Stolpersteine auf dem Weg

geschrieben von Steven Black:

Es ist schon erstaunlich, da glauben viele Leute an eine Ära spirituellen Wachstums, aber die Idee scheint fremd, daß dies auch Menschen in vielen verschiedenen Berufsbereichen und alle möglichen Entscheidungsebenen davon miteinschließt. Doch pauschale Verallgemeinerungen, wonach Wissenschaftler allesamt Schnarchnasen wären, Universitätsabgänger alle verblödet und Schulmediziner grundsätzlich unfähig sind, halten den Tatsachen natürlich nicht stand.

Okay, es gibt genügend Schnarchnasen in jedem Bereich des Lebens, und wenn ich schon mal dabei bin, ich selber hab oft genug über den Mainstreamwissenschaftlichen Tunnelblick gelästert. Natürlich gibts Leute, die durchs eigene Brett vorm Kopf überall anstoßen und deren Mangel an Phantasie und Kreativität, ihnen grade die Existenz sichert. Aber man braucht sich ja nur mal umschauen, wie viele Akademiker in den letzten Jahren und Insider verschiedenster Institutionen, sich weiterentwickelt und großartiges geleistet haben.

Die nach vorne gegangen sind und ihren Mund aufgemacht haben. Diejenigen, die vielleicht ebenso dachten, aber denen der Mut dazu fehlte es laut auszusprechen, die sieht man allerdings nicht. Na gut, dann vielleicht das nächste Mal ..

Persönliche Entwicklung ist ja keine elitäre Angelegenheit, jeder macht daß auf seine Weise durch, nicht wahr?

Warum auch sollten Kassiererinnen, Buchhalter, Putzfrauen, Maurer, Tischler, Hilfsarbeiter, und hunderte andere Berufe, in denen die Menschen tätig sind, keine spirituellen Interessen haben? Nicht jeder erzählt davon und teilt es mit anderen. 

Und Leute mit viel Verantwortung auf den Schultern, vom Manager bis hin zu Großentscheidern von wirtschaftlichen Prozessen? Wieso denn nicht? Allerdings sind die in viel engere Zwänge eingekeilt und müssen den täglichen Herausforderungen Rechnung tragen, welche die Gruppendynamik und der Job in diesen Bereichen erzeugt.

Durch meine Transformationsreisen und Arbeit an mir selbst, habe ich einige sehr kluge, nette und spirituelle Leute kennengelernt, die in allen möglichen Berufen tätigt sind. Die wirken überall auf die Leute und daß Leben ein, bloß durch ihre Gegenwart und in den sogenannten zwischenmenschlichen Gesprächen.

Yep, Change is really coming ..   but, it’s a long way to the top.

Der Boden für solch falsche Ansichten kommt oft von der Isolierung, die damit einhergeht, wenn man sich in Büchern verkriecht und dem Leben ansonsten fernbleibt. Wenn man sich meist nur in denselben Bahnen bewegt und stets dieselben Leute trifft. Das KANN den Sichtpunkt etwas einengen und begrenzen, muss es allerdings nicht. Die Frage ist, was hat denn Spiritualität mit dem Leben zu tun?

Grundsätzlich ALLES! Na schön, es ist eine Frage des Bewusstsein, aber Spirit kann vom Leben eigentlich nicht getrennt werden .. außer, man wählt dementsprechend anders. 

Auch ich musste lernen, daß Spiritualität meist was völlig anderes ist, wie es uns gerne verkauft und angepriesen wird. Aber letztlich wird das sowieso jeder herausfinden, wenn er ernsthaft in diese Richtung spaziert. Es ist wie mit vielen anderen Begriffen, die im Laufe der Zeit immer wiederholt, uminterpretiert, oder für diverse Produktstimulierungen missbraucht  und dadurch abgenutzt wurden.

