Auf der Suche nach Bridey Murphy

mystikum

Morey Bernsteins Buch über seine Hypnose-Erfahrungen mit der Hausfrau „Ruth Simmons“ (Pseudonym von Virginia Tighe) war eins der spektakulärsten frühen Bücher zum Thema „Reinkarnation“. Bernstein beschreibt darin, wie er Simmons/Tighe durch Hypnose in ein früheres Leben ins Irland des neunzehnten Jahrhunderts zurückversetzte. Simmons, die vorher nie in Irland gewesen war, beschrieb in Trance viele Details des irischen Landlebens der damaligen Zeit, die von Historikern in mühevoller Kleinarbeit als zutreffend bestätigt wurden.

Den endgültigen Beweis für die Existenz einer „Bridey Murphy“ konnten sie allerdings nicht erbringen. Bernsteins Buch löste in den fünfziger Jahre in den Vereinigte Staaten eine regelrechte „Bridey-Murphy-Hysterie“ aus. Die Original-Tonbandprotokolle der Sitzungen wurden als Schallplatten verkauft, und es gab sogar Bridey-Murphy-Songs. Hypnose-Zirkel schossen wie Pilze aus dem Boden. Die Diskussion um die Reinkarnationslehre breitete sich von Amerika aus nach Europa und schließlich weltweit aus.

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„Heute Abend will ich einen neuen hypnotischen Versuch machen, einen Versuch, wie ich ihn noch niemals unternommen habe. Das Medium ist  Ruth Simmons“

(Bernstein, Morey: Protokoll einer Wiedergeburt. Gütersloh/Stuttgart/ Wien 1965/1973, S. 7)

Diesen Eintrag finden wir im Tagebuch des Hobby-Hypnotiseurs Morey Bernstein. Zuvor hatte Bernstein Personen in frühe Stadien ihres Lebens zurückgeführt. Doch diesmal wollte er die Schwelle der Geburt überschreiten. Heute wissen wir, dass „Ruth Simmons“ ein Pseudonym für Virginia Tighe ist. Virginia Tighe war in Madison in Wisconsin geboren worden und lebte von ihrem dritten Lebensjahr an bis zur ihrer Hochzeit in Chicago.

Nachdem Bernstein sie in ihre Kindheit zurückgehen ließ, überschritt er erstmals die Grenze der Geburt, und nach Bernsteins Aufforderung, zu erzählen, was sie dort sehe, antwortete Virginia Tighe, dass sie die Farbe von ihrem Bett, das frisch gestrichen war, abkratzt. Danach stellte Bernstein die Frage: „Wie heißt Du?“ Die Antwort klang wie „Friday“. Friday Murphy. Virginia erklärte, dass sie in Cork wohne und ihre Mutter Kathleen hieße, während ihr Vater den Namen Duncan Murphy trage.

Weiter benannte sie einen Bruder, der ebenfalls Duncan hieß. Virginia gab an, in einem Holzhaus zu wohnen, das zwei Stockwerke hat. Das Land, in dem sie lebte, war Irland. Ein weiterer Bruder sei als Baby „an etwas Schwarzem“ gestorben. Virginia Tighe deutete an, dass „sie“ im Jahr 1806 lebte. Ihr Vater sei Rechtsanwalt gewesen.

Sie benutzte dafür den Ausdruck „Bannister“, der im Amerikanischen unüblich war. Er arbeite in Cork. Die Hypnotisierte gab an, vier Jahre alt zu sein.Sie erzählte, dass sie wie ihr Bruder Duncan rotes Haar habe. Als Bernstein sie fragte, warum sie „Friday“ genannt wurde, korrigierte Virginia ihn und sagte, dass sie „Bridey“ hieße – nach ihrer Großmutter Bridget. Brideys Familie wohne draußen vor dem Ort.

