Der Krieg im Inneren

war

geschrieben von Steven Black:

Im Mai letzten Jahres habe ich mit dem Präsenzprozess angefangen, mittlerweile sind 1,5 Jahre vergangen und ich verwende den Atem – Fühl – Prozess nach wie vor täglich. Ich habe daraus gelernt, das nichts anderes mich so tief zu mir selbst bringen kann, wie das fühlen. Damit meine ich allerdings nicht die flauschige Glückskeks -Wunschvorstellung von “zu mir selbst bringen”, von Friede, Freude, Eierkuchen, sondern die Realität, wie sie in mir existiert. Denn wenn wir in die nüchterne Realität von uns selbst vordringen, werden wir dort erst mal ne ganze Menge unerfreulicher Dinge vorfinden. Ungeachtet dessen, was ich gerne von mir angenommen habe oder wie ich mich gerne hätte, ist die Wahrheit davon, wie es in mir aussieht, meistens nicht so glamourös. Und das ist die erste Hürde – den Mut aufzubringen meine Wunschvorstellung beiseite zu legen, damit ich zu dem, was wirklichen in mir ist, vorstoßen kann. Zu der Realisation, dass ich nicht immer ein “super Typ” bin, nicht immer “in der Liebe”, dass da auch Angst in mir ist, dass Gefühle der Ohnmacht, Wertlosigkeit, Schuld – und Minderwertigkeitsgefühle in mir sind.

imageDiejenigen, die der Meinung sind, man solle sich mit solch “negativen Dingen” erst gar nicht auseinandersetzen, mit ihrem ganzen ABC an Begründungen, die manchmal hochkomplexe, spirituelle Weisheiten oder vordergründig, logisch wirkende Ideen sein können – übersehen die Tatsache, dass sie damit die eigene Realität vermeiden wollen. Wir Menschen sind großartige Geschichtenerzähler – wir stricken uns eine ganze Geschichte um eine Idee herum und dann glauben wir sie auch noch, weil sie uns dabei dient, die Wahrheit zu vermeiden. Es ist keine spirituelle Weisheit mehr, wenn ich sie dafür benutze, um die eigene Wahrheit zu verdecken. Realität und Wahrheit sind “große Wörter” und mittlerweile in ihrer Bedeutung vielfach verzerrt – doch wir können sie auf die simple Idee herunterbrechen als das, was wirklich IST. 

Wenn es deine gelebte Wahrheit ist, dass du in Frieden mit dir, mit deiner Umwelt, mit deinem innersten Kern bist – dann ist das deine Realität. Wenn du uneins mit dir bist, wenn du vielfältige Probleme in deinem Leben hast, dann ist das auch deine Realität. Es ist ebenfalls deine Realität, wenn du manchmal in Frieden mit dir bist und manchmal nicht. Als Mensch auf der Erde gehört es zur schwierigsten Aufgabe, die wir uns aussuchen können, wirklich eins mit allem was in uns ist zu sein. Das ist das höchste Ziel der Meisterschaft, mehr gibt es eigentlich nicht zu erreichen. Bis dahin werden wir immer hin und her geworfen, wir erleben uns manchmal im Frieden und manchmal nicht  – und das ist vollkommen in Ordnung.

Wenn ich allerdings so tue, als ob nichts Negatives in mir wäre, wenn ich mir vormache, alles sei schon voller Liebe und Sonnenschein und deswegen sei es “so negativ”, sich mit den innersten Gefühlen auseinanderzusetzen – dann kann ich das sicher einige Zeit machen, aber ewig kann ich mir nicht in die Tasche lügen. Wer sich mit spirituellen Dingen beschäftigt, der kann das immer weniger und irgendwann geht es gar nicht mehr ..

“Zu dir selbst zurückkommen” – klingt toll, oder? Das möchten alle gerne, zurück in die eigene Authentizität finden. Aber solange wir um unsere eigenen Schatten herumtanzen begegnen wir ihnen nicht und das bedeutet, wir begegnen uns selbst nicht. Es ist keine große Kunst von Liebe und Licht zu schwafeln und sich die Welt ausmalen, wie man sie sich wünscht. Die Herausforderung liegt darin, meinem Schmerz, meiner Wut, meiner Ohnmacht, Trauer, meiner Hilflosigkeit, meiner Einsamkeit zu begegnen und dies ebenfalls als zu mir gehörend anzuerkennen, genauso wie ich es mit den positiven “Dingen” tue, die ich an mir sowieso mag. Ich kann nur wirklich “zu mir zurückkommen”, wenn ich nichts mehr ausschließe, was offensichtlich zu mir gehört.

Ich habe durch den Fühlprozess die Erfahrung gemacht, dass wir nur deswegen unter unseren emotionalen Unbefindlichkeiten, Depressionen, Angst und Schmerz leiden, weil wir sie aussperren. Weil wir diese Gefühle in uns ständig verbannen und mit negativen Etiketten belegen. Damit kastriert man sich unentwegt und kommt so niemals zu sich selbst. Denn es bedeutet letztlich, dass ich im Krieg mit mir selbst lebe. Dabei gibt es niemals einen Gewinner, diesen Krieg kann ich nur verlieren.

Als ich vor 3 Jahren meine ersten Fühlsessions mit einer Freundin von Renate hatte, bekam ich einen kleinen Einblick dessen, um was es geht. Nachdem ich den Präsenzprozess (Atme und Fühlen) begann, verstand ich immer tiefer den Sinn der ganzen Angelegenheit und erlebte an mir selbst, wie wichtig Fühlarbeit ist. Focusing (fühlen ohne die Atemtechnik) funktioniert ähnlich und doch wiederum anders. Bei beiden Methoden geht es jedoch ums fühlen, um ein bewusstes Wahrnehmen des eigenen Innenleben. Klar, für uns Kerle ist das ne steile Wand, die wollen wir nicht so gerne raufklettern.

imageMir blieb allerdings nichts anderes mehr übrig – und da es in meiner Natur liegt, Sachen entweder ganz oder gar nicht zu machen, habe ich einfach angefangen. Mittlerweile bin ich ziemlich weit diese Straße runtergegangen und habe dabei ein Geschenk nach dem anderen eingeheimst. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass die bewusste Auseinandersetzung mit den Emotionen, die mich belastet haben, die ich so gut es ging verdrängte – was offensichtlich immer weniger funktioniert hat – dass das bewusste Fühlen dieser emotionalen Befindlichkeiten tatsächlich einen Verdauungsprozess in Gang setzt, der diese Emotionen integriert. Mehr noch, es klärt und reinigt auch die mentale Gedankenebene und bringt das ganze mentale Karussell zum Stillstand, welches sich ansonsten ständig nur um sich selbst dreht.