Es gibt wirklich genug falsche Ideen und leere Versprechungen, innerhalb dessen, was gerne “spirituelle Ansätze” genannt wird. Und es hat wohl in keiner bisherigen Epoche, ein solches Überangebot gegeben. Im “spirituellen Supermarkt” unserer Tage ist es für Leute, die von einem echten Hunger nach Selbsterkenntnis und Wahrheit beseelt sind, ziemlich schwierig geworden, innerhalb der gebotenen Möglichkeiten, daß für sie hilfreiche zu finden. 

Vieles davon dient nur dem aufpolieren des “strategischen Selbst”, welches die Spiritualität als neue Spielwiese entdeckt hat. Und es sucht sich gerne diejenigen Stückchen aus dem Ganzen heraus, die SEINE Interpretationen bestätigen. Die Maskenvielfalt des “strategischen Selbst” ist unendlich und unbegrenzt, die cleverste seiner “Tarnkappen” ist – “ich trage keine Maske, ich bin authentisch”. 

In diesem Labyrinth zu suchen ist wie die Jagd nach dem “hl. Gral” und lenkt einen von der Gegenwart und der eigentlichen Selbsterforschung ab. Oh ja, unser “strategisches Selbst” ist immer sehr erfinderisch, es findet alle möglichen “Bonbons”, denen wir nachlaufen können, um die grundlegende Auseinandersetzung mit uns selbst zu vermeiden.

Wirklich, die schlimmsten leeren Versprechungen, die geben wir uns selbst, indem wir solchen Ideen auf den Leim gehen. Weil uns die Klarheit fehlt, aus welchen Gründen uns diverse Angebote und Ideen so begeistern. Wir lassen uns einreden, dies oder jenes wäre “ein toller Weg”, aber schau, um die Ecke glitzert wieder was interessantes. Und so sammelt man ein ums andere Glasperlchen, mischt und interpretiert nach Herzenslust, aber ohne Ordnung. Emotional oder intellektuell erregt zu sein, bedeutet nicht unbedingt, die “ultimative Heilslehre” entdeckt zu haben.

Die Spiritualität ist voller Stolpersteine und manchmal muss man drüber stürzen, um sie überhaupt wahrzunehmen. Wenn’s weh tut, kann man es ja auch “spirituelle Erweckung” nennen ..   heilsam isses auf alle Fälle.

Wir folgen “Wissen” aus zweiter Hand und bilden uns ein, wir wüssten dann mehr.  Bücher können uns zwar wunderbare Inspiration sein, aber das lesen alleine kann uns keine wirkliche Erfahrung vermitteln. Sie befriedigen vielleicht unsere oberflächlicheren Bedürfnisse, aber  geben keine Wahrheit, so wir sagen könnten, wir Wissen. Weil wirkliches Wissen, das kommt bekanntlich durch persönliche Erfahrung, durch Praxis, wodurch Theorien entweder bestätigt, oder verworfen werden können. Letzteres kommt leider öfters vor ..

Bei spiritueller Praxis lernt man zuerst mal VERLUST kennen, man verliert nämlich alle möglichen Flausen und komische Ideen, die mit den bisherigen Ansichten von sich selbst einhergehen. Da kriegst erstmal einige unangenehme Wahrheiten kräftig auf den Kopf geworfen, was überhaupt nicht lustig ist. Da bleiben dann auch nur die Leute dabei, die ehrlich zu sich selbst sein gelernt haben und die daß auch verdauen können. Ein guter Lehrer/Lehrerin appelliert dabei an deine natürliche Intelligenz und ermutigt dich.

Und da ich mich grade “schuldig” mache, das Unwort Spiritualität in deflationärer Weise zu gebrauchen, möchte ich meine persönliche Definition (die unvollendete) davon anbringen:

Spiritualität betrachte ich als einen Weg zu den grundlegendsten Wahrheiten – vor allem über mich selbst vorzudringen. Dabei lernte ich, wie vollgestopft man mit Unsinn sein kann, wieviel konditionierte Vorstellungen man unüberlegt übernimmt und wie leicht beeinflussbar man ist. Wieviel Verwirrung in mir selbst existierte – und daß abtragen von diesem Müllberg ist nicht immer einfach. Und ich hab da schon noch n paar Illusionen laufen, ich weiß das ganz genau.

