Der bunte Elefant ..

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geschrieben von Steven Black:

Nachdem ich jetzt in der 6. Woche des Präsenz Atemprozesses bin, hab ich mir gedacht, ein Update, über die Auswirkungen und der Vorteile davon zu machen. Das ganze ist nicht nur eine spannende Erfahrung, wer da durchgeht, wird auf einer tieferen Ebene verstehen, warum wir uns dem Unbehagen in uns selbst stellen müssen. Denn dann ist das nicht mehr irgendeine Theorie, man hat es in der Praxis selber erlebt. Und Erfahrung schlägt Theorie immer um Längen.

Seit Jahrtausenden wurde von Menschen alles mögliche versucht, dem gefühlten Diskomfort in sich Selbst und dem Unbehagen über den Zustand Welt, irgendwie zu begegnen. Die verschiedenen religiösen und alten Traditionen, wie die hinduistische, oder auch buddhistische Tradition, raten uns, man müsse “das Ego “ sterben lassen.

Denn alles Leid würde über das Ego in die Welt gebracht – und überhaupt, es gäbe gar kein Selbst, alles sei nur eine große Illusion. Man hat verschiedene Techniken entwickelt, um jedwede Form von persönlicher Anhaftung an irgendwelche Dinge “loszulassen” und hat die Leute darin unterrichtet, Nicht Anhaftung und Nicht Identifizierung zu leben.

imageEines vorweg – ich mache mich hier keineswegs über die alten Traditionen, oder Einsichten lustig. Da wurde einiges entwickelt, was auch heute noch Gültigkeit besitzt. Vieles davon ist aber auch starr und hat sich nicht weiterentwickelt. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen – “das Ego” ist lediglich ein Begriff, für die selbstreflektierende Beziehung, die wir mit UNS Selbst haben. Diese kann Gesund, oder krank und selbstzerstörerisch sein. Wie nährend, oder krank, diese primäre Beziehung mit uns selbst ist, definiert sich durch den Grad an inneren Verletzungen und emotionalen, gestauten oder eingefrorenen Energien.

Ja, es gibt eine verzerrte Form des Ego, jenes, was Daniel S. Barron das “strategische Selbst” nennt. Man kann es auch “falsches Ego”, oder das MaskenSelbst” nennen. Diese verdrehte Variante des Ego benutzt Strategien und setzt sich verschiedene Masken auf, um in dieser Welt irgendwie zu überleben, weil seine authentische Form sich nicht dazu in der Lage sieht. In unserer Erdenerfahrung haben wir uns zahlreiche Wunden und Verletzungen eingehandelt, welche das authentische Ausdrucksvermögen in uns reduziert haben. Daher werden strategische, meist mentale “Strickmuster” verwendet, die uns in allerlei Surrogate und Ersatzbefriedigungen flüchten lässt.

Es ist nicht “das Ego”, welches Leid in die Welt bringt. Es ist das selbstzerstörerische Verhalten unseres strategischen Selbst, das so sehr in seiner verzerrten Form gefangen ist, sich tausende Masken aufsetzt, alles nur, um Nähe, realen Begegnungen und wirklicher Identifikation zu entgehen. Dieses “falsche Ego” ist keineswegs böse, oder unser Feind.

Tatsächlich ist es ein von uns selbst konstruierter Mechanismus, um emotionaler Verletzung möglichst zu entgehen. Es ist der einzige Weg des Kindes, eine energetische Trennwand zwischen Emotionalkörper und Mentalkörper einzurichten, um mit dem Schmerz umgehen zu können. Dadurch entwickelt sich jenes strategische Selbst. 

Dummerweise schafft es Leid, mit den Strategien die es verwendet. Es ruft nach Krieg, um Frieden zu machen. Es sucht nach Schuldigen, die man bestrafen kann. Es sucht Sex, um Liebe zu bekommen. Es konsumiert, um sich abzulenken – kurzum: Es kompensiert, dies ist sein primärer Zweck. Und deswegen hat es auch überhaupt kein Problem damit, sich auch mit einem “Nicht Selbst” zu identifizieren und wird brav alle möglichen spirituellen, oder religiösen Begriffe nachplappern. Egal, wie bescheuert sie vielleicht sind. 