Wir fühlen, bevor wir denken, daher funktionieren auch alle möglichen mentalen Ansätze zur Änderung des eigenen Denkens so wenig, weil eben das Denken nicht die Basis unserer Wahrnehmungen ist. Der Emotionalkörper ist dem Mentalkörper vorgelagert, unsere Emotionen und Gefühle bilden die Grundlage für unser Denken. Unser Denken gibt uns wiederum die Möglichkeit, was wir fühlen zu definieren, einzuordnen und zu bewerten. Und wir Fühlen, was und wie wir Denken. Denken und Fühlen beziehen sich ständig aufeinander – das ist eine Verbindung in beide Richtungen. Und da wir glauben, was wir Fühlen und wie wir Denken, kann dies zu einem Teufelskreis an Glaubenssätzen führen, wenn sich der Mensch als Opfer seines eigenen Innenlebens fühlt. Getrieben von emotionalen Unbefindlichkeiten, die ein mentales Gedankenkarussell an negativen Überzeugungen antreiben – das kann sich wie “die Hölle” selbst anfühlen.

Wenn ich beispielsweise das Gefühl habe, dass mich niemand liebt und ich mich wertlos fühle, dann ist es bestimmt nicht weiter schwierig, die Idee für glaubwürdig zu halten, das ich ein armes Opfer bin, hilflos übermächtigen Kräften ausgesetzt und dass ich grundsätzlich wenig dagegen tun kann. Das einzige, was mir da noch bleibt, ist alles mögliche anzuklagen und laufend Schuldige zu finden, die für meinem unerfreulichen Gemütszustand verantwortlich sind. Okay, ich glaube, das mit der Hölle nehme ich zurück, die Hölle scheint ein ziemlich gemütlicher Ort dagegen zu sein. Wobei die einzige, reale Hölle, die es gibt, nur in uns selbst existiert. Niemand kann uns so sehr verletzen, wie die eigenen Gedanken und Emotionen, die wir über uns selbst haben.

Es ist ein Krieg, der in unserem Inneren wütet. Der Krieg zwischen all den unerlösten und belastenden emotionalen Inhalten, den darum erbauten, mentalen Glaubensinhalten und den mühevollen Versuchen, es unter Kontrolle zu bringen und von uns wegzuhalten – aber den wir immer verlieren, weil die kunstvollen Geschichten, die wir uns selbst darüber erzählen, um den Schmerz zu rationalisieren und weg-zu-erklären, über kurz oder lang zusammenbrechen und der Schmerz wieder mit seiner ganzen Wucht zu uns zurückkommt. Wir kommen ihm nicht aus, können ihm nicht auskommen, weil wir vor uns selbst nicht davonlaufen können. Die einzige Lösung, der einzige Weg, den ich dazu kennengelernt habe und der funktioniert, liegt im bewussten Fühlen des Schmerzes, im bewussten zulassen, egal welche Art von emotionaler Unbefindlichkeit in einem auch liegen mag – lass es zu, fühle es.     

focusingIch betone das Wort bewusst, weil die Leute einem meistens sagen – “aber ich fühle es doch ständig” – und natürlich möchten sie, dass es aufhört. Im bewussten Fühlen ist aber ein anderes Bewusstsein notwendig, eines das den Mut hat, sich willentlich seinen inneren Schattenseiten zu nähern um den jeweiligen emotionalen Inhalten einen Raum zu öffnen, damit sie hervorkommen können. Es ist ein ziemlich großer Unterschied, sich von seinen emotionalen Inhalten unter Druck gesetzt und gejagt zu fühlen, dem man naheliegenderweise entkommen möchte oder sich hinzusetzen, sich mutig diesen Emotionen zu stellen und sich bewusst damit auseinanderzusetzen. Es bewusst nicht weghaben, sondern zulassen können.

In dem einen Fall ist man nämlich mit dem Teil identifiziert, der voll im emotionalen Schmerz steckt und gleichzeitig mit einem Teil identifiziert, der das einfach nur weghaben will. Anders hingegen ist es, wenn ich mich bewusst hinsetze und nichts davon weg haben will, sondern bereit bin, alles zuzulassen, wie dramatisch, schmerzhaft oder schrecklich die Erinnerung daran auch sein mag. Natürlich wird das zu Beginn eine sehr wackelige Geschichte sein, man wird ständig zwischen verschiedenen Gefühlszuständen und Identifizierungen hin und her schwanken.

“Identifiziert sein” bedeutet beispielsweise, wenn im Fühlprozess vielleicht vergrabene, abgespaltene, verdrängte Emotionen aus deiner Kindheit hochkommen, dann wirst dich vollkommen als dieses verletzte Kind wahrnehmen, das einst ein schreckliches Erlebnis hatte, welches es nicht verarbeiten konnte. Du wirst dich absolut wie jener 5-Jährige fühlen, der du einst warst und dem das passiert ist. Das Erwachsene Ich kann da vollständig zum Fenster rausfliegen und du identifizierst dich vollkommen mit diesem “inneren Kind” in dir – in diesem Moment bist du dann tatsächlich wieder 5 Jahre alt. In der bewussten Auseinandersetzung mit diesen abgespeicherten, emotionalen Inhalten lernt man, dass das erwachsene, gesunde Ich, die Trauer, die Wut, den Schmerz – was auch immer hochkommt – aushalten kann, während man gleichzeitig mit dem verletzten Kind in sich und dem erwachsenen, gesunden Ich verbunden ist. Diese Tatsache macht bewusste Fühlarbeit zu einer enormen Herausforderung.

Das Innere Kind

Das “innere Kind” ist ein Begriff, der für manche Ohren etwas abstrakt klingt und worunter man sich zuerst wenig vorstellen kann – besonders, wenn man keine Beziehung mehr zu dem Kind in sich hat. “Was, inneres Kind, was soll das sein? Ich bin jetzt 50 Jahre alt, was willst du mir da für eine Geschichte erzählen?” Diese Reaktion kann ich verstehen. Also was kann man sich unter dem Begriff “inneres Kind” vorstellen?