Als sie zu einem Alter von 15 Jahren geführt wurde, erzählte sie, dass sie zu „Straynes Internat“ ginge und die ganze Woche von zuhause weg war.Auf Bernsteins Frage hin antwortete Virginia, dass „sie“ einen Brian McCarthy heiraten würde. Der Vater dieses Mannes sei ebenfalls Rechtsanwalt und Brian ginge in Belfast in eine Schule. Die Ehe sei glücklich gewesen, blieb allerdings kinderlos.

„Bridey“ war von Cork nach Belfast gezogen. Brians Eltern würden in Cork wohnen, doch die Großmutter wohne in Belfast. Bridey würde mit Brian in einem Häuschen hinter ihrer Villa wohnen. Sie mochte Belfast jedoch nicht so sehr wie Cork. Befreundet waren sie mit einem Ehepaar: Mary Catherine und Kevin. Sie gingen in die St. Theresa-Kirche in Belfast. Der Pfarrer hieß „Father John“. Bridey war protestantisch, ihr Mann katholisch.

Virginia kannte in ihrem hypnotischen Zustand irische Wörter wie „colleen“ (Mädchen) oder „brate“. Dies sei ein kleiner Becher, aus dem man trinke, wie die hypnotisierte Virginia erklärte. Weiter beschrieb sie irische Bräuche.

Das Leben nach dem Tod

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Bernstein führte Virginia Tighe in die Zeit vor Bridey Murphys Geburt zurück, und sie berichtete von einem Mädchen – einem ganz kleinen Baby, das gerade stirbt – sie selbst. Sie habe eine Krankheit und lebe in Amerika – in New Amsterdam, dem heutigen New York. Ihre Mutter hieße Vera und ihr Vater John. Der Nachname klang wie „Jamieson“.

Bernstein versuchte, Virginia in ein noch weiter zurückliegendes Leben zurückzuführen, doch sie erinnerte sich an nichts.

Danach führte Bernstein sie wieder zu ihrem Leben als Bridey Murphy zurück, wo sie auf sein Fragen hin ihren Tod beschrieb. Sie fiel auf der Treppe und brach sich dabei wohl irgendwelche Knochen in der Hüfte. Sie empfand sich als eine schreckliche Last. Zu diesem Zeitpunkt war sie 66 Jahre alt. Bridey wollte nicht mehr weiterleben und dämmerte schließlich dahin. Ihr Todestag sei ein Sonntag gewesen. Brian war in der Kirche, als sie starb.

Virginia sagte: „Brian war in der Kirche, und er war schrecklich aufgeregt, weil er nicht bei mir gewesen war.“ Bernstein fragte sich, woher Bridey denn wissen konnte, dass Brian sich aufregte, wenn sie doch gar nicht mit ihm in der Kirche war. Bernstein sah nur eine Möglichkeit: „Die Bemerkung wurde verständlich, wenn Bridey in irgendeiner Weise wusste, was nach ihrem Tode geschehen war.“ Er wollte dieser Sache nachgehen, und fragte Virginia/Bridey, was nach ihrem Tode geschah.

Sie antwortete: „Ich tat nicht, was Father John gesagt hatte… Ich schwebte nicht ins Fegefeuer.“ Stattdessen blieb sie „einfach im Hause“, bis auch Father John starb. Nach dessen Tod habe sie mit ihm gesprochen. Virginia berichtet, dass sie nun nach Cork zurückging. Dort sah sie ihren Bruder Duncan als alten Mann. „Bridey“ versuchte mit ihm zu sprechen, doch es gelang ihr nicht, Kontakt zu bekommen. Als Duncan starb, kam er nicht zu Bridey.