Und es ist eine Sache, wenn man innerhalb dieser Traditionen eingebettet ist, sich einem höheren Ziel verschrieben hat, den Nondualen Aspekt Gottes erleben möchte, oder Erleuchtung anstrebt. Aber eine völlig andere Geschichte ist es, wenn Menschen, nur weil sich davon hörten, oder davon gelesen haben, sich mit derlei Theorien identifizieren und unreflektiert nachbeten. Zum einen wird nicht verstanden, um was es geht, andererseits sind einige dieser Theorien so falsch, wie es nur sein kann. Zumindest aus meiner Perspektive.

Was aber nicht bedeutet, dass unser Ich grundsätzlich eine Illusion ist. Denn wer, wenn nicht dein Ich, macht grade diese ErdenSelbsterfahrung? Jahrelange und regelmäßige Selbsterforschung, sowie meditative Praxis kann Nonduale Erleuchtung auslösen. Laut Barron, der diese Form von Erleuchtung erfahren hat, werden durch regelmäßige Praxis, die dualistischen Konzepte innerhalb des Mentalkörpers so weit aufgeweicht, damit die Nondualität sich durch einen hindurchbewegen kann und damit spült es jedwede geprägte Idee des Mentalkörpers von Ich aus dem System, die mit dem strategischen Selbst und seinen vielen Masken zusammenhängen. Aber da ist immer noch ein Ich, das eine Erfahrung hat und Erfahrungen macht. Und die emotionale Integration ist immer noch nicht passiert. Weil das einfach unterschiedliche Dinge sind.  

Das falsche Ego, oder strategische Selbst ist hauptsächlich mit dem Mentalkörper verbunden. Aber selbst wenn man eine derartige Erleuchtungserfahrung hat, kann man deswegen nicht auf einmal besser fühlen. Es heilt allerdings die verdrehten Überzeugungen die wir auf der mentalen Ebene von uns haben, die konditionierten Glaubensmuster und die Geschichten, die wir uns über uns Selbst erzählen. Denn wir alle haben ein strategisches Selbst, aber in uns allen schlummert auch die authentische Form des Ego.

Wer keine Erleuchtung, oder diverse Erweckungserlebnisse anstrebt, der sollte die Finger von “Nicht Anhaftung”, “Nicht Identifizierung”, oder anderen Ideen von Illusion, in dieser Richtung tunlichst vermeiden. Klar, ich kann schon verstehen, warum diese Ideen anziehend sein können. Sich mit nichts mehr zu identifizieren, nirgends mehr anzuhaften, oder sich Selbst und die Welt als eine Illusion zu betrachten, mag als ein Weg erscheinen, um persönliches Unbehagen zu vermindern, oder sich nicht mehr davon berühren zu lassen. Aber durch solche Konzepte entfernst du dich von dir Selbst. Wenn du bereit bist anzunehmen, du wärst eine Illusion, was glaubst du, macht das mit dir?

Mir hat die Praxis des Präsenz Prozesses eindeutig aufgezeigt, dass die Mechanismen des strategischen Selbst, primär auf den verletzten Wunden unseres Emotionalkörpers, den gestauten, eingefrorenen und nicht integrierten Emotionen beruht, die großteils in unserer Kindheit aufgetreten sind. In einer Zeit, wo wir zur Integration solcher Empfindungen einfach noch nicht fähig waren. Schuldzuweisungen, Dramatik und reaktives Agieren, Geschichten erzählen, Suchtverhalten und viele andere ungesunde Verhaltensweisen, denen wir im Laufe unseres Leben folgen, liegt in den Gefühlen von Unbehagen begründet, die wir einfach nicht fühlen wollen.

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Ich habe für mich persönlich erkannt, dass ich mich mit MEHR identifizieren muss, nicht mit weniger. In den ersten drei Wochen des Atemprozesses, wobei man zweimal pro Tag (Morgens und Abends, jeweils für 15 Minuten verbundenes Atmen nutzt, kamen eher diffuse Energien herauf, die kaum zu identifizieren waren. Aber ich merkte gleich, hier tut sich etwas. Ich begann tiefer in den Körper zu kommen, war stärker anwesend. Mit fortschreitender Praxis änderte sich das Erleben, plötzlich wurde ich während des Atmens mit Situationen und Umständen konfrontiert, die sich während meines Lebens ereignet hatten. Daraufhin spülte sich mehr und mehr das Unbehagen herauf, welches mit den jeweiligen Erfahrungen verbunden war und was ich damals bewusst und/oder unbewusst, schleunigst verdrängte.

