Valentinstag, der Tag der Liebe – oder?

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geschrieben von Catherine Burggraf:

In zwei Tagen ist es wieder soweit: am 14. Februar ist Valentinstag – der Tag der Liebe (angeblich!?).

An keinem anderen Tag im Jahr werden mehr Blumen verkauft: 200 Millionen Rosen sollen allein für den Valentinstag produziert und weltweit 13,5 Milliarden Euro für Schmuck, Essen & Co. ausgegeben werden. Viele Menschen halten den Valentinstag für kommerziellen Quatsch. Eins ist sicher: Auch wenn der Valentinstag keine Erfindung der Blumen- oder Süßwarenindustrie ist, nutzen sie ihn dennoch sehr erfolgreich.

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Woher kommt dieser Brauch nun wirklich? Es gibt unzählige Sagen und Mythen um die Entstehung dieses Tages aber keine historische Wahrheit. Der Legende zufolge geht der Tag der Liebe auf den Bischof Valentin von Terni zurück, der im 3. Jahrhundert nach Christus heimlich gegen den Willen des römischen Kaisers Paare vermählte. Sein Einsatz für die Liebe wurde ihm allerdings zum Verhängnis:

Er wurde zum Tode verurteilt und am 14. Februar 269 enthauptet. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser Zusammenhang eher als eine Erfindung des romantischen 18. Jahrhunderts anzusehen ist und der Brauch vielmehr auf das Mittelalter und den Beginn des Minnesangs, bzw. auf der darin enthaltenen „gedenkenden Liebe“ zurück zu führen ist. Tatsächlich sind die ersten Valentinsbräuche aus dem 14. Jahrhundert in Frankreich überliefert.

Zwischenzeitlich geriet der Tag der Verliebten nahezu in Vergessenheit. In Europa, wurde er erst zum Ende des zweiten Weltkriegs durch US-Amerikanische Soldaten wieder in Erinnerung gerufen und natürlich sind die Floristen seitdem nicht unwesentlich an der Popularität dieses Datums beteiligt!

Wie dem auch sei: Dieser Tag gibt Anlass sich ein paar Gedanken über die Liebe zu machen.

Dabei bin ich auf Milosz Matuschek gestoßen, der behauptet: „Die moderne Art zu lieben beruht auf einem Widerspruch: Obwohl wir immer geplanter, effizienter und kalkulierter an die Partnersuche herangehen, verlieben wir uns seltener, wechseln die Partner häufiger als früher, heiraten später, trennen uns öfter und leben so zahlreich alleine wie noch nie.

Milosz Matuschek ist Jurist, Essayist und Dozent an der Sorbonne, sowie Autor des 2014 veröffentlichten Buches “Das romantische Manifest – Schluss mit der Suche nach der perfekten Liebe” (Ch. Links Verlag). Seiner Meinung nach ist die Liebe ein „Ereignis der unheimlichen Art“ geworden, vor dem wir Angst haben.

Wir würden insgesamt in einer materiell reichen aber liebesarmen Zeit leben und der Liebe gar misstrauen. Nach außen hin geben wir zwar vor, dass sie das Wichtigste im Leben ist aber vielen geht es heutzutage vor allem um die „emotionale Rundumversorgung“ oder den „schnellen Verliebtheitskick in Serie“. Unsere Entscheidung für den Partner unterwerfen wir immer mehr einer Art ökonomischem Kalkül:

Wie viel investiere ich an Zeit und Gefühl? Wie viel bekomme ich wie schnell zurück? Der moderne Mensch ist ein „homo œconomicus“ geworden. Erst wenn alle Kriterien erfüllt sind, glauben wir, uns verlieben zu können. Matuschek ist davon überzeugt, dass wir dadurch der Liebe nicht nähergekommen sind. Die Zahlen scheinen das zu bestätigen: Es gibt heute mehr Singlehaushalte denn je.

Haben wir verlernt zu lieben?