Stattdessen sah sie viele, die sie nicht gekannt hatte. Und sie sah ihren kleinen Bruder, der als Baby gestorben war. Das Leben nach dem Tod empfand Bridey nicht angenehmer als das Leben vor dem Tod. „(…) es war nicht… erfüllt genug… eben… ich konnte nicht alles tun… konnte nichts schaffen und… konnte mit niemandem lange sprechen. Sie gingen fort… blieben nicht sehr lange.“

An diesem Ort brauchte sie nie zu essen und nicht zu schlafen. Sie beschrieb nun, wie sie diese Welt wieder verließ und in Wisconsin wiedergeboren wurde. Auf eine Suggestivfrage: „Und dann also erinnerst du dich, dass du noch als Baby gestorben bist?“, fiel sie jedoch nicht herein, sondern antwortete: „…Nein… nicht als ich in Wisconsin war.“

IRLAND

Bernstein hatte oft versucht, sie aufs Glatteis zu führen, doch es gelang ihm nie, sie in Widersprüche zu verwickeln. Wieder zurückgeführt in ihr Leben als Bridey Murphy berichtete sie, dass sie sehen konnte, wie ihre Leiche begraben wurde. In einer zweiten Sitzung erinnert sich Virginia Tighe an einen Ausflug, den sie als „Bridey Murphy“ unternommen hatte. Der Ausflug ging zu einem Ort namens Antrim, der am Meeresstrand gelegen haben soll.

Sie beschrieb sich als zehn Jahre alt und berichtete, dass sie von ihren Eltern und ihrem Bruder Duncan zu diesem Ausflug mitgenommen worden sei. Virginia beschrieb Antrim. Wenn man von Cork nach Belfast reise, führe man durch einen Ort namens Carlington. Außerdem käme man durch die Schluchten von Antrim in nördlicher Richtung.

Als Bernstein sie nach Flüssen in Irland fragte, sagte sie ihm, dass er „Loughs“ an Stelle von „Flüssen“ sagen solle. Und sie verwies auf den Lough Carlingford und den Lough Foyle. Nach einem See befragt, gab sie ebenfalls „Foyle“ an. Als Bernstein nachhakte, ob es sich dabei nun um einen Fluss oder einen See antwortete, bekam er wieder die Antwort: „Sagen Sie nicht Fluss.“

Brians Vater hieß nach Virginia Tighes Angaben John MacCarthy. Noch einmal auf das Ehepaar Catherine und Kevin befragt, das sie in der ersten Sitzung erwähnte, nannte sie diesmal auch einen Nachnamen: Moore.

Bernstein fragte Virginia nun, ob sie irgendetwas angeben könne, das beweise, dass sie damals in Irland gelebt habe, und sie gab zur Antwort, dass in der Belfast Newsletter etwas über Brian stehen müsste. Er habe einige Zeit an der Queen’s University in Belfast gelehrt. Bei ihrer Hochzeit sei das Aufgebot ausgehängt worden. In Belfast wohnte Bridey ungefähr zwanzig Minuten Fußweg von der Theresa-Kirche entfernt, gab Virginia an.

Nach ihrer Adresse befragt, sagte sie „Die Wiesen (Meadows). Als sie 47 Jahre alt war, herrschte eine Not, die sie wie folgt beschrieb:

„Nun, die Leute im Süden … äh … sie wollten mit England nichts zu tun haben. Sie … sie alle … wollten keine Abgeordneten schicken, nichts mit ihnen zu tun haben. Wir … die Leute mochten nicht Gälisch sprechen. Auch Großvater wollte nicht gälisch sprechen, er sagte: ‚Das Gälische taugt nur für die Bauern. Sprich nicht gälisch – das ist nur etwas für die Bauern.’“ (Bernstein 1965/1973, S. 128)

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DIE “GEISTERWELT”

Dieser Großvater hieß wie ihr Bruder Duncan. Auf Krieg befragt, der sich während Brideys Lebenszeit abspielte, sagte Virginia: „Oh … mir fällt etwas ein …mit Cuchulainn.“ Er soll ein irischer Held gewesen sein, der „tapferste und stärkste Held“, der, als er sieben Jahre alt war, große Männer niederschlug. Mit 17 soll er ganze Armeen aufhalten gekonnt haben. Davon sei Bridey von ihrer Mutter erzählt worden. Darauf befragt, sagte „Bridey“, dass sie auch schon von Amerika gehört hätte – Bekannte ihrer Eltern seien nach Pennsylvania ausgewandert.