Du lernst deine eher unangenehmen Anteile kennen, die von “erleuchtet sein” soweit entfernt sind, wie man sich’s nur vorstellen kann. Ach, was rede ich, die würden in der totalen Dunkelheit nicht mal auffallen.

Und die kannst du nicht einfach alle “entsorgen”, löschen” oder “gehen lassen”, aber man kann aufhören sie zu verleugnen und sie annehmen. Auf diese Weise kommen sie wieder zu dir “rein” und man lernt ein Gewahrsein dafür zu entwickeln, welche Gedanken oder Meinungen von welchem Anteil kommt. Es ist dann die Aufgabe unseres “bewussten Ichs”, möglichst auf konstruktive Weise damit umzugehen. Es bedeutet nicht, sie Tun zu lassen, was sie grade möchten – wär ja noch schöner.

Das ganze hat schon was von Umerziehung, die Dekonstruktion konditionierter Inhalte erfordert eindeutig Standvermögen und Bereitschaft zur Konsequenz. 

Feinstoffliche Entgiftung ist ein anderes “lustiges Erlebnis”, welches man kennenlernen darf. Mich hats kürzlich drei volle Tage komplett lahmgelegt. Wenn alte Energien in Bewegung und in den Fluß gebracht werden, kann es zu durchaus unangenehmen “Nebenwirkungen” kommen, weil da ja auch einiges durch den physischen Körper und das Zellgefüge abgebaut werden muss. 

Die innere Entwicklung ist nicht grade der leichteste Weg, kein Wunder, daß so viele davor zurückschrecken. Und daß ist sehr Schade, wir bräuchten viel mehr Menschen welche dazu bereit sind, die Grenzen der eigenen Bequemlichkeit zu überschreiten.

Wüssten sie allerdings, daß es so sehr bereichert, daß es dem Leben und dem persönlichen DaSein wirkliche Sinnhaftigkeit verleiht, würden sie sich’s vielleicht anders überlegen.

Ich weiß aber natürlich auch, daß nicht jeder gleichzeitig diesen Weg gehen kann. Alle Menschen sind in unterschiedlichen Phasen ihrer Existenz und erleben das Leben manchmal sehr viel anders. Aber letztendlich hat jeder den Weg zu sich selbst zu gehen, wer es jetzt macht ist weder besser, noch schlechter, sondern es ist einfach Zeit für ihn/sie.

Macht’s gut Leute ..

Until next time, same station ..

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© Steven Black

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12 Kommentare

  • morje morje Stefan🙂

    Warum auch sollten Kassiererinnen, Buchhalter, Putzfrauen, Maurer, Tischler, Hilfsarbeiter, und hunderte andere Berufe, in denen die Menschen tätig sind, keine spirituellen Interessen haben? Nicht jeder erzählt davon und teilt es mit anderen.

    Genau und eigentlich auch ganz klar: Weil alle Menschen ihre “ Spiritualität “ in sich tragen. Die einen haben diese in sich entdeckt und gefunden, die anderen “ noch “ nicht, siehe mein Kt auf EAT 15. Diese werden genau in die falsche Richtung “ geschickt „.

    Wer sich im Innern wieder-findet geht auf seine eigene Seelenreise durchs Leben, findet seinen eigenen Weg🙂

    The Inner Road – Flight through Eternity
    :http://www.youtube.com/watch?v=i895lfGUwKc

    Lg

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  • Hallo Stefan,

    mir gefällt Dein Artikel. Insb. freue ich mich, daß du nun auch (endlich !) die „bösen“ Unternehmer und Führungskräfte differenzierter siehst. In der Tat, auch dort gibt es echte „Menschen“, welche nicht nur den monetären Gewinn im Auge haben, sondern sich Ihrer Verantwortung sehr wohl bewusst sind und dieser auch nachkommen.