Die Seele und das Bewusstsein selbst haben kein Alter, sie sind zeitlos. Ich, als Steven mag jetzt über 50 Jahre alt sein, aber meine Wahrnehmung von mir selbst ist zeitlos. Mein Gesicht und mein Körper mögen älter geworden sein, ich habe Erfahrungen in diesem Leben gemacht und viel erlebt, aber ich nehme mich selbst nicht anders wahr, als beispielsweise vor 30 Jahren. Klar, natürlich gibt es auch Wahrnehmungen und Perspektiven, die mit einem 50 jährigen Steven zusammenhängen, die anders beschaffen sind als mit 20, dies ist Teil meiner menschlichen Erfahrung. Ich bin dieser Mensch und gleichzeitig bin ich dieses zeitlose Wesen. Das eine kann nicht vom anderen getrennt werden.

imageWenn Seele und Bewusstsein sich mit dem physischen Körper verbindet, erleben wir uns als Babys, Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, ältere Teenager und irgendwann als erwachsene Menschen. Bewusstsein ist unglaublich flexibel, denn es kann jede beliebige Persönlichkeit annehmen, die dem Zweck der menschlichen ICH Erfahrung dient – mit all den dazugehörigen Identifikationen und konditionierten Annahmen, die es in dieser Realität vorfindet. Wir alle sind eine komplexe Mischung verschiedenster Persönlichkeitsanteile, die zur Bereicherung der Icherfahrung erlebt und dem Gesamtpaket hinzugefügt werden. Idealerweise würden die jeweiligen Phasen zwischen Baby und Erwachsenem einfach ineinander übergehen, wobei jeder Erfahrungsabschnitt integriert wird und zum ganzheitlichen Erwachsenen führt. Wie wir aber alle wissen, wir leben nicht in einer “idealen Welt” – was immer das auch sein soll.

Das menschliche Ich erlebt oft in der frühkindlichen Entwicklungsphase schockartige oder schwierige Erfahrungen, die es manchmal nicht korrekt verdauen oder integrieren konnte. Psychologischen Untersuchungen zufolge muss ein schreckliches Erlebnis nicht zwangsläufig ein Trauma zur Folge haben. Bei Vergleichen von Kindern, die ein und dasselbe schlimme Erlebnis hatten, unterschieden sich diejenigen Kinder die kein Trauma davongetragen hatten, einzig dadurch, dass jemand da war, der dem Kind half, die Erfahrung zu verarbeiten. Das wirklich traumatische an einer überwältigenden Erfahrung war nicht das jeweilige Erlebnis, sondern weil du als Kind damit alleine gelassen wurdest und du nicht wusstest, wie du damit klarkommen kannst. Das ist der Moment, wo ein Bruch mit der Kontinuität von Erleben erfolgt.

Dann startet ein “Sicherheitsprogramm”, infolgedessen dieses Erlebnis abgespalten und archiviert wird – das gesamte Spektrum der erlebten Erfahrung und was, warum, wie gefühlt wurde, inklusive der Persönlichkeitsidentität, die zu jenem Zeitpunkt existierte. Gleichzeitig mit dem Sicherheitsprogramm wird eine Wächterstruktur installiert, die sich fortan der Aufgabe widmet, alles von einem fernzuhalten, was auch nur annährend dieser Erfahrung gleichen könnte. Das ist nicht wirklich als effizienter Vorgang anzusehen. Das Erlebnis mit seinem ganzen Inhalt, wird in eine Art Archiv verstaut, mit der Aufschrift “unerledigtes” – rums, Türe zu. Das ist ein Abbruch von Entwicklung eines bestimmten Aspektes in dir. Diimageese Entwicklung fehlt dann auch dem Gesamtpaket, welches du bist. Die Kontinuität fortschreitenden Erlebens bekam einen Riss. Ein Spalt, eine Lücke hat sich in deinem Bewusstsein aufgetan.

Ihr wisst schon, unerledigte Dinge haben die Neigung, einem im Genick zu sitzen. Das ist, als wenn du mit dem Besen dein Wohnzimmer kehrst und den Dreck einfach untern Teppich bugsierst. Mit der Zeit wird sich so viel ansammeln, dass du wahrscheinlich pausenlos drüber stolperst. Immer wieder, bis du dich dazu bequemst, das angesammelte Zeug endlich wegzuräumen. Genauso ist dies mit nicht integrierten und unerledigten Dramen in unserem Bewusstsein –  abgespalten bedeutet nicht weg, sondern “für später” auf die Seite gelegt.

Dummerweise bedeutet es auch, dass jener abgespaltene Persönlichkeitsanteil in unserem Unterbewusstsein weiterlebt und quasi von hinten rum Probleme macht. Es ist überall abgespeichert, in deinen Zellen, Muskeln, Knochen und Organen, in deinen feinstofflichen Energiekörpern und Chakren. Sobald irgendeine Situation auftaucht, die dem früheren, unerfreulichen Erlebnis auch nur ähnelt, wird sich dieser verletzte Teil bemerkbar machen. Es wird dir buchstäblich im Genick sitzen und dein Leben verkomplizieren. Solange, bis du die Erfahrung integrieren kannst.

Wenn wir also vom “inneren Kind” sprechen, so hat jeder Mensch ein inneres Kind. Genauso wie er einen inneren Teenager, einen inneren Wächter, einen inneren Kritiker, Antreiber und Richter hat. Die innere Welt ist vielfältig, es ist eine komplexe Ansammlung von Persönlichkeitsaspekten, die sich aufgrund konditionierter Lernerfahrungen gebildet, mit strategischen Verhaltensweisen angereichert und mit unserer seelischen Kernessenz verbunden haben. Wir alle haben verschiedene innere Aspekte und Persönlichkeitsanteile, derer wir uns meist nicht so bewusst sind.

Das “innere Kind” hat zwei Seiten und es polarisiert in eine positive und eine negative Seite: Auf der “positiven Seite” ist das “innere Kind” jene Qualität in uns, die gutartig, rein, sensibel und unschuldig ist. Hier wurzelt unsere Lebendigkeit, unsere Spontanität, die grundlose Neugier und Freude über das Leben, wo Mensch in reiner Freude über sich selbst Purzelbäume schlagen kann. Die “negative Seite“ wird das “verletzte innere Kind” genannt, welches mit unerfreulichen Erfahrungen, Trauma und Schmerz zusammenhängt. Welches die Erfahrung machte, verlassen zu werden, ungeliebt zu sein, sich abgelehnt, desorientiert und alleine fühlt.

Wir alle haben beide Seiten in uns – es gibt da nichts Negatives. Die Bezeichnung negativ ist lediglich das menschliche Urteil über etwas, wo der Mensch meint, es sollte nicht so sein und es wäre nicht wünschenswert. Kann man verstehen, aber die Realität zu leugnen funktioniert einfach nicht. Wir wurden verletzt, Punkt. Weil wir ganz einfach fühlende Wesen sind, was uns verletzlich macht. Wir leben hier in einer polarisierten Welt, du kannst das Helle nicht ohne das Dunkle haben. Und wenn du die Verbindung zu deinem inneren Kind reaktivieren willst, musst du auch zum verletzten Kind in dir gehen. All die Mängelgefühle die wir als Erwachsene haben, sind in ihrer Wurzel an frühkindliche Erlebnisse gebunden, deren Fallout ein verletztes, inneres Kind hinterlassen hat. Es gibt vermutlich nichts wichtigeres als die Arbeit an seinem inneren Kind, um die erwachsene Persönlichkeit zu vervollständigen. 