In der Welt, in der sich Bridey nach ihrem Tod befand, hatte sie ihre Mutter nie gesehen. Ihr Vater sagte zu ihr, er habe sie gesehen. Nach Cork kam sie, indem sie es sich einfach „wünschte“. Sie konnte Brians Gedanken lesen. Ihren kleinen Bruder sah sie nach dem Tod als ein kleines Kind, das allerdings sprechen konnte, was er zu seinen Lebzeiten noch nicht konnte. Er habe keine Kleidung getragen. In der Geisterwelt habe es weder Temperatur noch Kriege gegeben.

„Bridey“ konnte weder tasten noch riechen oder fühlen, sehen konnte sie jedoch. In dieser Welt war immer eine Art Licht, es gab weder Tag noch Nacht. Es gab dort keinen Tod, nur einen Übergang in eine andere Existenz. Es gab keine Krankheiten und keine Gesetze, auch keine Anweisungen. Nach dieser Sitzung kam Bernstein auf den Gedanken, dass „Bridey Murphy“ möglicherweise ein besonderes Talent besaß, das Virginia Tighe nicht hatte.

In der dritten Sitzung sagte Virginia, dass sie in der Geisterwelt von ein paar Frauen gesagt bekommen hätte, dass sie wiedergeboren werden würde. Geschlechtsunterschiede gab es in dieser Welt nicht, aber man wusste, wer Mann und wer Frau war. In der „Geisterwelt“ konnte sie sich erinnern, wie sie als Bridey Murphy einen Tanz übte: den Jig. Kranke habe sie in der Geisterwelt nicht gesehen.

Dort habe die Zeit keine Rolle gespielt. Sie konnte dort in die Zukunft sehen. Zurückgeführt in ihr Leben als Bridey Murphy sah Virginia Tighe „ihren“ siebten Geburtstag. Sie berichtete weiter, dass sie nach ihrer Hochzeit mit einer Pferdekutsche nach Belfast gefahren sei. Sie kam dabei durch einen Ort namens Bourne.

Weiter sei sie durch einen Ort namens Balings (oder Bailings) Crossing gefahren. Sie konnte einige Worte in Gälisch sagen: banshee (Fee) und Tup (Holzkopf). Nun fragte Bernstein Virginia nach einer besonderen Begabung: Es war das Tanzen. Besonders gern tanzte sie den „Morgen-Jig“. Bridey konnte auch die Leier spielen. Und sie beschrieb ein Spiel namens „Fancy“, das mit Karten und einem Brett gespielt wurde.

ERINNERUNGEN

Für ihren Mann kochte sie gern sein Lieblingsgericht: gekochtes Ochsenfleisch mit Zwiebeln, nach ihren Angaben ein irisches Gericht. Weiter erinnerte sich Virginia als Bridey an eine Seilerei und eine Tabakfabrik, deren Name mit „J“ begann. Weiter nannte sie das Cadenn’s House: ein Geschäft für Damenbekleidung. Interessanter Weise konnte „Bridey“ sich nicht an die Queens University erinnern, an der Brian Vorträge gehalten hatte. Sie sei nie mit ihm dort gewesen.

Die Hypnotisierte kam nun wieder auf das Wort „Lough“ zu sprechen. Es bedeute eine Wasserfläche. Auf „ihre“ Beerdigung und ihren Grabsteine angesprochen, sagte Virginia, dass die Jahreszahl „1864“ darauf zu lesen war. Bernstein suggerierte Victoria, nach dem Aufwachen den Morgen-Jig zu tanzen.

Nach einigen Versuchen tanzte sie tatsächlich. Murphy: „…ihr Körper bebte voller Lebhaftigkeit, ihre Füße flogen in einem raschen Tanz, und dann endete der Tanz anscheinend mit einer Figur, bei der sie die Hand an den Mund presste.“ Es gelang Bernstein, einige Aussagen aus der Hypnose zu verifizieren. Zuvor konnte bereits in Nachschlagewerken einiges gefunden werden wie die „Belfast News Letter“, die Queen’s University, die Sage von Cuchulainn sowie die Leiden der Deirdre.

