrend, denn dieses Selbst kann nicht dadurch erreicht werden, indem man die angegebenen Übungen macht. Wie sowieso es zwei völlig verschiedene Sachen sind, ob man sein natürliches Menschsein, sein natürliches Ich wieder finden will – was auf alle Fälle zu empfehlen ist – oder ob die Sehnsucht nach etwas da ist, was man bestenfalls erahnen, aber weder definieren noch wissen kann – jedenfalls solange nicht, bis man erwacht ist.

      Nein, eigentlich meinte ich schon das „authentische Selbst“, was du formulierst wird ja „höheres Selbst“ genannt.
      Aber „wirkliches Ich“ passt schon auch. Tut mir leid, wenn das so rübergekommen ist ..

      Mein Lehrer war in den 60ern sehr bekannt, er hielt Vorträge vor tausenden von Menschen und tausende gingen in den Zentren, welche er gründete, ein und aus. Momentan sind wir in Europa noch ein harter Kern von ca. 150 Schülern – mehr nicht -, und kürzlich sagte er zu uns, es werden, wenn er stirbt, drei oder vier von uns sein, welche wissen, daß sie wissen. Er fügte noch hinzu, mehr wäre nicht zu erwarten und das sei quasi völlig in Ordnung.

      Ja, ich denke, der Mann sah das schon richtig – wie ging gleich der Spruch? Viele fühlen sich berufen, nur wenige werden erhört ..
      Die innere Arbeit erfordert Geduld und viel Kompromisslosigkeit, vor allem Durchhaltevermögen – und nicht jeder dürfte dafür geeignet sein.

      lg,

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    • Hallo Monika und Adriela,

      ein paar Gedanken zu Eurem Disput.

      Gehören Gedanken zum Ego? Und denken eigentlich wir oder denken die Gedanken uns? Und sind „unsere“ Gedanken eigentlich wirklich unsere Gedanken?

      Oft nicht. Gedanken sind elektromagnetische Impulse und in gewisser Weise eigenständig. Sie bleiben noch lange in einem Raum, auch wenn die Menschen, welche darin dachten, den Raum schon verlassen haben.
      Und sie trachten danach, sich zu verwirklichen. Das heißt, sie heften sich dann an eine Person an, welche eine Affinität aufweist. Deswegen werden in einigen esoterischen Schulen die Räume nach einem Seminar durch geeignete Mittel von den Gedankenformen gereinigt.

      Sind Gedanken hinderlich auf dem Weg? Irgendwann schon – wenn man erkennt, daß man eigentlich nicht denkt, sondern gedacht wird. Nicht wir haben die Herrschaft über die Gedanken, sondern umgekehrt. Wir können uns ja mal spaßeshalber dazu entschließén, fünf Minuten lang nicht zu denken, dann merken wir schnell, wer hier die Herrschaft hat.

      Aber – wir können nicht einfach aufhören zu denken, das klappt nicht. Und wir können – und sollten – das auch keinem anderen auferlegen. Das Denken verliert sich in dem Maße, wie wir in ein höheres Wachsein gelangen – und das will erübt sein.

      Allerdings nicht immer – es gibt oft schon vorher Hinweise, wie es sein könnte. Zum Beispiel, wenn wir über eine sonnige Wiese laufen und uns urplötzlich der Schönheit gewahr werden – so daß wir scheinbar ohne Grund glücklich sind. Wir denken da nicht – wir nehmen wahr. Oder, wie schon einmal gesagt, beim Sex – wenn man dabei denkt, versaut man sich alles.

      Wenn man es also schafft, die Gedanken beiseitezuschieben, kommt man nicht in die Leere, sondern in die Fülle. Weil man alles viel intensiver wahrnimmt.

      Nun zu der Leere. Sie kommt, wenn wir wenig Energie haben – oder auch auf dem spirituellen Weg. Es ist klar, um Platz für das Überpersönliche zu schaffen, muß das Persönliche ausgemistet und reduziert werden. Da ist nicht viel Platz für Zwei. Und hier kann als Zwischenstadium Leere entstehen – es führt kein Weg daran vorbei. Der Auszug der Kinder Israels ins gelobte Land ging durch die Wüste. Es ist immer so.

      Liebe Adriela, nur kurz – es stimmt zwar, daß man auf dem Weg durch die Leere hindurch muß, aber die Leere ist nicht das wahre Ich. Das ist dahinter. Und wenn die Landschaft nicht mehr so brilliant ist, weil es eben eine Illusion war – also wenn mir das so passieren würde, würde ich annehmen, daß bei mir etwas schiefgegangen wäre. Wäre es nicht vielleicht sinnvoller, einmal so tief die Landschaft – ob Illusion oder nicht – wahrzunehmen, daß man die wirkliche Schönheit dahinter sieht?
      Und – eine ehrliche Frage – sind wir wirklich schon so weit, daß wir WISSEN, ob eine Illusion eine Illusion ist? Oder daß wir wissen, wer wir sind?

      Liebe Monika, irgendwo muß ich auch Adriela beistimmen – die Gedanken sind sicher nicht das Selbst. Aber das sollte keine Richtschnur sein. Wenn eine Übung nicht gut tut, dann lassen wir sie einfach – egal, warum. Und sicher ist es besser, seine Gedanken freundlich zu begrüßen als sie nach irgendwelchen esoterischen Vorstellungen in die Wüste zu schicken – obwohl wir noch garnicht dafür bereit sind. Auch ich bin zu manchem noch nicht bereit.

      Alles hat seine Zeit.

