Von der spirituellen Krise zur spirituellen Wandlung

geschrieben von Angela

Spirituelle Krisen sind „anders“ als Krisen, von denen man gemeinhin spricht. . Mit „normalen“ Krisen sind wir Menschen bestens vertraut. Wir können zum Beispiel durch den Verlust eines geliebten Menschen, durch Traumata, durch schwere Krankheiten oder Ängste, die sich auf eine Lebenssituation beziehen, in eine tiefe Krise geraten.

Solche Lebenskrisen geschehen nie ohne  Anlass oder Grund, sie erreichen uns stets von außen. Eines Tages treten wir aus der Krise heraus und sind erleichtert.  Wir können ein wenig gereifter, klüger  oder vorsichtiger sein, doch im Grunde unseres Wesens haben wir uns nicht verändert und das wird auch von anderen nicht so empfunden. Diese Krisen sind etwas, was wir überwinden wollen und auch müssen.

Ganz anders verhält es sich bei einer spirituellen Krise, die wir eigentlich mehr als „Wandlung“ bezeichnen sollten.  Sie ist  eher selten und auch wenn Verwandte oder Ärzte eine psychische Krankheit diagnostizieren wollen, wird sich der Betroffene entschieden dagegen verwahren. Er spürt instinktiv, dass größere Kräfte in ihm wirken und nach außen drängen. Die spirituelle Krise  ist auch eine seelische Krise im eigentlichen Sinne, doch  im Gegensatz zu einer „normalen“ Krise verändert sich danach der Mensch in radikaler Weise.  

In einer Sinn-Krise  kommen wir in Berührung mit spirituellen Dimensionen , die wir bisher nur erahnt – oder darüber gelesen haben. Dadurch bricht unser bisheriges Weltbild zusammen, alles, was vorher sicher erschien, ist jetzt nicht mehr sicher. Die ganze Weltsicht verändert sich und dieses Erleben kann eine erschreckende Wirkung auf uns ausüben. 

Wie äußert sich nun eine spirituelle Krise? Anfangs verspüren wir ein Unbehagen, dass etwas in unserem Leben nicht mit unserem Weltbild übereinstimmt. Wenn wir erkennen, dass es darauf ankommt, dass wir unser Ego für unser großes Selbst aufgeben müssen, werden wir oft verwirrt. Es ist unser Wunsch, sich an etwas „festzuhalten“, seien es Religionen oder liebgewonnene spirituelle Lehren.

Dieser Wendepunkt ist der schwerste und schmerzhafteste Prozess, er verlangt von uns, einen Teil der eigenen Identität loszulassen .Meist wissen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht, was letztendlich an die leere Stelle treten wird, wir steuern auf etwas völlig Unbekanntes zu. Das kann sehr beängstigend sein.

Spirituelle Krisen müssen nicht immer dramatisch verlaufen, sie können auch sehr sanft auftreten in einer allmählichen Veränderung der Lebensanschauung und Gottesvorstellung. Doch es ist ebenso gut möglich, dass sie sich in seltsamen Erfahrungen äußern, die wir nicht einordnen können.

Auf unserer Suche nach dem Sinn unseres Lebens kommen wir in Berührung mit vielen spirituellen Praktiken und Lehren und manche Menschen besonders hier im Westen suchen dabei extreme Erfahrungen, wecken ihre Kundalini, ihre Chakren, machen komplizierte Atem-Techniken oder meditieren stundenlang. Auf ungewöhnliche Erlebnisse sind sie oft nicht vorbereitet und geraten durch verstörende Ereignisse in spirituelle Krisen. 

Da tritt dann schnell Angst auf, dass sie möglicherweise auf dem Weg in den Irrsinn sind  oder in eine psychische Krankheit abrutschen. Von der Medizin oder der herkömmlichen Psychologie ist kaum Hilfe zu erwarten, sie behandelt die Symptome, beruhigt den Betroffenen und unterdrückt damit die seelische Wandlung. Deshalb legt man in den asiatischen Religionen so großen Wert auf einen Guru , Lehrer oder Meister, der einem durch diesen Prozess, den man auch „die dunkle Nacht der Seele“ nennt, helfen kann.