Wenn das passiert, dann fühlt man einfach diese Gefühle von Unbehagen, man ist MIT dem Unbehagen. Man drängt es nicht weg, man transzendiert es nicht, man versucht nicht “Zeuge zu sein”, man IST MIT der Emotion. Nach einiger Zeit nutzt man mentale Aufmerksamkeit und Fokus, um jeweils immer 7 Jahre zurückzugehen. Weil mit etwa 7 Jahren unsere emotionale Entwicklung zum Stillstand kam und sich kaum mehr weiterentwickeln konnte. Daher wiederholen sich jeweils(durchschnittlich) alle 7 Jahre, ähnliche emotionale Erfahrungen.

“Einer der Gründe, warum die emotionalen Erfahrungen unserer ersten sieben Jahre unverarbeitet geblieben sind, ist die Tatsache, dass unsere menschliche Erfahrung nicht nur auf der emotionalen Ebene stattfindet. Auch mentale und physische Komponenten spielen hinein. Zur vollständigen Integration einer Erfahrung muss sie emotional, mental und physisch angenommen werden. Während unseres ersten 7-Jahres-Zyklus haben wir zwar die Fähigkeit zum emotionalen Austausch, aber unsere mentalen und physischen Fähigkeiten sind noch nicht weit genug entwickelt, um an einem integrativen Prozess teilnehmen zu können.” (Michael Brown – Die Kraft der gelebten Gegenwart; S. 55)

Indem man immer weiter zurückgeht, also die Reise nach Innen antritt, trifft man irgendwann auf die Wurzel, die eigentliche Emotion, die das reaktive Verhaltensmuster auslöst. Und meistens sind das immer Kind Erfahrungen. Alles mögliche, was mit Schock, Trauma, Verwirrung, Bedürftigkeit, Ablehnung, oder mit “sich nicht verstanden fühlen, “ungeliebt sein”, mit “sich nicht zu genügen”, “sich klein zu fühlen”, “wütend zu sein”, usw., zusammenhängt. Wir mögen zwar gerne glauben, dass die Vergangenheit vorbei ist, dennoch bleiben uns die nicht integrierten, festgefrorenen und unverdauten Emotionen, sind quasi eine Bedingung des Jetzt, unter der wir leben müssen und welche uns weitere, ähnliche Erfahrungen im Wiederholungsmodus diktieren. Solange, bis wir bereit sind, das Unbehagen, den Schmerz, die in uns lebende Traurigkeit, die Scham, die Gefühle von Ablehnung, Selbstverurteilung, usw., zu FÜHLEN. image

Indem man das Unbehagen und andere unliebsame Emotionen fühlt, geschieht Entladung und Integration. Wenn wir das nicht tun, sind wir weiterhin den strategischen Operationen ausgeliefert, die unser MaskenSelbst nutzt, um all das nicht zu fühlen. Es ist so einfach, aber der Widerstand in uns ist so groß, dass wir lieber davonlaufen, als uns den Inhalten zu stellen, die unser Leben beeinträchtigen. Da sitzt er, der große und bunte Elefant, mitten in unserem Wohnzimmer. Dieser Elefant ist natürlich nur eine Metapher, für die aufgeladenen Emotionen in unserem Emotionalkörper. Wir leugnen dass er da ist, wir finden hunderte von Wegen, um ihn herumzugehen, wir stolpern täglich drüber, aber wir ignorieren ihn einfach, so gut wir können. Darin sind wir Weltmeister ..

Identifiziere dich mit deinem Schmerz, sei ganz MIT der Emotion, sei die Emotion und lasse zu, dir einzugestehen: Ja, so ist es gewesen. Es war Scheisse, es war schlimm, es hat weh getan – weil genau DAS IST PASSIERT! Sich NICHT damit zu identifizieren, es lediglich zu bezeugen, mag vielleicht eine mentale Erleichterung bringen, aber es löst nicht das ursächliche Problem, welches auf der wahrnehmbaren Ebene des Emotionskörpers liegt.