Andererseits konnte die Stadt Bailings Crossing zunächst nicht verifiziert werden. Auf keiner Karte war sie zu finden. Erst als Bernstein bei einem Freund auf Long Island zu Besuch war, kam er ins Gespräch mit der Nachbarin seines Gastgebers. Wie es der sprichwörtliche Zufall so will, erzählte die Frau, dass sie während der Zeit des Zweiten Weltkriegs einige Jahre in Irland verbracht hatte. Bernstein fragte spontan: „Haben

Sie zufällig einmal den Namen Bailings Crossing gehört?“ Die Dame antwortete: „Natürlich. Da bin ich öfters mit meinem Fahrrad durchgekommen.“ Der Ort war auf keiner Karte zu finden, weil keine von ihnen groß genug war, um jede Kreuzung (Crossing) in Irland identifizieren zu können. Bei einem Gespräch mit einer anderen Frau fiel Bernstein deren irischer Dialekt auf, und es stellte sich heraus, dass sie in Irland geboren worden war – und auch sie war mehrfach durch Bailings Crossing gekommen.

Doch die Theresa-Kirche konnte auf keinem Stadtplan gefunden werden. Niemand wusste etwas über diese Kirche. Schließlich erfuhr Bernstein, dass es doch eine katholische St.-Theresa-Kirche in Belfast gab.

SCHWIERIGE RÜCKFÜHRUNG

In dieser Kirche sei Father John Priester gewesen. Bernstein hakte nun nach und wollte wissen, an welcher Straße die St. Theresa-Kirche lag. Virginia antwortete : „An der Hauptstraße“ (main way) und äußerte, dass sie hinter der Dooley Road lag – hinter der Dooley Road auf der Hauptstraße. Murphy und Brian wohnten hinter einer Villa in einem Häuschen. Die Villa lag an der Dooley Road. Man brauchte fünf Minuten zur Kirche.

Brian habe als Rechtsanwalt bei seinem Vater gearbeitet. Er habe aber nicht direkt im Büro des Vaters gearbeitet, sondern dieser hätte ihm die Adressen von Leuten auf dem Land gegeben. Bridey wusste sehr wenig von seiner Arbeit, er wollte ihr davon nichts sagen. Als Bernstein sie nach einem Druckstück fragte, das beweisen könne, dass Virginia tatsächlich schon einmal als Bridey Murphy gearbeitet hatte, begann sie heftig zu niesen.

Lag sie davor ausgestreckt auf dem Sofa, so riss das gewaltige Niesen sie jetzt in sitzende Stellung hoch. Die Augen hatte sie weit geöffnet. Nun fragte Virginia nach einem „linen“. Nach einer Weile kam Bernstein dahinter, dass sie damit ein Taschentuch meinte. Nur mit Schwierigkeiten gelang es Bernstein, sie ins jetzige Leben zurückzuführen, um sie schließlich aus der Hypnose herauszuführen.

Einen Hinweis auf das Wort „brate“ konnte Bernstein nicht finden. Doch als er einer bekannten Schriftstellerin die Stelle des Bandes vorspielte, an der Virginia von dem „Wunsch-Becher“ erzählte, berichtete sie, dass sie Antiquitäten sammle und solch einen kleinen Becher aus Metall besäße. Die korrekte Bezeichnung sei allerdings „quait“ gewesen.

Auf der Suche nach dem Wort „tup“ konnte Bernstein keinen Hinweis darauf finden, dass dieses Wort „Holzkopf“ bedeutete. Im Wörterbuch fand er die Bezeichnungen „Widder“ und „Rammbock“. In Roget’s Thesaurus fand er allerdings „tup“ als Bezeichnung für bestimmte männliche Wesen. Allerdings stand nicht dabei, von wo und wann der Ausdruck stammte.