Warum sollte ich so verrückt sein, mich auch noch absichtlich mit vergangenem Schmerz zu beschäftigen? Da wäre doch wohl “Ruhe in Frieden” mehr angesagt ..

Das ist ja, was alle versuchen – everybody want’s to get the hell out of Dogde. Man unterdrückt, schiebt weg, versucht die Gefühle zu kontrollieren  – aber das ist es, was die Dynamik verstärkt. Die Problematik hängt immer mit dem unterdrücken, dem wegschauen und so tun, als ob es nicht existiert zusammen. Wir versuchen diese Realität in uns zu leugnen, wollen sie einfach nicht anerkennen. Ein Treppenwitz des Lebens – indem wir leugnen, bringt es sich stärker in Erinnerung.

Jeder Mensch trägt ein verletztes Kind mit sich herum – es gibt nur zwei Kriterien dafür: Die einen spüren es (noch) nicht und die anderen können nicht mehr anders – sie nehmen es immer stärker wahr, sie können dem nicht mehr entkommen. Je älter die Seele, desto durchlässiger und desto weniger kann sie sich selbst verarschen. “Alte Seele” ist eine Kategorie, womit Seelen bezeichnet werden, die schon sehr, sehr lange im Kreislauf menschlicher Erfahrungen sind. Grundsätzlich gilt, für jeden wird irgendwann die Zeit kommen, wo er nicht mehr wegschauen kann und die Aufgabe hat, bei sich selbst aufzuräumen, denn es gibt einen offensichtlich logischen, einleuchtenden Grund, warum man “so etwas verrücktes” tun sollte – weil es nämlich sowieso passiert. Ob im Arbeitsleben, in Partnerschaftsbeziehungen oder grundsätzlich in allen Beziehungen mit anderen Menschen, kann man oft sehen, wie das verletzte innere Kind übernimmt und der Erwachsene, wie durch Zauberhand, verschwindet. Plötzlich sind da nur mehr zwei verletzte Kinder, die sich gegenseitig alles mögliche vorhalten und sich rationalen Diskussionen entziehen. Keiner mehr zu Hause, der zuhört und hinterher fragt man sich vielleicht, wieso man sich plötzlich so “kindisch verhalten” hat.

Ganz klar, das verletzte Kind hat sich über das Unterbewusstsein in das aktuelle Leben des Erwachsenen Ichs eingemischt. Das passiert ständig. Wie oben erwähnt, Abspaltungsprozesse sind nicht so eine effiziente Sache – es mag eine zeitlang funktionieren, aber nicht auf Dauer. Diese Erfahrung des verletzten inneren Kindes mag zwar abgespalten sein, nichtsdestotrotz dominiert es das persönliche Leben des Erwachsenen mehr, als man allgemein glauben würde. Das Unerledigte bringt sich in Erinnerung ..

Das verletzte innere Kind kann ausgesprochen trotzig, verletzend und penetrant sein, wenn es nicht die Anerkennung und Aufmerksamkeit bekommt, die es sucht. Und es ist so unglaublich bedürftig. Ironischerweise sorgt es unablässig selbst dafür, diese Anerkennung nicht zu bekommen, weil dies die Erfahrung ist, die es zu dem Zeitpunkt machte, wo eine Entwicklung abbrach und der Riss sich auftat. Keine Anerkennung zu bekommen war seine Realität, also meine Realität im Alter dieses Kindes – wodurch ich unbewusst ständig versuche, mir diese Erfahrung (Ich werde nicht anerkannt, nicht geliebt, bin es nicht wert, etc.,) zu bestätigen. Wenn ich als Erwachsener permanent versuche, Anerkennung durch andere Menschen zu gewinnen, dann ist dies das innere, verletzte Kind in mir, dass diese Anerkennung verzweifelt sucht. Aber nicht bekommen kann, weil es sich diese Realitätserfahrung ständig bestätigen muss. Jener Teil des Kindes ist in seiner Entwicklung stehengeblieben und quasi in der Zeit eingefroren.

Du musst nicht an ein inneres Kind glauben, du kannst es dir auch als ein Modell vorstellen, mit dem deine reinen, unschuldigen und guten Seiten und deine frühkindlichen Verletzungen versinnbildlicht werden. Aber du brauchst eine Vorstellung, eine Idee, damit dein Bewusstsein dich genau zu jenem Ort in dir führen kann, wo der Schmerz und die Verletzungen sind. Um diese Verbindung wieder zu aktivieren, die wir unterbrochen und verloren haben, müssen wir uns auch mit den “inneren Schatten” auseinandersetzen. Die Bezeichnung inneres Kind erlaubt dir, den emotionalen Schmerz oder welche Art von Unbehagen dich gerade übermannt, von dem unverletzten Erwachsenen Ich zu trennen und hilft zu erkennen, dass es die Energie deines inneren Kindes ist, welches in dein jetziges Erleben durchbricht. Wenn man das nicht unterscheiden lernt, ist man vollkommen mit dem verletzten Kind identifiziert und kann sich somit selbst nicht helfen. 

Ich kann ein Beispiel dafür anführen, welches ich selbst grade kürzlich erlebt habe:

Im Moment mache ich grade den A und B Führerschein nach. Ihr wisst schon, Theorie – und Fahrunterricht, in einer Fahrschule. Letzte Woche hatte ich am Nachmittag 3 Stunden Motorrad Fahrunterricht. Keine große Sache, ich bin schon als Jugendlicher gerne Motorcross gefahren und habe eigentlich kein Thema damit. Ja, denkste – wie sich zeigte, gibt es ein Thema. 2 Stunden vorher, ich saß am Balkon und rauchte mir gemütlich eine, als ich eine innere Aufregung wahrnahm, die ich zuerst nicht einordnen konnte. Plötzlich kreisten meine Gedanken um den Fahrunterricht und ob ich das auch hinkriegen würde. 

Bitte, WAS?