Wir haben als Gesellschaft ein Mordsproblem mit der Tatsache, dass Menschen sich nicht mit den Problemen, denen wir uns gegenübersehen identifizieren und kaum mehr davon berührt werden. Es wird weg-rationalisiert, geleugnet, nicht beachtet, teilweise einfach falsch Etikettiert. Das betrifft die Umweltzerstörung, die Wirtschaft, Politik, Soziales, eigentlich alles. Wir wollen nicht mit den Problemen in Verbindung sein, wir zeigen gerne mit dem anklagenden Zeigefinger in diverse Richtungen, wo wir immer vermeintliche Alleinschuldige finden. Aber wir gestehen uns sehr selten ein, dass wir selbst beteiligt sind. Denn wir sind Teil dieses Systems, wir halten das System der Matrix am laufen, wir sind die Energiespender. Wir sind das Problem, wir sind aber auch die Lösung.

In meinem Leben gab es eine Unmenge von Erlebnissen, schwierigen Erfahrungen von Schmerz, Herzverschließungen, oder Traurigkeit. Ich verwendete Drogen, um nicht fühlen zu müssen. Ich bastelte mir ein strategisches Selbst, das zwar geeignet war, um diverse Lebenserfahrungen hinter mich zu bringen, aber es erzeugte auch weiteren Schmerz, durch die kompensatorischen Verhaltensmuster, die in ihm angelegt waren. Bisher habe ich viele Ebenen bearbeitet und Transformationsarbeit gemacht, aber erst jetzt bin ich so tief in die Schichten eingedrungen, um wirklich die Emotionen des jeweiligen Unbehagens zu fühlen. Um so weit zu kommen, musste ich körperliche, psychische und energetische Verfahren absolvieren. Es ist meine Erfahrung, das nichts davon ausgelassen werden kann, wenn man an die Wurzeln kommen will. 

Nach dem 15 minütigen Atemprozess bleibt man sitzen, und fühlt einfach, was sich grade zeigt. Zeigt sich nichts, dann fühlt man dieses “nichts”. Es ist nicht nichts, sondern sind emotionale Energien, die man halt noch nicht imstande ist zu verstehen. Ich mach das immer so 15 – 20 Minuten, bin aber auch schon länger mit dem jeweiligen Unbehagen gesessen. Scham war eine zentrale Emotion, die sich in mir zeigte. Was wirklich kein Wunder ist, aufgrund meiner persönlichen Lebensgeschichte. Aber ich bin überrascht gewesen, dass Scham im physischen Herzen verankert ist. Das absolut erfreuliche dabei – indem ich diese Emotionen einfach fühlte, brannten sie sich richtiggehend durch mein Herz und damit die Panzerungen weg, die damit verbunden waren.

Auf wenn das jetzt sehr unerfreulich klingt, ich kann versichern, dass es das gar nicht ist. Die jeweiligen Emotionen werden sanft und in einem Grad “herausgegeben”, die für den Betreffenden angemessen und erträglich ist. Was ich beschrieb ist ein Zusammenzug, ich musste natürlich mehrmals dieselben Emotionen fühlen, die mit jeweils unterschiedlichen Erfahrungen, Lebensaltern und Situationen einhergingen. Auf diese Weise wird die Gesamtmenge an festgefrorenen, verdrängten Energien nach und nach freigegeben. Deswegen sagt Michael Brown, der Autor von “Die Kraft der gelebten Gegenwart”, dass der 10 wöchige Prozess dreimal durchlaufen werden sollte. Also insgesamt 30 Wochen, was eigentlich eine sehr kurze Zeitspanne für tatsächlich erfolgende Integration ist.

Emotionale Integration geschieht im Jetzt, durch gelebte Präsenz und Anwesenheit. Sie ist nicht mit mentalkörperlichen Konzepten möglich, da der Mentalkörper so sehr involviert ist in Zeit, entweder in der Vergangenheit lebt, oder in die Zukunft projiziert und dort verweilt. Doch je mehr emotionale Integration passiert, desto mehr kommen wir ins Jetzt, in die lebende, atmende Gegenwart und je mehr kann sich auf der Mentalkörper entspannen und klarer werden.

Was ist der Grund, warum Menschen so sehr dem Geld hinterher rennen, in Machtspiele involviert sind? Es ist nicht das Geld und auch nicht die Macht, letztlich sind das nur Werkzeuge um Aufmerksamkeit, Anerkennung und eine Form von Liebe zu bekommen, die andere uns geben sollen. Wir alle wollen geliebt werden, dass ist ein Grundimpuls. Aber andere können uns das nie geben, weil wir persönlich für unsere Bedürfnisse zuständig sind. Wenn wir nicht wieder lernen zu fühlen,  werden wir uns diese Eigenliebe nie wirklich geben können.