      Allgemein noch: Es ist ein Kreuz mit dieser Überflutung von Übungen. Seit diesem Internet – SMS – What’s up – twitter – Smartphone – Informationsüberflutungszeitalter sind die Menschen einsamer geworden. Und unzuverlässiger. Man trifft sich nicht mehr so. Jeder unwichtige Scheiß muß untereinander ausgetauscht werden – digital natürlich. Am besten noch über die Gefahren von UMTS über’s Smartphone diskutieren, dann ist endlich die endgültige Bestätigung erbracht, daß die Menschheit schizophren ist – als Normalzustand. Was ist schon seit langem vermute.
      Und – man sucht keine guten Therapeuten mehr, wenn man ein Problem hat. Man hat ja bergeweise Versprechungen von (Internet- oder Buch-)Übungen, die man – selbstverständlich – ganz alleine machen kann und die vom Fußpilz bis Depressionen alles heilen. Oder Erleuchtung in zehn Schritten garantieren.

      Himmel, ich weiß – gute Therapeuten zu finden ist nicht einfach. Ich habe selbst eine Therapieausbildung und würde höchstens zu 10% von denen gehen. Aber dann sucht man halt. Ein guter Therapeut, der wirklich gelernt hat und im besten Fall das Problem aus seinem eigenen Inneren kennt und gelöst hat, ist hundertmal mehr wert wie diese ganzen seelenlosen Übungen, mit denen man doch letzten Endes alleine dasteht.
      Übungen waren einmal gedacht als Werkzeuge der Therapeuten und Lehrer, die möglichst mit Sachverstand eingesetzt werden sollten. Sie waren nur in seltenen Fällen dafür gedacht, alleine für sich zu stehen.
      Wenn wir Hilfe benötigen, brauchen wir vor allem Menschen, denen wir vertrauen können. Und die vielleicht etwas wissen. Letzten Endes denke ich, daß nur Menschen anderen Menschen helfen können.

      Euch allen viele Grüße
      Matthias

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  • Danke Matthias!

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  • Guten Morgen Ihr Lieben🙂

    Ich möchte da kurz meinen Senf zu abgeben….🙂

    Das ICH wie viele dieses ICH empfinden, also als Gedankenhaufen, die dies und jenes möchten, diese und jene Ansichten vertreten, sich Supertoll oder ganz und gar Unzulässig fühlen, diese Gedankenhaufen, die sich so schmeichelhaft als ein Individuum zusammenhäufen, sind meines Empfindens nach ein Teil der Rolle, die das wahrhafte Ich verkörpert. Dies ist der Teil, der sich aus Traumen, Erfahrungen etc.etc. zusammenbaut, quasi Gedankenhaufen die sich aufblähen können und eine Art Hülle um das wahrhafte ICH bilden. Und je mehr Gedankenhaufen und emotionale Dingens, umso weniger kommt das echte ICH durch.
    Pfffff, kommt das irgendwie annähernd so rüber wie ich es meine? Keine Ahnung.

    Meiner Beobachtung nach, an mir selbst, gibt es einen…wie soll ich sagen, Übergedanken oder ein
    übergeordnetes Gewahrsein – okay, das kommt in etwa hin, – welches in diesen Augenblicken durchkommt, wenn wir Gedankenlos sind.

    Meiner Erfahrung nach ist dieses übergeordnete Gewahrsein Emotionslos aber NICHT Gefühlslos!

    Sehr schwierig zu beschreiben, es ist ein Gewahrsein, welches über gewisse Erkennungsmerkmale der verkörperten individuellen Person in sich trägt, so eine Art Signatur, wisst ihr wie ich mein? Meine Güte ist dies schwierig zu beschreiben, dass nur ja keine Missverständnisse entstehen….

    Dieses übergeordnete Gewahrsein empfinde ich als mein wahres Ich. Das hüllenlose pure Gefühl. Ich vermute auch, das unsere Gedanken im Grunde nur eine Art Übersetzungsprogramm darstellen…im besten Fall – leider verselbständigen sie sich in der Materie leicht…😉

    Und Stefan, ich mein damit nicht dieses übliche innere und äussere Dingensdingens, sondern im Inneren ist ein eigentliches Inneres versteckt. You know? Das übliche Innere plappert meistens die momentanen emotions Dingens durch. Ich meine dieses Ich, welches ganz ganz leise ist.

    Okay, ich denke das langt erstmal

    Und, eine irdische Inkarnation ist so ähnlich wie ne Achterbahnfahrt, vollgas Hardcore…aaaaaber etwas ganz Besonderes!🙂🙂

    Von Herz zu Herz
    Eure Tanya

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    • Hallo Tanya,

      Und Stefan, ich mein damit nicht dieses übliche innere und äussere Dingensdingens, sondern im Inneren ist ein eigentliches Inneres versteckt. You know? Das übliche Innere plappert meistens die momentanen emotions Dingens durch. Ich meine dieses Ich, welches ganz ganz leise ist.

      Öh ja, I scho Wissen, welches Dingens du meinen, meiner Perspektive nach zeigt sich jenes Dingsbums immer deutlicher, je mehr sich
      die „da drinnen“ und „da draußen“ Witzbolde einander annähern und auflösen von „deren Scherzen“ geschieht. Dann gäbs noch den Ratgeber des „höheren Selbst“,
      aber davon ist meist sehr wenig da – kommt halt drauf an .. wie aufmerksam man lauscht.

      Wir könne es aber auch einfacher handhaben:

      Thats Amazing, schlicht und einfach ..😉

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  • El stefan’el

    Grins about your words.
    This way is net nur amazing…
    Mittlerweile spokeless about alle diese dingens was passiert

    Irre!

    Lg

    Frau freischwimmerschein

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