Nein, das war sicher nicht mein Erwachsenes Ich, dem ist völlig klar, dass es das kann. Aufgrund meiner Erfahrung in der Fühlarbeit ist mir rasch bewusst geworden, woher der Wind weht und dass hier mein verletztes Kind einen kleinen Anfall hat. Also gut, Kippe ausgemacht und mich mit dem Kind verbunden. Hab versucht im gut zuzureden und ihm erklärt, es müsse gar nichts machen, Ich, der erwachsene 50 jährige würde mich darum kümmern. “Leg dich entspannt zurück und genieß die Show, okay? Bussi.” Ich meine, seit wann dürfen Kinder Motorrad fahren? Nach einer kleinen Weile, etwa 10 Minuten später, kehrte wieder Ruhe ein, die Entspannung setzte so unvermittelt wieder ein, wie die kurz zuvor hervorbrechende Anspannung.

imageAber ich hätte es besser wissen müssen. Um 15 h war der Termin für die Fahrstunde und ich war schon 10 Minuten vorher da, setzte mich auf einen der Sessel und wartete auf den Fahrlehrerund die 3 jungen Mädels, mit denen ich Unterricht hatte. Plötzlich fühlte ich einen starken Druck im Solarplexus und eine Vibration die Füße heraufkommen. Shit, der nächste Gast hatte sich angemeldet. Natürlich zur denkbar ungünstigsten Zeit – eh klar. Was soll’s, ich hatte noch Zeit und ich nützte sie, weil ich nur zu gut weiß, wenn ich versuche, das wegzudrängen oder so tue, als ob das nicht da wäre, wird es ganz bestimmt schwieriger. Also fühlte ich in meinen Solarplexus und da war Angst. Diese Angst, in der Größe etwa eines Planeten eierte dort herum, als würde mein Solarplexus auf einem riesigen Kaugummi rum kauen. Dieser Teil, der sich grade zeigte, war der Teenager in mir, der sich darüber sorgte, dass mein verletztes Kind rauskomme könnte, was die Gefahr einer Erstarrung heraufbeschwören würde.

Das ist es nämlich, was mir als Jugendlicher manchmal passiert ist. Wenn mein verletztes Kind an die Oberfläche stieg, dann erstarrte ich im wahrsten Sinne des Wortes und ich war unfähig 1 und 1 zusammenzuzählen. Ein kompletter Blackout. Ich erlebte also grade diese Polarisierung, wie ich oben versucht habe zu schildern. Da war also das innere, verletzte Kind gekommen und bald darauf der Teil, der das nichts lieber als weg haben will. Ich habe als Jugendlicher Drogen entdeckt und dazu benutzt, um dieses verletzte Kind von mir weg zu halten – das hat einige Jahre funktioniert, bis es eben nicht mehr funktionierte.

Drogen stehen nicht mehr zur Debatte und inzwischen waren die Mädels und der Fahrlehrer angekommen. Die Versuchung war sehr stark, dass ich diese Angst einfach wegdrücken und mich später damit auseinandersetzen würde. Hier war das reale Leben und obwohl ich nicht sicher war, was passieren würde, wählte ich anzuwenden, was ich in meinen Artikeln immer predige. Ich ließ die Verbindung mit dem Solarplexus nicht abreißen und erlaubte dieser Angst anwesend zu bleiben. Nach allem was ich darüber weiß, war es die einzige Entscheidung die ich treffen konnte. Und was soll ich sagen – während ich mir den Helm aufsetzte und mich mit dem Motorrad anfreundete, “vergaß” ich plötzlich meinen Solarplexus und die damit verbundene Angst. Ich kann wirklich nicht sagen, wann es passierte, es verblasste einfach.

Was blieb waren 3 tolle Stunden mit einer 700 er Honda und viel Blödelei mit den Mädels. Ich hatte wirklich viel Spaß dabei und die verschiedenen Parcours absolvierte ich spielend. 

Beim schreiben dieser Geschichte tauchte übrigens erneut mein Kind auf und fand es irgendwie peinlich, dass ich mich hier so nackt zeige und es den Lesern präsentiere. Das bedeutete natürlich wieder Fühlarbeit, aber okay, für mich ist das mittlerweile Routine, wann immer es angesagt ist – ich mache es einfach. Ich teile diese Geschichte mit meinen Lesern, weil ich der Ansicht bin, dass wir alle von lebendigen Geschichten am meisten mitnehmen können. Und weil ich der Ansicht bin, dass man Transparenz aushalten kann. Es gibt keine perfekten Menschen, diese Idee entspringt einem medialen Comicbild. Wir alle tragen Verletzungen und Spaltungen, in unterschiedlichen Graden mit uns herum und ich bin nicht mehr bereit, so zu tun als wäre dem nicht so.

Innere Kindarbeit ist wirklich unglaublich wichtig, für uns Männer, wie auch die Frauen. Ich erlebe immer wieder in den vielen Aufstellungen, dass alle möglichen Probleme und Herausforderungen mit diesem verletzten inneren Kind zusammenhängen, dass in den Schatten unserer Existenz verbannt wurde. Die Auseinandersetzung mit dem inneren Kind braucht Zeit, Geduld und Ausdauer. Man kann das nicht einfach durch eine Meditation zurückholen, wie man manchmal irgendwo lesen kann. Der Präsenzprozess kann sehr hilfreich dabei sein, aber ganz ohne Hilfe geht innere Kindarbeit nicht ab.

Der Präsenzprozess ist etwas, was man ganz alleine macht, aber es müssen Dinge auch ausgesprochen und diskutiert werden – was bedeutet, es braucht Unterstützung durch andere Menschen. Du findest nicht alles alleine, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Jeder Teilnehmer in unseren CoReOn Gruppen kann ein Lied davon singen, wie wichtig es ist dranzubleiben. Renate hat jeden von uns durch die Prozesse gebracht, sie bringt viel Mühe und Energie dafür auf und ist eine talentierte Detektivin, die mit traumwandlerischer Sicherheit immer den richtigen Punkt findet, um anzusetzen. 

Es gibt nichts besseres zur Überprüfung von Theorien als die Wirklichkeit – entweder etwas funktioniert, oder es funktioniert nicht – man muss es allerdings auch ausprobieren.

Until next time same station ..

adorable

 

Quellennachweise:

https://stevenblack.wordpress.com/2016/09/02/neugierige-mutige-durchgeknallte-seelen-2/

http://www.renatehechenberger.com/

https://stevenblack.wordpress.com/2015/10/25/der-emotionale-fhlprozess/

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@Steven Black

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67 Kommentare

  • Super Artikel – gratuliere! Und viel Spaß weiterhin beim Führerschein machen😉

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  • Hat dies auf Kristina Hazler rebloggt und kommentierte:
    Ein Gastbeitrag – weil er sehr gut zu meiner Artikelreihe über Persönlichkeitsanteile passt