    Mach weiter so auf Deinem Weg.

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  • Hej Steven!

    Gute Idee Spiritualität aus Deiner Sicht zu definieren. Hatte öfters schon den Eindruck, jeder meint damit ein bisschen was anderes, oder ganz was anderes.

    Super der Satz „die cleverste seiner “Tarnkappen” ist – “ich trage keine Maske, ich bin authentisch”“. Das strategische Selbst und seine Tricks .. .. ja, deutlich kann ich es schon bei manch anderen sehen, zumindest in den Fällen, wo es einem geradezu ins Gesicht springt. Bei mir selbst ist es noch eher Rätselraten😉

    Liebe Grüße
    Veron

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  • Hallo,
    ich verfolge deine Texte seit geraumer Zeit und kann nur sagen, sie ermuntern mich weiter zu kundschaften. Selbst bin ich intensiv seit mehr als 2 Jahren auf dem Weg zu mir und gestern erkannte ich, dass ich den Wald vor lauter Bäume nicht seh. Am schwierigsten sind nicht die übernommenen Glaubenssätze aufzuspüren sondern die eigenen zusammengestückelten Vorstellungen zu entdecken und los zu lassen.
    Liebe Grüße
    Brigitte

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    • Hallo und willkommen Brigitte,

      Am schwierigsten sind nicht die übernommenen Glaubenssätze aufzuspüren, sondern die eigenen zusammengestückelten Vorstellungen zu entdecken und los zu lassen.

      Ja, da sagst du was, diese „Boxen“ aufzustöbern, daß ist nicht immer so einfach.

      lg,

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  • Hallo Steven,
    ich glaube “wirkliche Spiritualität” ist gekennzeichnet durch die “leisen Töne”,
    durch Demut u. die Erkenntnis, daß egal wieviel man zu wissen glaubt
    (u. vielleicht auch tatsächlich weiß) man beständig auf einem Weg ist,
    der jeden Einzelnen immer wieder auffordert sich weiterzuentwickeln,
    alte “Grenzen” zu sprengen u. den Raum zu erweitern für Neues.

    Gerade in Phasen, in denen man verunsichert ist – wodurch auch immer –
    wo man sich verletzlich fühlt u. schwach, wo einem vielleicht
    die Zelltransformation den Boden unter den Füßen wegzieht
    u. man teilweise nicht mehr weiß wo links u. wo rechts ist,
    fängt man an zu suchen –
    ganz egal wie lange man schon “on the road” ist u. auch wenn man ja
    eigentlich weiß was “abgeht“.
    Da kann/muss ich mich selbst auch immer wieder an die eigene Nase fassen.
    Das sind Phasen in denen man empfänglich ist für allen möglichen Sch…..!
    Einfach weil der Kontakt zur “eigenen inneren Quelle”
    in diesen Momenten nicht optimal ist.
    Aber zum Schluß muss man immer wieder zu sich selbst zurückfinden,
    den dort liegt immer die “wahrste Wahrheit”, auch wenn der Weg dorthin
    nicht immer leicht ist.
    “Hilfe auf dem Weg” ist immer wundervoll u. wünschenswert,
    Unterstützung um die richtige Route u. die passenden Anstöße zu finden –
    wichtig ist “nur”, die richtige Hilfe, das passende “Richtungsschild”,
    die “wahren Worte” auch zu finden u. unterscheiden zu können –
    nicht immer ganz leicht u. man muss immer wieder tief in sich hineinfühlen.

    Alle Menschen sind “spirituell”,
    nur manche haben es eben noch nicht gemerkt – *grins*.
    “Spiritualität” selbst ist völlig unabhängig von berufl., sozialem, familiärem o.
    sonst einem Hintergrund o. den Lebensumständen –
    überall läßt sich u.U. ein “Schatz” finden.
    Mir scheint es oft so, als seien gerade solche Menschen,
    die einem am unscheinbarsten u. stillsten vorkommen
    u. oft wenig in das Erfolgsbild von 3D passen jene, die am meisten zu erzählen
    u. zu geben hätten, so man sie denn den fragen würde –
    bestimmt könnte man dort oft mehr “finden”,
    als beim scheinbar “tollsten” spirituellen Meister im Rampenlicht.