In unserer Zeit ist derzeit alles so Schnelllebig, dass wir lieber auf Versprechungen hereinfallen, dass es irgendwelche Instantlösungen dafür gibt, die in ein oder zwei Tagen, oder vielleicht Wochen zum gewünschten Erfolg führen. Die Wahrheit ist, so etwas gibt es nicht. DAS ist wirklich eine Illusion – man braucht nur zu bedenken, dass unsere diversen Probleme meist einen großen Teil unseres Lebens eingenommen haben. Wie sollte das in einigen Tagen, oder Wochen plötzlich erledigt sein? Nein, es braucht schon etwas Durchhaltevermögen und Disziplin, dass eh nur jene aufbringen, die endgültig die Schnauze voll haben und sich selber in den Hintern treten.

Die aufhören zu jammern und auf andere zu zeigen, sondern etwas konkret tun. Die Veränderungen in ihrem Leben bereit sind vorzunehmen und die aufhören zu warten, dass diese Gesellschaft sich ändert. Wir selbst können tatsächlich die Veränderung sein, die wir uns von der Gesellschaft wünschen. Denn darauf haben wir realen Einfluss, auf Andere haben wir den nicht. Ich kann allen LeserInnen nur wärmstens empfehlen, das Buch zu lesen und den Atemprozess durchzuführen.

Until next time same station ..

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Quellennachweis:

https://stevenblack.wordpress.com/2015/05/26/der-prsenz-prozess/

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@Steven Black

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24 Kommentare

  • Hallo Steven

    Ich fühle mich innig verbunden mit deinen Erlebnissen.
    Ich verzichte darauf, die vielen Qualitäten deines Berichtes aufzuzählen und sage nur: Hervorragend. Und ich sage Dank.
    Ich bin erheitert darüber gestolpert, dass du inne wurdest, dass du dich eben gerade mit viel mehr zu identifizieren habest und nicht, so wie in der Szene bekannt, das „sich Identifizieren“ hinter dir lassen sollst.

    Ich habe einen Moment darüber gebrütet, und dann ist es mir ins Gesicht gesprungen: Es ist wieder mal die Frage von Sprachgebrauch und Begrifflichkeiten.
    So ich dich richtig verstehe, wurdest du gewahr, dass wir „Alles was wir sind“ als „Das, was wir sind“ zu erfühlen, zu erkennen, selbstverständlich als „Das bin ich (auch)“ zu integrieren. Harch, die Dinge sind schwierig in Worte zu fassen🙂
    Was in der Szene empfohlen wird, das „sich nicht mehr mit dem und dem und dem zu identifizieren“ müsste man wohl etwas anders beschreiben, denn es hat durchaus Gültigkeit, so wie ich es verstehe. Wenn ich wirtschaftlich erfoglreich bin, dann ist es hinderlich für meine Selbsterkenntnis und für meinen Lebensfluss, wenn ich meine, „Der wirtschaftlich Erfolgreiche, das bin ICH“. Das scheint mir die Identifizierung, welche wir hinter uns lassen sollten.
    Das was du meinst, ist, so ich dich richtig verstehe:
    Der wirtschaftlich Erfolgreiche, das ist eine meiner vielen Erscheinungsformen.
    Und was du VOR ALLEN DINGEN meinst, so ich dich richtig verstehe:
    All die begrabenen Hunde, die wir in uns tragen, sie sind Teil meiner selbst, so ich sie ablehne, werde ich nie ganz, es ist in der Tat wichtig, sie selbstverständlich integriert in mein Ganzes zu leben und zu erleben.

    Es gelingt mir nicht vielleicht nicht 100%ig, mich ganz klar auszudrücken.

    Ich übe, haha.

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    • Guten Morgen thomram,
      Ja, die lieben Worte .. ^^
      Ich finde, du hast das gut auseinandergezupft. Es sind die Identifizierungen, die wir aus den falschen Gründen, aufgrund der mentalen Geschichten wählen.
      Die Frage ist, ob man sich einfach mental nicht mehr identifizieren kann. Denn das falsche Ego ist süchtig danach.

      Das was du meinst, ist, so ich dich richtig verstehe:
      Der wirtschaftlich Erfolgreiche, das ist eine meiner vielen Erscheinungsformen.
      Und was du VOR ALLEN DINGEN meinst, so ich dich richtig verstehe:
      All die begrabenen Hunde, die wir in uns tragen, sie sind Teil meiner selbst, so ich sie ablehne, werde ich nie ganz, es ist in der Tat wichtig, sie selbstverständlich integriert in mein Ganzes zu leben und zu erleben.