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@Steven Black

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4 Kommentare

  • In dem Artikel wird hauptsächlich über Verliebtheit und Liebe zum Partner gesprochen. Das wird ja auch am Valentinstag besonders hervorgehoben.

    Aber das ist in meinen Augen nur ein Teilaspekt der Liebe. Romantische Liebesbeziehungen sind deshalb so begehrt, weil sie einem das Gefühl von Ganzheit vermitteln. Mangel, Bedürftigkeit sind ganz plötzlich „verschwunden“, aber in Wirklichkeit beziehen die Verliebten ihr neues Selbstwertgefühl von außen, vom Partner. Daraus können dann Klammern, Eifersucht und Abhängigkeit entstehen, sobald die erste Euphorie nachlässt.

    Wer das mehrmals mitgemacht hat, wird wohl ein Gefühl der Ernüchterung gegenüber „der Liebe “ empfinden.

    Zitat: “ …Alle sehnen sich nach der Liebe, aber in Wirklichkeit scheint sie im Alltag niemand haben zu wollen, weil sie zu anstrengend ist, meint Matuschek, denn sie ist auch mit Opfern, Schmerz und Altruismus verbunden. Wir wollen das Gute, aber ohne das Schlechte…..“

    Ich denke, Liebe sollte nie besitzergreifend sein. Solange Liebe hauptsächlich für eine bestimmte Person empfunden wird, engt man sie so sehr ein, dass die Gefahr besteht, sie abzutöten.
    Wundervoll finde ich den Ausdruck „In Liebe sein“, ja Liebe ist eigentlich ein Seinszustand.

    Wer nur aus seinem Verstand , oder aus seinen Mangelgefühlen heraus agiert , wird das Gefühl der Liebe kaum empfinden können.
    Aber eigentlich kann auch die Verliebtheit ein Sprungbrett zu „Agape“, der Liebe ohne Gegenteil werden, wenn man nämlich erfährt, dass man durch den einen Menschen, ALLES lieben kann. Und das ist ein wundervolles Gefühl, was man niemals mehr vergisst.

    Liebe Grüße von Angela

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    • Hi Angela,

      Wer nur aus seinem Verstand , oder aus seinen Mangelgefühlen heraus agiert , wird das Gefühl der Liebe kaum empfinden können.

      Das ist das strategische Selbst – es gibt „Liebe“, um etwas zu bekommen.

      Aber eigentlich kann auch die Verliebtheit ein Sprungbrett zu “Agape”, der Liebe ohne Gegenteil werden, wenn man nämlich erfährt, dass man durch den einen Menschen, ALLES lieben kann. Und das ist ein wundervolles Gefühl, was man niemals mehr vergisst.

      Der Punkt liegt auf KANN, ja klar, aber die Mehrheit der Menschen ist da leider noch nicht. Bevor man wirklich lieben kann, muss man gelernt haben sich selbst ernsthaft zu mögen. Aber ja, der Andere verstärkt diese Liebe zu uns Selbst und wirkt als „Erhöher“. Wenn man das erleben kann – wunderbar.

      lg,😉

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  • ….die Liebe scheint doch nicht so einfach hier in Worten beantwortbar zu sein,
    sonst gäb es wohl schon weitere erfüllende Kommentare?!
    😉

    Ein Herz mag sogenannte ‚Torwächter‘ haben wie selbst gewählt oder auch angelesene.

    So lassen sie die Liebe nicht dorthin wo sie lebt und fühlbar pocht.
    Außer ich lade sie ein,die Torwächter, wenn ich dessen ‚mächtig‘ bin,diese Tore zu öffnen.

    Ja ich kann Menschen lieben,doch liebe ich nur wenn ich wirklich liebe und das ist mit dem Herzen.

    Liebe kann sehr verletzen,wenn sie nicht als Liebe aus dem wahren Herzen gelebt wird!

    ja ich glaube ‚wir‘ haben verlernt zu lieben!
    solange wir verletzen lieben wir nicht wirklich,wahrhaftig und ehrlich!

    lg
    Susanne

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