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  • Toll geschrieben, du läßt den Leser wirklich hautnah heran und das ist für mich das Wertvollste, was wir Menschen uns wohl geben können.
    Das da sein lassen, was schmerzt. Und dieses Erstarren, plötzlich keine Worte mehr zu kennen scheinen, nicht mehr 1 u. 1 zusammenzählen können, das kenn ich auch. Ich erlebte es meist in Gruppen. Plötzlich die totale Unsicherheit, nicht mehr den Mund aufbekommen etc. Wie in einer Arena kam ich mir vor und alle schauten zu, wie die Löwen mich zerfleischten, so könnte ich es beschreiben und wer weiß, vlt. erlebte ich genau dies einst? „Und keiner hilft“ zieht sich wie ein roter Faden. Einer der mich in dieses Leben vlt. rief und mich darüber im Klaren werden lassen will, was „Hilfe“ eigentlich wirklich ist. Und in diesem Rahmen wird mir langsam klar, warum Spirit uns sein läßt und nicht eingegriffen hatte, nicht so wie ich es gedacht hatte jedenfalls. Manchmal ist weniger eben mehr.
    Außerdem hast du mir meine Frage aus einen früheren Kommentar hier, sehr schön beantwortet, die Frage wie es überhaupt zum Trauma kommt. Nicht zum Schmerz, sondern was macht Trauma aus:
    „Das wirklich traumatische an einer überwältigenden Erfahrung war nicht das jeweilige Erlebnis, sondern weil du als Kind damit alleine gelassen wurdest und du nicht wusstest, wie du damit klarkommen kannst. Das ist der Moment, wo ein Bruch mit der Kontinuität von Erleben erfolgt.“
    Wirklich ein fundierter und hautnaher Artikel mit Gänsehaut- und Aha-effekt.
    Alles Liebe,
    Hilke

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    • Hallo Hilke,

      Wirklich ein fundierter und hautnaher Artikel mit Gänsehaut- und Aha-effekt.

      Vielen Dank für deine Anerkennung!

      Ja, hautnah ist schwierig, auch für mich. Aber das kann Mensch besser verstehen und nachvollziehen, als wenn man einfach nen Vortrag macht.

      Plötzlich die totale Unsicherheit, nicht mehr den Mund aufbekommen etc. Wie in einer Arena kam ich mir vor und alle schauten zu, wie die Löwen mich zerfleischten, so könnte ich es beschreiben und wer weiß, vlt. erlebte ich genau dies einst? „Und keiner hilft“ zieht sich wie ein roter Faden. Einer der mich in dieses Leben vlt. rief und mich darüber im Klaren werden lassen will, was „Hilfe“ eigentlich wirklich ist. Und in diesem Rahmen wird mir langsam klar, warum Spirit uns sein läßt und nicht eingegriffen hatte, nicht so wie ich es gedacht hatte jedenfalls.

      Ja, klar, es hängt immer mit einem Erlebnis zusammen. Das fixiert das Thema. Spirit hilft schon, wenn WIR uns um uns selbst kümmern – wenn wir den Weg gehen und wir gehen ihn immer, auch wenns uns manchmal nicht bewusst ist.

      liebe Grüße, 😉

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  • Lieber Steven!

    „Die Auseinandersetzung mit dem inneren Kind braucht Zeit, Geduld und Ausdauer.“

    Hach ja .. .. das kann gar nicht oft genug gesagt werden. Sicher für viele der Grund, warum nix draus wird. Wenn es genügen würde, jetzt einfach mal den Entschluss zu fassen, dem Kind zuzuhören, dann kommt es flugs mit einer Meldung, wovor es Angst hat oder was es bedrückt, dann lässt es sich beruhigen, und das Leben wird wundervoll .. .. das würden sicher viele machen.

    Einmal habe ich es erlebt, ich hörte eine klare Aussage (es ging um die kalte und dunkle Jahreszeit), habe es mit meinem Versprechen offenbar beruhigt. So was ist wirklich schön.

    Aber meistens ist es nicht so, jedenfalls nicht, solange man noch nicht weit gekommen ist damit. Da gibt es ein Durcheinander aus Körperempfindungen, und ich weiß nicht, ob ich nicht doch zum Arzt gehen sollte, es ändert sich nicht über Wochen oder Monate, wird vielleicht noch schlimmer, und ich muss höllisch aufpassen, nicht etwas hineinzuinterpretieren.

    Das dürfte generell eine große Falle sein. Was wahrnehmen und dann mit dem Kopf was draus zu machen, was es vielleicht gar nicht ist. Deswegen habe ich auch das Buch weggeworfen, in dem genau beschrieben steht, was welches Symptom bedeuten soll, und in welche Richtung man sich dann zu ändern hat.

    „Du findest nicht alles alleine, das ist ein Ding der Unmöglichkeit.“

    Und das kommt noch dazu .. .. ja, meine letzte Aufstellung war eine große Überraschung .. ..😉

    Liebe Grüße
    Veron

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  • Hi Steven,
    da hast du mal wieder eine runde Story mit Substanz zuwege gebracht, und, wie mir scheint – voll authentisch.

    ‚Das wirklich traumatische an einer überwältigenden Erfahrung..‘

    Das Alleingelassensein in Verbindung mit als traumatisch erfahrenen Erlebnissen trifft insbesondere auch für Erwachsene zu, was z.B. bei der Neuen Medizin von Dr. Hamer als ‚isolatives Schockerlebnis‘ beschrieben wird – und sich in der Folge oft als körperliche Gesundheitsstörung manifestiert, wobei Krebserkrankungen nicht selten sind.

    Gut für die Betroffenen, die dann eine kompetente Hilfe erfahren. Mit etwas mehr Distanz zu all diesem auf unserem Planeten erlebten Leid und Elend stellt sich allerdings auch die Frage nach möglichen karmischen Verknüpfungen, denn Zufälle soll es ja bekanntlich nicht geben.

    Wer sich also eine seelisch-kausale Interaktion zu allem Erlebten vorstellen kann, mag auch ein Interesse daran haben, die Kette immer neuer karmischer Verstrickungen zu unterbrechen. Das geht nach diversen Beschreibungen, die mit dem von mir bisher Erlebten und Gelernten sowie meiner Intuition übereinstimmen, am besten damit, sich auf liebevoll mitfühlende Weise der Bedürfnisse anderer zu vergewissern, bzw. sie zu verstehen – sowie eigene, kreative Möglichkeiten zu realisieren.

    Jeder Mensch hat die Wahlfreiheit, sich überwiegend mit den eigenen Problemen und Schwächen zu beschäftigen (womit diese größer werden) oder sich zu fragen, wo seine eigenen Potenziale vielleicht noch nicht richtig freigesetzt wurden, denn jeder kann etwas, hat etwas oder ist etwas, was für das größere Ganze eine Bereicherung ist.

    Und wenn das innere Kind mit den oben genannten Lösungen nicht zufrieden ist, dann hilft (wenigstens bei mir) oft ein Gespräch mit einem netten Menschen oder auch nur mal eine Tasse Kaffee mit einem Stück Kuchen – (möglichst vegan🙂 .