      Ja, in etwa, der Hauptpunkt ist jedoch, wenn ich meinen Frieden mit meinen alten Geschichten machen kann, dann gibt es keinen Grund mehr für den mentalen Versuch der Nichtanhaftung. Denn der authentische Teil in uns, der dadurch immer mehr zum Vorschein kommt – zaghaft zuerst, der haftet nirgends an, was sinnlos, unerfüllend, oder sonstwie in komische Richtungen führt.

      Mein Freund, wir üben alle ..😉

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    • @ thom ram,

      du hast dich klar ausgedrückt!

      üben wir weiter🙂

      Danke!

      Susanne

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  • hei Steven,

    Danke fürs Teilhaben dürfen deiner Erfahrungen!

    Freu mich mit dir darüber.

    lg
    Susanne

    PS: bunte Elefanten haben was schönes an sich🙂

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    • Hi Susanne,

      PS: bunte Elefanten haben was schönes an sich🙂

      Ja, durchaus – aber mitten im Wohnzimmer? ^^

      wünsch dir n schönes wochenende

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    • @ Susanne

      „Bunte Elefanten haben etwas Schönes an sich“.

      Richtig! Bestanden, Summa cum laude!
      😉

      Möcht plaudern, fällt mir grad zu. Sorry, wenn es nicht direkt themenbezogen ist.
      Eine Freundin entschloss sich zum Studium der deutschen Sprache, weil ihr nix Schlaueres einfiel, und weil sie halbers eingestandenerweise hoffte, wegen des grossen Andranges gar nicht aufgenommen zu werden. Beim Kolloquium mit dem Fachprofax, da fragte der die junge Frau: „Wozu ist ihrer Meinung nach Grammatik gut?“
      Sie: „Ja, das möchte ich auch schon lange wissen.“
      Schallende Lache. Sie wurde aufgenommen.

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      • *lach* @thom ram😉

        ja plaudern ist gut

        ‚Schönes‘ sollte groß gesehen werden,ganz sicher!

        so ein Aufnahmegespräch hätt mir auch passieren können.
        wobei ich Deutsche Sprache nie nicht studieren wollen würde😉

        nun denn schöne Tage

        lg

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        • @ Susanne

          Nachdem der bunte Elefant seiner Grösse entsprechend reichlich hörbar gepupst hatte, doch glücklicherweise noch bevor der Steven zur Kaffeetasse zu greifen trachtete, rannte das violette Mäuslein, welches schon lange gehofft hatte, den Krümel zu Füssen des Steven zu erhaschen, nachdem es ihm schon zweimal nicht gelungen war, quer durch die Stube, den Elefanten und seinen Meister zu einem Lachanfall bringend und damit die peinliche Situation entschärfend.

          Ich lerne hier Indonesisch. Erzähl den Vorgang mal auf Indonesisch. Braucht 77 Umschreibungen und eine Erzähldauer von 15 Minuten. Indonesisch hat keine Konjugation und den Verben sind keine zeitlichen Verbindlichkeiten abzuringen. Wie ich die teusche Sprack liebe, welche dank der wunderbaren Möglichkeiten mit den Verben zeitliche Abläufe kürzest möglich zum Ausdruck bringen kann.

          Blöd dabei nur, dass auch gestandene Schurnalisten so oft alles drucheinandre bringen.

          @ Sven
          Bitte gib deinem buntgescheckten Grosswild ein paar saftige Möhren in meinem Auftrag, ja? Danke.

          Ich hoffe, niemanden zu stören mit meinem themenfremden Zeug. Es ist grad so heiter hier, es macht mich einfach grad an.🙂

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  • Lieber Steven !

    Wieder ein erhellender Artikel. Danke dafür.

    Ich praktiziere die Atemtechnik des Michael Brown auch, allerdings nur jeweils 10 Minuten, vielleicht ist das zu wenig. Allerdings hat sich bei mir außer einem wundervollen Wohlbefinden durch den tiefen Atem seelisch nichts weiter getan. Ich schrieb ja schon von der „Einverstanden-Seins-Übung“ der Shalila Sharamon, die ich längere Zeit geübt habe, wodurch man in einer Meditation einfach alles kommen lässt, was da kommen will, nichts bewertet und es einfach nur FÜHLT.