Bernstein initiierte nun eine vierte Sitzung. Hier berichtete Virginia, dass „sie“ und Brian nicht in einer Kirche heiraten konnten, sondern dass die Hochzeit in einem „Häuschen“ stattfand. In der Kirche hätte sie nur dann verheiratet werden können, wenn sie in die katholische Kirche eintreten würde, sagte Father John, an dessen Nachnamen – Gorman – sie sich nun auch erinnern konnte. Doch in die Kirche eintreten wollte sie nicht.

TATSACHEN

In einer fünften Sitzung führte Bernstein Virginia Tighe zum Zeitpunkt der Beerdigung von Bridey Murphy zurück. Als Virginia beschrieb, wer alles anwesend war, sprach sie von einem „Mann, der die Pfeifen bläst.“ Dabei ging es um die Uillean Pipes, ein volkstümliches irisches Blasinstrument. Auf dem Grabstein las Virginia „Bridget… Kathleen … M … MacCarthy“.

Das „M“ stand für Murphy, nach Jahreszahlen auf dem Grabstein befragt, erkannte sie die Zahlen 1, 7, eine „9“ und eine „8“ sowie einen Strich (dabei machte sie mit dem Finger eine Bewegung, als wenn sie einen Strich zöge, wieder eine „1“ und eine „8“, dann eine „6“ und eine „4“.

Anschließend fragte Bernstein sie, ob ein Totenschein ausgestellt worden oder eine Todesanzeige aufgegeben worden sei. Die Antwort bestand jedoch lediglich aus einem fast gequälten „Ach, warum fragen Sie denn nicht Father John?“ Virginia erwähnte dann, dass Brians Vater John hieß. Auf die Frage, wie Brian MacCarthys Onkel hieß, sagte Virginia: „Sein Vater war wütend, dass er eine Orange heiratete“ und fragte, ob Bernstein überhaupt den Onkel meinte, der eine Orange geheiratet habe. Der Name des Onkels war „Plazz“.

Brians Mutter sei gestorben, und er hätte einen Bruder gehabt, der ein stilles Kind war. Als die Mutter der beiden gestorben war, kam er zu seiner Großmutter. Bernstein fragte, ob dieses stille Kind älter als Brian war. Virginia sagte: „Oh, jünger.“

Und nachdem Bernstein daraus schloss, dass Brian der Älteste war, sagte sie: „Brian hätte doch gar nicht geboren werden können, wenn die Mutter vorher gestorben wäre!“ und kicherte dabei. Bernstein konfrontierte Virginia nun mit der Tatsache, dass die „Queen’s University“, an der Brian unterrichtet haben soll, eine protestantische Einrichtung war, während Brian doch katholisch war. Virginia erklärte, dass er Rechtswissenschaft unterrichtete und nicht etwa Religion.

Als einen anderen Lehrer an dieser University nannte Virginia einen William Mc Clone, sowie die Namen „Fitzhugh“ und „Fitzmaurice“. Nun machte Bernstein Virginia darauf aufmerksam, dass die Universität erst ab dem Jahr 1847 den Namen „Queen’s University“ trug. Brian müsste damals mindestens 50 Jahre alt gewesen sein und mit seinem Vater zusammengearbeitet haben. Die Sprache kam jetzt wieder auf den Belfast News Letter. Brian habe die Artikel selbst geschrieben und es sei dabei um verschiedene Fälle gegangen.

Seit 25 Jahren habe er für den Belfast News Letter geschrieben. Auf Nachfrage konkretisierte Virginia, dass sie etwa 25 Jahre verheiratet waren, als Brian anfing, für das Blatt zu schreiben, möglicherweise schon länger. „Bridey“ erklärte, dass sie Lebensmittel bei „Farr“ eingekauft habe. Dies sagte sie in breitem Irisch. (Der irische Dialekt ist schon bei vorigen Sitzungen an manchen Stellen zeitweise deutlich hervorgetreten.)