    Mir geht es jedoch nicht so sehr um Trost und Hilfe in schwierigen Lebenslagen, weil diese zwar notwendig sind, jedoch auch zu einer unendlichen Geschichte werden können, wenn die Wechselbeziehung von Ursache und Wirkung aus dem Blickfeld gerät. Ich erachte es daher als hilfreicher, sich (zusätzlich) stets rechtzeitig der Konsequenzen der eigenen Denk- und Handlungsweise bewusst zu sein, dann wird es uns begreifbarer, dass das kürzlich bis längerfristig Erlebte damit zusammenhängt, wie wir jeweils drauf waren, bzw. was durch uns andere erleben mussten.
    lg, vegananda

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    • Hej Vegananda!

      „Mit etwas mehr Distanz zu all diesem auf unserem Planeten erlebten Leid und Elend stellt sich allerdings auch die Frage nach möglichen karmischen Verknüpfungen“

      Bei der Arbeit mit inneren Kindern, spielt diese Ebene nicht mit. Die brauchen es, dass man mitfühlt, dass man für sie da ist, ihnen zuhört .. .. Überlegungen zu karmischen Verknüpfungen stören da nur, das interessiert ein inneres Kind auch überhaupt nicht, ob die Seele in einem anderen Körper dies oder jenes angestellt hat.

      „.. .. die Kette immer neuer karmischer Verstrickungen zu unterbrechen. Das geht nach diversen Beschreibungen, die mit dem von mir bisher Erlebten und Gelernten sowie meiner Intuition übereinstimmen, am besten damit, sich auf liebevoll mitfühlende Weise der Bedürfnisse anderer zu vergewissern, bzw. sie zu verstehen“

      Und die eigenen inneren Kinder spielen dabei keine Rolle?

      „Jeder Mensch hat die Wahlfreiheit, sich überwiegend mit den eigenen Problemen und Schwächen zu beschäftigen (womit diese größer werden) .. .. “

      Ach so? Kommt es nicht darauf an, auf welche Weise man sich damit beschäftigt? Und die Wahlfreiheit bezweifle ich sehr .. ..

      „Und wenn das innere Kind mit den oben genannten Lösungen nicht zufrieden ist, dann hilft (wenigstens bei mir) oft ein Gespräch mit einem netten Menschen“

      Tja, wenn Deine inneren Kinder dann damit zufrieden sind .. .. bist Du ganz sicher?

      Liebe Grüße
      Veron

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      • Hi Veron,
        die als belastend erlebten, z.T. traumatisierenden Erfahrungen aus der Kindheit kommen meiner Meinung nach nicht durch Zufall zustande. Deshalb sehe ich hier einen karmisch begründeten oder seelisch initiierten (Lern)Vorgang.
        Das schließt natürlich nicht aus, dass sich der erwachsene Mensch seinem inneren Kind angemessen widmet.

        Wir alle haben sicher grundverschiedene innere Kinder – und meines erinnert den Erwachsenen ziemlich oft daran, möglichst oft Freude, Frieden und Harmonie erfahren zu wollen. Dinge, die diesem Kind früher weniger Spaß machten, kann es heute jedoch verstehen, denn alles entwickelt sich weiter, also auch das Verständnis eines inneren Kindes. Vermutlich ist es bei mir zum inneren Jugendlichen herangereift🙂 .

        Das ‚Innere Kind‘ ist für mich eine Instanz, die jegliche Konventionen und Glaubenssätze ablehnt, die zu einem Defizit an Lebensfreude führen, wie sie z.B. bei Workaholics, ängstlichen und/oder überangepassten Menschen auftreten können. Deshalb ist mein inneres Kind bei der Unterbrechung karmischer Verstrickungen voll dabei, weil es kein Bedürfnis nach vermeidbar unguten Erfahrungen hat.

        Jeder Mensch kann seine Wahlfreiheit Problemen gegenüber nutzen, indem er sich selbst entweder als komplett chancenlos betrachtet (und dann ev. Therapiestunden braucht..) oder zuversichtlich nach einer Lösung sucht. In beiden Fällen wird die innere Erwartungshaltung bzw. das innere Programm darüber bestimmen, ob und wie die Problemlösung aussieht.

        Eine Problem kann im besten Fall auch zu einer demutsvollen Hinwendung in Richtung göttlicher Heimat führen !

        Was das Zufriedenstellen meiner inneren Kinder angeht, habe ich mich schon seit etlichen Jahren immer mehr auf meine Intuition verlassen. Sei es, einen Job zu kündigen, obwohl kein neuer in Sicht ist, oder bei Dunkelheit durch den Wald zu gehen. Ich weiß es zu schätzen, dass in mir ziemlich irrationale Anteile sind, die sich freuen, wenn ich mit ihnen verrückte Dinge mache. Insofern bin ich mit mir und meinen inneren Kindern absolut zufrieden. Das war aber nicht immer so.

        liebe grüße,
        vegananda

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        • Hej Vegananda!

          Kann sein, Deine Seele hat es sich so vorgenommen in diesem Leben. Klingt ganz danach.

          Aber Du wiederholst “Jeder Mensch .. .. Wahlfreiheit .. ..“ , und das finde ich nicht richtig. Du kannst nicht wissen, ob jeder Mensch Wahlfreiheit hat. Das sieht so nach einem Glaubenssatz aus, den Du Dir selbst einredest und anderen überstülpst. Wozu?

          Ich habe viel Unterschiedliches versucht, insofern hatte ich natürlich schon Wahlfreiheit, nur hat das alles einfach nicht „funktioniert“. Zuletzt gab es nur mehr einen Weg, es sei denn, ich hätte mich mit Psychopharmaka zugeschüttet, aber irgendwie wusste ich, dass ich das nicht darf.

          „die als belastend erlebten, z.T. traumatisierenden Erfahrungen aus der Kindheit kommen meiner Meinung nach nicht durch Zufall zustande. Deshalb sehe ich hier einen karmisch begründeten oder seelisch initiierten (Lern)Vorgang. Das schließt natürlich nicht aus, dass sich der erwachsene Mensch seinem inneren Kind angemessen widmet.“

          Dazu hast Du meine volle Zustimmung. Möglicherweise schließt es das nicht nur nicht aus, sondern ist das Ziel der gegebenen Inkarnation.

          Liebe Grüße
          Veron

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        • Möchte noch mal auf diesen Punkt zurückkommen:

          „sich überwiegend mit den eigenen Problemen und Schwächen zu beschäftigen (womit diese größer werden) oder sich zu fragen, wo seine eigenen Potenziale vielleicht noch nicht richtig freigesetzt wurden,“

          Meine Erfahrung ist, dass die Probleme immer mehr bzw. größer wurden, je mehr ich versuchte mich auf etwas anderes zu konzentrieren, Schönes zu entdecken, ja, auch Potenziale.