Eine spirituelle Krise ist immer ein Geburtsprozess und kann ebenso wie die Geburt eines Kindes problematisch verlaufen. Wir sollten auf einem intensiven spirituellen Weg unbedingt damit rechnen, dass neuartige Eindrücke in unser bisheriges Leben eintreten, die erst einmal schwer zu verstehen sind.

Das kann sich durchaus in Form von physischen und psychischen  Störungen , wie ekstatischen Zuständen, vegetativen Symptomen, Halluzinationen, Ängsten, Depressionen  oder auch Kopf-Rücken und Gliederschmerzen auswirken.

Ich habe selbst einmal vor vielen Jahren ein merkwürdiges Erlebnis nach einem intensiven spirituellen Seminar mit einer Praktik zur Erweckung der Kundalini gehabt. Nachdem ich wieder zuhause war, rutschte ich ganz plötzlich – zum Glück nur kurz, weil damals völlig unvorbereitet – in eine andere Dimension und „erlebte“ andere Menschen, die miteinander sprachen.

Das erschreckte mich zu dieser Zeit maßlos und von dem Moment an verfolgte ich diese Praktiken nicht mehr. Zur Kundalini-Praxis habe ich folgenden Text im Internet gefunden:

Kundalini

Kundalini, bzw. Kundalini-Shakti wird in der indischen Tradition die (weibliche) göttliche Energie (Schlangenkraft) genannt, die zunächst zusammengerollt und „schlafend“ im untersten Teil des Rückens vorhanden ist. Wird sie durch bewusste spirituelle Praxis, durch extreme Lebenserfahrungen oder spontan „geweckt“, dann beginnt sie ihren Aufstieg durch einen von mehreren möglichen feinstofflichen Energiekanälen mit dem Ziel, sich mit Shiva (ihrer männlichen Entsprechung) im Kronenchakra (oberstes Energiezentrum) zu vereinigen.

Auf diesem Weg werden Blockaden beseitigt und die Energiezentren und Kanäle von Altlasten gereinigt. Sowohl der Aufstieg selbst als auch der Reinigungsprozess, können (müssen aber nicht) mit erheblichen körperlichen und psychischen Sensationen und Störungsphänomenen einhergehen.

Wenn die Kundalini-Kraft jedoch durch adäquate Praxis und Lebensführung (über viele Jahre) unterstützt wird, dann findet sie ihren Weg alleine, zu dem nach der Vereinigungserfahrung auch der Wiederabstieg in die unteren Energiezentren gehört.

Das Kundalini-Modell bietet im Zusammenhang mit spirituellen Krisen eine Erklärung für außergewöhnliche körperliche Sensationen (Zittern, vegetative Symptome, Frieren, Hitzeempfindungen, Taubheitsgefühle usw.) und auch viele psychischen Phänomene (z.B. das Aufsteigen alter traumatischer Erfahrungen)….. Quelle: Maria Anne Gallen, Praxis für transpersonale Psychologie und Psychotherapie.

 Es ist also wichtig, sich nicht unvorbereitet in extreme Bewusstseinserfahrungen zu stürzen und doch ist es möglich, die außergewöhnlichen Erfahrungen körperlich und seelisch zu verarbeiten, hindurch zu gehen und dadurch tiefe Einsichten und einen Zuwachs an Verstehen zu erleben. 

Durch die Bewältigung einer spirituellen Krise können wir unsere alte Identität loslassen und ein neues Selbstgefühl erringen. Das geschieht durch Annahme des Ist-Zustands und durch ein ungebrochenes Vertrauen in die Freundlichkeit des Universums oder das Vertrauen in eine Höhere Macht. 

Die Ereignisse  im seelischen Bereich geschehen niemals ohne einen besonderen Sinn . Etwas im eigenen Inneren drängt  nach Erweiterung und Verwirklichung. Wir können das nicht verhindern , es ist  fast immer unausweichlich, denn wir haben diesen Wunsch  nach Veränderung und Entfaltung selbst durch unser Sein ausgesandt. Solch ein – meist unbewusster Ruf- verhallt niemals ungehört, und es gibt auch immer Hilfe auf unserem Weg, wir müssen nur offen dafür sein.