    „…Zitat: Indem man das Unbehagen und andere unliebsame Emotionen fühlt, geschieht Entladung und Integration.“ ….

    Meiner Ansicht nach ist es das Gleiche. Und damals kam viel in mir hoch und wurde tatsächlich transformiert, wie ich in späteren ähnlichen Situation erfahren konnte.

    Zitat Michael Brown: „…Identifiziere dich mit deinem Schmerz, sei ganz MIT der Emotion, sei die Emotion und lasse zu, dir einzugestehen: Ja, so ist es gewesen. Es war Scheisse, es war schlimm, es hat weh getan – weil genau DAS IST PASSIERT! Sich NICHT damit zu identifizieren, es lediglich zu bezeugen, mag vielleicht eine mentale Erleichterung bringen, aber es löst nicht das ursächliche Problem, welches auf der wahrnehmbaren Ebene des Emotionskörpers liegt…“

    Zitat Steven : ….“Wir haben als Gesellschaft ein Mordsproblem mit der Tatsache, dass Menschen sich nicht mit den Problemen, denen wir uns gegenübersehen identifizieren und kaum mehr davon berührt werden.“….

    Ja, das stimmt, aber (sicher liegt es wieder am Begriff,) sich mit den Problemen der Welt zu „identifizieren“ würde ja Mit-LEIDEN bedeuten, nicht Mit-GEFÜHL.
    Ich würde eher den Begriff „Bewusstwerdung“ wählen, Wahrnehmung .

    Zitat: „…Sich mit nichts mehr zu identifizieren, nirgends mehr anzuhaften, oder sich Selbst und die Welt als eine Illusion zu betrachten, mag als ein Weg erscheinen, um persönliches Unbehagen zu vermindern, oder sich nicht mehr davon berühren zu lassen. Aber durch solche Konzepte entfernst du dich von dir Selbst.“….

    Dieses „Zeuge-Sein“, der „Beobachter sein“ ist meiner Ansicht nach eine Stufe, in der wilde Emotionen weitestgehend schon integriert wurden, man ist schon zu seinem eigenen SEIN vorgedrungen, und somit kann man es nicht an den Anfang eines spirituellen Weges setzen. Dann entsteht nur Verdrängung, da stimme ich mit Dir vollkommen überein.

    Aber „Anhaften“ halte ich IMMER für einen Fehler, denn das Leben ist VERÄNDERUNG, ein konstanter Fluss und Anhaftung bedeutet in meinen Augen Leiden.

    Ich habe mir das Buch von Miachael Brown auch bestellt, es liegt schon zum Lesen bereit….

    Liebe Grüße von A n g e l a

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  • hallo steven,

    mir gefällt dein text riesig. danke dafür.

    ich verstehe nicht identifizieren so, dass ich es ansehe, erkenne, durchfühle und dann loslasse. „hinter mir lassen“ ich bin nicht meine traurigkeit, aber meine trairigkeit ist oder war ein teil von mir, der gesehen, geliebt und ins herz genommen werden wollte. nicht wegschauen oder ignorieren, aber eben keine angst vor der traurigkeit oder was auch immer haben. sind alles unsere eigenen kinder❤

    liebe grüsse
    kirstin

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  • Großartig.
    Ich habe das verbundene Atmen intensiv kennengelernt und es ist ein sehr kraftvolles Werkzeug!
    Danach hatte es sich sogar manches Mal von(m) Selbst eingestellt, bei Spaziergängen gar. Da kam einiges hoch und ich gab mich dem hin.
    Daß du von eigenen Erfahrungen schreibst und wie du sagst, es tust weil du genug hast von manchem, daß
    du wirklich wieterkommen willst und deinen Weg so straight gehst, das tut einfach nur gut.
    Hab mir jetzt das Buch bestellt.
    Liebe Grüße

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  • Ja… Großartig! …war auch das erste, was mir, wie Hilke, zu Deinem wieder erfrischend authentischen, das heißt nachfühlbaren Text/Selbsterfahrungsbericht einfiel.

    Du hast mich sowohl inspiriert, als auch in vielem bestätigt. Das soll heißen, daß Du es vermocht hast, vieles das ich fühle, also auf einer inneren Ebene verstanden habe, auf eine bewundernswerte Art in Worte zu fassen, wo ich manchmal noch nach Worten ringe. Danke!🙂

    Laß uns doch hin und wieder ein Update zu Deinen weiteren Fortschritten zukommen.