GEMEINSAME REISE

Virginia erwähnte eine Tafel, die in der St. Theresia Kirche aufgehängt worden war, als sie heirateten. Auf ihr soll „alles“ über Brian gestanden habe. „Bridey“ erinnerte sich an ihr Lieblingslied: „Londonderry Air“ und ein weiteres Lied namens „Sean“, das von einem Jungen handelte. Sie las gerne Gespenstergeschichten und erinnerte sich an einen Dichter namens „Keats“, der tatsächlich ein bekannter irischer Lyriker war und von 1795 – 1821 lebte.

Ein Buch, das Bridey von ihm gelesen hatte, hieß „The Green Bay“. Zum Tanzen ging Bridey zu Mrs. Strayne, die einen Saal hatte. Sie tanzte gern den Sorcerer’s Jig, einen schnellen Tanz. Ihr Heiratsdatum konnte „Bridey“ nach einiger Überlegung und Rechnen auf „1818“ datieren. Damals sei sie zwanzig gewesen. Als Brian und sie mit der Hochzeitskutsche nach Belfast fuhren, seien sie durch einen Ort namens „Doby“ ge- kommen. „Bridey“ erinnerte sich, dass sie auf der Leier den „Feentanz“ und den „Morgen Jig“ geübt habe.

Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt habe Brideys Vater noch ein wenig „geackert“. Während der sechsten und letzten Sitzung fragte „Bridey“ unvermittelt: „Wer sind Sie? “ Bernstein war verblüfft und antwortete: „Ich bin dein Freund. Ich bin dein Freund.“ „Bridey“ erwiderte: „Wir sind zusammen gereist.“

Während dieser Sitzung nannte Virginia Brians zweiten Vornamen. Er lautet Sean. Sie sprach es allerdings nicht wie das gälische „Shawn“ aus, sondern wie „Sii-än“. Weiter war er auf „Joseph“ getauft – er hieß mit vollem Namen Sean Brian Joseph MacCarthy. Brian und Bridey seien erst in Cork und später noch einmal in Belfast getraut worden, doch die zweite Trauung verschwieg Bridey ihren Eltern. Sie nahm nicht die katholische Konfession an und wurde auch nicht in der Kirche, sondern in Father Johns Wohnung getraut.

Brians Großmutter habe Delilinan geheißen. Lebensmittel habe sie bei „Carrigan“ eingekauft. Einige Briefe, die sie von zuhause bekam, habe sie in ihrem Häuschen aufbewahrt.

In der Mai-Ausgebe geht es mit dem 2. Teil weiter

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imageRoland M. Horn

Roland M. Horn wurde am 16.02.1963 in Erbach/Odw. geboren. Seit seiner Jugend interessiert er sich für die Rätsel dieser Welt. Der Autor schrieb zahlreiche Artikel für verschiedene Fachzeitschriften und Anthologien. Seine bekanntesten Bücher sind: image

Leben im Weltraum ° 2000 Der große Umbruch?° UFO-Sekten (zusammen mit Lars A. Fischinger) °Erinnerungen an Atlantis ° Gelöste und ungelöste Mysterien dieser Welt ° Sie kamen aus der Zukunft °Das Erbe von Atlantis ° Geheimagenten aus der Zukunft ° Rätselhafte und phantastische Formen des Lebens ° Rätselhafte Persönlichkeiten des vergangenen Jahrtausends ° Sie sahen aus wie Untertassen ° Atlantis: Alter Mythos – Neue Beweise °

Apokalyptische Endzeit °Reinkarnation ° Der letzte Atlanter (Novelle, zusammen mit Daniela Mattes ° John A. Keel und der Stein der Weisen

Dazu kommt das Ebook Menschheitsrätsel:

Von Atlantis bis zum Sirius

Er ist stellvertretender Redaktionsleiter bei dem Internetportal www.atlantisforschung.de. Er lebt heute mit seiner Familie in Kleinblittersdorf an der Saar

Quelle dieses Beitrages:

http://www.mystikum.at/downloads_ausgaben/Mystikum_April_2014.pdf

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© Steven Black

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