    LG Kerstin

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    • Grüß Dich Kerstin,

      ….“Alle Menschen sind “spirituell”,…nur manche haben es eben noch nicht gemerkt……“Spiritualität” selbst ist völlig unabhängig von berufl., sozialem, familiärem o. sonst einem Hintergrund o. den Lebensumständen –

      …..überall läßt sich u.U. ein “Schatz” finden. Mir scheint es oft so, als seien gerade solche Menschen, die einem am unscheinbarsten u. stillsten vorkommen u. oft wenig in das Erfolgsbild von 3D passen jene, die am meisten zu erzählen u. zu geben hätten, so man sie denn den fragen würde – bestimmt könnte man dort oft mehr “finden”, als beim scheinbar “tollsten” spirituellen Meister im Rampenlicht.“

      ….tolles und sehr erkenntnisreiches Statement bzw. von Dir eingebrachte Selbsterfahrung………kann ich aus Eigenbeobachtung, nur voll und ganz bestätigen……….Thanks……für diesen Comment von Dir………lg Joe

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  • Hallo Stefan,

    der Gedanke was ist „Spiritualität“, „Liebe“ und „Göttlichkeit“ wirklich ist, beschäfigt mich immer wieder. Auch Religionen haben spirituelle Seiten, so sehr es einem manchmal auch mißfallen mag. So wie diese Positive und negative Aspekte haben, so hat es auch der „spirituelle“ ‚Bereich. Man muß im Grunde nur vorurteilsfrei unterscheiden können. Nationale Kriege, Religiöse/Spirituelle Kriege fangen möglicherweise auch immer bei einem selbst an. Wenn ein Krieg zwischen zwei Ländern das Große wären, dann ist der Krieg zwischen z.b. einem Deutschen und einem Türken das Kleine. Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Kleinen können gigantische Ausmaße annehmen, sowohl im Außen als auch im Innern eines jeden Menschen. Familienkriege die äußerlich nicht sichtbar, aber im Innern zu starken Spannungen führen können Abneigungen gegen andere Religionen, Andersdenkende, Normale(die dann vielleicht noch eigene Familienmitglieder sind).
    Es muß einem eigentlich nur auffallen, wie sich diese Dinge im Großen und im Kleinen ähnlich sind und wieviel davon man selbst lebt. Ins Bewusstsein vorgedrungen, kann man daran arbeiten.

    Einen schönen Tag
    Petra Herzele

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    • Hallo Petra Herzele,

      Es muß einem eigentlich nur auffallen, wie sich diese Dinge im Großen und im Kleinen ähnlich sind und wieviel davon man selbst lebt. Ins Bewusstsein vorgedrungen, kann man daran arbeiten.

      Genau so.
      Natürlich haben auch diverse Religionen ihre Berechtigung, daß hab ich inzwischen auch verstanden.
      Wie du sagst – auch nicht gerne.🙂
      Aber wenn sonst nichts da ist, kann auch organisierte Religion ihren Sinn haben.
      Kommt ja immer auf den einzelnen an, was der damit macht, nicht?

      lg,

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  • „Du lernst deine eher unangenehmen Anteile kennen, die von “erleuchtet sein” soweit entfernt sind, wie man sich’s nur vorstellen kann.“

    Das ist das, was die Himmelsstürmer nicht wahrhaben wollen – daß Esoterik erstmal heißt, sich dem Dunkel und allen verdrängten Inhalten zu stellen. Möglicherweise auch vererbten oder aus vergangenen Leben. Wie soll man „aufsteigen“ können, wenn einen ein schwarzer Sack immer am Boden hält?