Eine spirituelle Wandlung erkennen wir daran, dass wir  im Anschluss an unsere Krise,  Möglichkeiten und Fähigkeiten entwickelt haben, das Erkannte auch umzusetzen. . Dem Ende einer spirituellen Krise folgt dann eine nie erlebte Klarheit und eine neue Sicherheit im ganzen Wesen und im Umgang mit anderen Menschen.

So ist eine spirituelle Wandlung nicht leicht, aber im höheren Sinne ist sie wundervoll, denn das Ergebnis ist immer eine Heilung auf seelischer Ebene und eine Rückanbindung an das Göttliche Ganze. 

Alles Liebe von Angela

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@Steven Black

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12 Kommentare

  • Den Beitrag hab ich mit Interesse gelesen – ich werd das noch ein paarmal tun.
    Aber ich will schnell was erzählen – vielleicht gibts ja eine Meinung dazu:

    Vor einiger Zeit ist beim Baum schneiden ein kleiner Ast abgebrochen und hat mich an der Brust – etwa in Höhe des Schlüsselbeins erwischt.
    Nix grossartiges, ein kurzer Schlag an einer punktuellen Stelle.
    Aber danach war für kurze Zeit etwas „anders“.
    Mir war, als hätte ich diese Lebenssituation schon einmal erlebt.
    Das Gefühl konnte ich nicht festhalten, nicht überdenken – es war ein Moment, den ich auch kurz drauf nicht beschreiben konnte.
    Jetzt ist es mir grad wieder eingefallen.

    Seltsam, oder?

    Ingrid

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  • Oooooh …..

    … danke liebe Lumina,

    ich danke dir für diesen Beitrag.

    … „Nachdem ich wieder zuhause war, rutschte ich ganz plötzlich – zum Glück nur kurz, weil damals völlig unvorbereitet – in eine andere Dimension und “erlebte” andere Menschen, die miteinander sprachen. ….“ 😯

    … „eine Erklärung für außergewöhnliche körperliche Sensationen (Zittern, vegetative Symptome, Frieren, Hitzeempfindungen, Taubheitsgefühle usw.) und auch viele psychischen Phänomene (z.B. das Aufsteigen alter traumatischer Erfahrungen)…….“ 😯

    Ich danke dir für diesen, deinen, Beitrag. Er wäre die Erklärung für so einiges, vieles, was ich in den letzten Monaten so erlebt habe, gesehen habe und ganz besonders in den letzten drei Monaten. Ein „Anstupser“ mich nun doch einmal etwas genauer über diese Thematik – Kundalini – zu informieren. Danke 😉

    LG Veronika

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    • Liebe Veronika!

      Dank` Dir auch.
      Wie ich schon schrieb, können spirituelle Krisen sehr merkwürdig und beängstigend sein. Hast Du denn eine Praxis betrieben, die sich auf die Kundalini auswirkt? Manchmal allerdings erwacht sie auch einfach so….. ( die „Vorbereitung“ fand dann schon viel früher statt. )

      Liebe Grüße von Lumina

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      • Liebe Lumina,

        als ich heute Morgen deinen Beitrag las, ließen mich da sofort die paar Sätze nicht in Ruhe und ich hatte dann schon mal ganz kurz Google „befragt“. Gleich auf der ersten Seite die ich zu dem Thema fand, stand ….

        ….. „Um negative Folgen möglichst zu vermeiden, sind beim Erwachen der Kundalini-Energie die folgenden Überlegungen zu beachten: Kundalini-Energie kann durch Meditation, Yoga, Gebet, Körperübungen, Drogen oder durch irgendwelche persönliche Ereignisse mit einer starken emotionalen, traumatischen Komponente unwillkürlich freigesetzt werden. Aber auch bei Geburten, Menopause und gewissen asketischen oder sexuellen Praktiken wurde das Erwachen der Kundalini beobachtet. So erfreulich das Ereignis ….“

        Und weil da so 2-3 „Gründe“ zutreffen könnten ……..Deshalb schrieb ich meinen Kommentar.