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  • serwers steven!

    ich möchte auch mal festhalten, dass deine texte sehr flüssig zu lesen sind und das sich kaum rechtschreibfehler darin befinden … das ist zu den inhaltlichen themen ebenfalls sehr erfrischend!

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    • die antwort brauchst du nicht veröffentlichen, ist nur für dich 🙂 also ich suche nicht nach rechtschreibfehlern, mir fallen sie einfach auf wenn sie vorhanden sind. bei dir hab ich noch gar keine gelesen, aber ich kenne nicht alle deine geschichten … es ist einfach als kompliment zu verstehen! 🙂

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  • Hi Steven & all!

    Also, ich hab mir das Buch sofort gekauft, da es mir grad super in den Kram passte, den ich so mache, um von altem Zeugs freizuwerden. Diese spezielle Atemtechnik ergänzt damit jetzt meine sonstigen zwei Techniken (Tao-Atmung und Rekapitulations-Atmung nach Castaneda) – und es ist eine sehr gute Ergänzung. Es intensiviert einfach. Und ich kann nur bestätigen, dass da oft ganz namenloses Zeug hochkommt, das nur gefühlsmäßig, aber nicht mental fassbar ist. Das fühlt sich alles sehr „alt“, also aus alten Zeiten, an – ich mach solcherlei auch schon seit vielen Jahren. Irgendwannn kommt man zu den grundlegenderen Sachen aus frühsten Lebensjahren. Da gehts dann wirklich um die Grundstimmung, die man in alles hineinbringt, was man jetzt erlebt.

    Mir fällt in letzter Zeit auf, dass ich negative und positive Erfahrungen gar nicht mehr so differenziert sehe. Das eine bewirkt das andere irgendwie. Mir scheint vielmehr, dass es im menschlichen Bewusstseinserfahrungskosmos auch darum geht, Intensität herzustellen/auszuhalten. Kanns nicht besser beschreiben.
    Irgendwann gehts wahrscheinlich darum, dass man jederzeit so nah an seinen „Unterströmungen“ ist, dass man bewusst atmet/wahrnimmt, sobald was hochkommt – es also „abfängt“, bevor es wieder als irgendeine Projektion nach außen geleitet wird und man es damit (vorerst) los ist …

    Was das „Identifizieren“ angeht, glaube ich, dass man kurz damit voll identifiziert ist – das macht ja das „Sein mit der Emotion etc“ aus. Aber danach lässt man los, desidentifiziert sich sozusagen. Das Drin-Hängen-Bleiben in solch einem Zustand ist zumindest nicht mein Ziel.

    Bin froh, dass es noch genügend andere gibt, die sich um sich selbst kümmern. Anders lässt sich m.M. zu viel Destruktivität im Außen kaum heilen. Sehr richtig finde ich in dieser Hinsicht den Satz von dir Steven: „Wir haben als Gesellschaft ein Mordsproblem mit der Tatsache, dass Menschen sich nicht mit den Problemen, denen wir uns gegenübersehen identifizieren und kaum mehr davon berührt werden.“ Das ist genau ein Symptom davon, dieses emotional gepanzert sein.

    Zu der Atmung nochmal: Beim Rekapitulations-Atmen bewegt man den Kopft von rechts nach links und zurück. Eine ganz ähnliche Sache macht man bei der Methode zur Traumabehandlung EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), die ja wohl sehr effektiv sein soll. Der springende Punkt ist hier halt, dass sich die rechte und linke Gehirn-/Körperhälfte verbinden. Ich glaub, das ist sehr hilfreich. Kann man mal mit Experimentieren …

    Lieben Dank und Gruß
    Ina

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    • @ Ina

      „Mir scheint vielmehr, dass es im menschlichen Bewusstseinserfahrungskosmos auch darum geht, Intensität herzustellen/auszuhalten. Kanns nicht besser beschreiben.“

      DU SAGST ES.

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    • Hallo Ina,

      Mir fällt in letzter Zeit auf, dass ich negative und positive Erfahrungen gar nicht mehr so differenziert sehe. Das eine bewirkt das andere irgendwie. Mir scheint vielmehr, dass es im menschlichen Bewusstseinserfahrungskosmos auch darum geht, Intensität herzustellen/auszuhalten. Kanns nicht besser beschreiben.

      Danke Ina! Ich finde das sehr gut beschrieben .. ^^

      lg,

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