    Es ist, wie wenn wir in einer Schüssel Wasser schwimmen, wo der Dreck sich unten abgelagert hat – aus vergangenen Leben, aus verdrängten und vergessenen Inhalten. Da wir auf der Oberfläche schwimmen, halten wir das Wasser für klar. Und nun beginnt man, sich mit sich selbst zu beschäftigen, und auf einmal kommt ein Riesenlöffel und rührt das Ganze um – und wir merken auf einmal, in was für einer Drecksoße wir schwimmen.
    Jetzt ist ein Wegweiser ganz gut – weil wir in der Brühe nichts mehr sehen. Vorher war das kein Problem. Wobei die Wegweiser „Psychologie“ und „Esoterik“ in verschiedene Richtungen weisen – aber im allgemeinen ist es vernünftig, erstmal den in Richtung Psychologie und Heilung des Persönlichen zu gehen.

    Menschen, welche nur der unerträglichen Erde entfliehen wollen, fliehen auch vor ihren eigenen, dunklen Inhalten. Wer das eine nicht kann, kann auch das andere nicht. Wie sollte das funktionieren?

    Das Seltsame ist, daß viele, die von Vollkommenheit reden, nur die Hälfte der Welt meinen – die lichte Seite. Um vollständig zu werden, muß man auch den Vergewaltiger, den Massenmörder, den Egoisten, den Trägen in sich erkennen. Der Mensch trägt den GANZEN Kosmos in sich – aber eben nicht nur den einen Teil.

    Wenn dieser dunkle Teil in sich selbst nicht klar erkannt wird, dann ist ein Weiterkommen fast unmöglich. Das Dunkle fordert dann immer wieder sein Recht ein, auch deswegen sind so viele Schnellerleuchtete auf eine mehr oder weniger subtile Art arrogant, machtergreifend, missionarisch oder auf heuchlerische Art und Weise demütig.

    Esoterik ist meiner Ansicht nach das Schwerste, was ein Mensch auf sich nehmen kann. Aber auch das Einzige, wo der Mensch wirklich lebt. Die Anderen vegetieren, in ihren Vorstellungen gefangen.

    Noch kurz zu den Religionen, die vielleicht auch ihre Berechtigung haben und vielleicht sogar etwas mit Spiritualität zu tun haben. Ich krieg‘ nochmal die Krätze – aber ich kann es verstehen. Der Ursprung der Religionen, ob Jesus, Buddha, Lao-Tse oder andere, war immer spirituell. Was Menschen dann daraus machen, ist eine völlig andere Sache. Wo, frage ich, gibt es denn irgendwo eine Übung oder eine Anleitung, die nicht den inneren Religionen entnommen ist? Wo gab es erwachte Menschen, die nicht einen traditionellen Weg unter Leitung eines Lehrers gegangen sind? Mir selbst sind nur drei bekannt: Jesus, Ramana Maharshi, und vielleicht Mutter Meera, die in der Gegend von Limburg wohnt.
    Dies sind die ganz seltenen Menschen, die direkt von Gott lernen. Aber wir sollten nicht annehmen, daß wir dazugehören.

    In den Traditionen kommt noch etwas dazu: Die unsichtbare Kraft und Belehrung, die der Lehrer auf den Schüler überträgt. In einer echten Tradition hat sich die Kraft über Jahrtausende gebündelt. Der Schüler ist also – durch die Anbindung – mit einer Kraft verbunden, die ihm entscheidend auf seinem Weg helfen kann.

    Es heißt, die Heiligen Bücher hätten mindestens sieben Ebenen des Verständnisses. Meist bleibt man auf der ersten hängen. Das ist dann die äußere Religion, aber auch das macht Sinn – es sind dann halt die religiösen Gebote. Aber besser, jemand mordet seinen Nachbarn aus Angst vor der Hölle nicht wie andersrum. Über das Niveau kann man natürlich dann streiten…

    Also, packen wir’s an…

    Viele Grüße
    Matthias

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