        Nein, ich habe keine Praxis „betrieben“ die in irgendeiner Art auf die Kundalini wirkt. Dieses Thema hat mich auch noch nie großartig interessiert, weil ich da nicht bewusst irgendwie dranrumtun möchte. Ich sage mir immer, wenn die Zeit für mich „reif“ ist, dann wird geschehen was geschehen soll. Doch die „Ereignisse“ bei mir in letzter Zeit haben mich neugierig gemacht.

        Du sagst, …
        s“….. ( die “Vorbereitung” fand dann schon viel früher statt. )…“
        Wie meinst du das, ….. „Vorbereitung“ …… und „früher“ …? Wieviel ist „früher“? Wochen …… Monate ….. Jahre …… ? Und wie oder durch was wird man da vorbereitet? Ach, schon wieder so viele Fragen bei mir. 😕

        Liebe Grüße, Veronika

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        • Liebe Veronika !

          Mit dem bewussten Erwecken der Kundalini bin ich seit meinem Erlebnis vorsichtig geworden. Es ging dabei um eine bestimmte Atemtechnik. Ich würde es auch nie mehr allein üben, ein guter Lehrer oder Meister, wie man in Asien sagt, wäre m.E. vonnöten.

          Mit dem Wort „Vorbereitung“ meinte ich eigentlich nur, dass ein Mensch sich im Laufe seines Lebens so „vergeistigt“ hat ( ich weiß nicht, wie ich es sonst ausdrücken soll….), dass diese Energie einfach von sich aus hochsteigt.
          Wahrscheinlich trifft das aber auch auf die aufgeführten Beispiele bei Google zu, wo die Kundalini unwillkürlich aufsteigt und zuerst ein ziemliches seelisches Chaos im unvorbereiteten Menschen hinterlässt….

          Hier habe ich auch eine ganz gute Seite über das Thema gefunden: http://www.tantra-tradition.de/18.html

          Vielleicht kannst du damit Deine Erlebnisse vergleichen.

          Liebe Grüße von Lumina

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        • el eremitaño loco

          moin,moin Veronika
          gehe bitte ganz tief in dich und höre auf die innere stimme in dir. sie wird all deine fragen beantworten, wenn du dafür bereit bist.

          ganz liebe grüsse an alleswasist uwe

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          • Ja, ich weiß Uwe.
            Und ich zerbreche mir auch keinen Kopf mehr über oder wegen solchen und ähnlichen Fragen. Ich werde Antworten bekommen …. manchmal gleich ….. oft auch erst später, wenn die Zeit „reif“ für mich ist, wenn ich dafür bereit bin. 😉 …… so wie heute auch wieder „geschehen“ ist …..😀

            Ganz liebe Grüße auch an dich.
            Veronika

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  • Hallo, ich befinde mich seit ca 7 Monaten im Kundalini Prozeß . Es ist teilweise zum Verrücktwerden. Am schlimmsten ist für mich, dass von der Schulmedizin als Restless genital Syndrom bezeichnet wird. Alle anderen Symptome sind auch vorhanden. Leider findet man weder bei der Schulmedizin noch bei der alternativen Medizin, Hilfe und Unterstützung. Warum wird in den Blocks über Informationen des Kundalini- Syndrom, selten über das Restless genital berichtet? Es kann Männer und Frauen betreffen. Bei mir ist die Kundalini spontan erwacht und quält mich streckenweise sehr. Vor allem, weil man so alleine damit steht und sich auch niemanden anvertrauen mag. Wer versteht schon was, hier in Deutschland, von den Kundalini Zusammenhängen. Ärzten darf man schon garnicht damit kommen.
    Es scheinen ja immer mehr Menschen davon betroffen zu sein und die Aussicht, dass der Prozeß Jahre dauern kann, ist beängstigend.
    Wie soll ich mit diesen Beschwerden und ohne jegliche Hilfe, weiterleben. Es fällt sehr schwer auf Medikamente zu verzichten. Aber nach Berichten von anderen Betroffenen scheinen sie nicht oder nur kurzzeitig zu helfen.
    Die Kundalini- Energie zwingt einen immer wieder dazu, sich mit ihr auseinandezusetzen, bzw sie fliessen zu lassen.
    Es ist aber so schwer und anstrengend.
    Alles Liebe von mola

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