          Und das finde ich auch interessant, für mich hakt es da gewaltig

          „indem er sich selbst entweder als komplett chancenlos betrachtet (und dann ev. Therapiestunden braucht..) oder zuversichtlich nach einer Lösung sucht“

          komplett chancenlos .. .. dann brauche ich auch keine Therapie .. ..
          und Lösung suchen .. .. die Therapie hilft vielleicht dabei .. ..

          Liebe Grüße
          Veron

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          • Hi Veron,
            ‚Meine Erfahrung ist, dass die Probleme immer mehr bzw. größer wurden, je mehr ich versuchte mich auf etwas anderes zu konzentrieren, Schönes zu entdecken, ja, auch Potenziale.

            Und das finde ich auch interessant, für mich hakt es da gewaltig‘

            .. es hakt immer dann, wenn Probleme mit der gleichen Denkweise gelöst werden sollen, mit der sie entstanden sind.
            Das im Äußeren wahrnehmbare Problem ist immer nur die manifestierte Problem-Denkweise – und die gilt es vor allem loszulassen.
            Dabei hat es natürlich wenig Sinn, sich auf Schönes zu konzentrieren, was mit dem gewünschten Ziel nichts zu tun hat.
            Wir alle haben kreative Fähigkeiten und setzen diese in der Regel nur unbewusst ein – oft zu unserem Nachteil. Wenn wir uns daher auf die Schwierigkeiten bei irgendeiner Zielerreichung konzentrieren, ziehen wir die Wirkung einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung an.

            Andererseits ist vom Standpunkt unserer Seele (so empfinde ich es intuitiv) nicht all das wünschenswert, für das sich ein Mensch mit seinen Ego-Strebungen interessieren mag, z.B. Ansehen, Macht, Reichtum, Schönheit – wenn die Seele z.B. das Programm Bescheidenheit, Demut, Mitgefühl usw. erleben will.

            Wir haben daher immer die freie Wahl, intuitiv zu erspüren, welchen Plan unsere Seele mit uns realisieren will – und dieses Seelenprogramm anzunehmen, oder wir arbeiten dagegen. Solange wir im Bereich unseres Seelenplans bleiben, wird auch in unserem Leben (als Erwachsener) vieles ziemlich reibungslos funktionieren und Glücksmomente werden generiert. Wird unser Dasein jedoch mühsam und unerfreulich, sind wir entweder vom von der Seele vorgesehen Weg abgekommen, oder unsere Mühsal/Probleme entstehen durch eine innere Verweigerungshaltung, die von der Seele gesetzten Ziele zu akzeptieren.

            ‚komplett chancenlos .. .. dann brauche ich auch keine Therapie .. ..
            und Lösung suchen .. .. die Therapie hilft vielleicht dabei .. ..‘

            Komplett chancenlos sehen sich oft Mitmenschen, wenn sie viele Male ein gesetztes Ziel nicht erreicht haben. Dann haben sie sich schließlich (vielleicht) für ein anderes Ziel entschieden, doch nagen die Erfahrungen der Erfolglosigkeit an ihrem Selbstwertgefühl, vielleicht auch an ihrer Existenzbereichtigung. Dann ist sehr wohl eine Therapie hilfreich – wobei jedes Gespräch mit einem verständnisvollen Mitmenschen schon therapeutischen Charakter besitzt.

            Nun zu deinem vorletzten Kommentar:
            ‚Kann sein, Deine Seele hat es sich so vorgenommen in diesem Leben. Klingt ganz danach.

            Aber Du wiederholst “Jeder Mensch .. .. Wahlfreiheit .. ..“ , und das finde ich nicht richtig.‘

            Genau – so wird es wohl sein. Meine Seele hat sich ein ganz besonderes Programm ausgedacht, was sie mit mir erleben will. Dabei habe ich das Gefühl, dass das Teamwork mit ihr ganz gut klappt.

            ‚Ich habe viel Unterschiedliches versucht, insofern hatte ich natürlich schon Wahlfreiheit, nur hat das alles einfach nicht „funktioniert“. Zuletzt gab es nur mehr einen Weg, es sei denn, ich hätte mich mit Psychopharmaka zugeschüttet, aber irgendwie wusste ich, dass ich das nicht darf.‘

            Das Prinzip der ‚freien Wahl‘ habe ich weiter oben bereits angesprochen. Dennoch möchte ich auf deine Anmerkung dazu noch eingehen: Deine Aussagen hierzu sind für dich klar und verständlich. Ich kann natürlich nicht wissen, was du damit meinst, wenn du ‚.. viel Unterschiedliches versucht hast‘. Ich kann da nur heraushören, dass du dich richtig angestrengt hast, um eine Lösung des Problems zu erreichen, ev. warst du eingeengt ?!

            Für manche Menschen, die zu Handlungen neigen, die sie dann später bereuen, ergibt sich im Moment der Tat scheinbar immer nur ein Weg – weil sie selbst nicht erkennen, dass ihr Bewusstsein auf ein problematisches Denk- und Handlungsmuster fokussiert ist, weil sie vielleicht auch zu destruktiven Vorstellungen neigen.

            Wahrscheinlich kommt in solchen Fällen immer auch ein Mangel an Selbstliebe hinzu. Damit möchte ich keinesfalls auf deine Situation anspielen, denn dafür kenne ich dich zu wenig. Solchen Dingen könnte man wohl bei einem Cappuccino besser auf den Grund gehen, doch vielleicht wird auf diesem Wege ja dennoch etwas bewegt..

            liebe grüße,
            vegananda

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            • Hej Vegananda!

              Es wird mir zu kompliziert. Gerade noch schienen mir Deine Aussagen recht klar zu sein, doch nun wird es schwammig. Mit dem Problem sollte man sich nicht befassen, mit was ganz anderem aber auch nicht. Anstrengend soll es anscheinend auch nicht sein .. ..

              Ich lese Sätze, denen ich zustimmen kann, aber dann passt es wieder nicht. Zum Beispiel:

              „Wird unser Dasein jedoch mühsam und unerfreulich, sind wir entweder vom von der Seele vorgesehen Weg abgekommen, oder unsere Mühsal/Probleme entstehen durch eine innere Verweigerungshaltung, die von der Seele gesetzten Ziele zu akzeptieren.“

              Was, wenn der Seelenplan nun gar nicht vorsieht, dass es einem gut geht?
              Oder es liegt daran, dass es nicht so gelaufen ist, wie Seele es sich vorgenommen hat, wie es mit anderen Seelen ausgemacht war. Und falls es doch eine innere Verweigerungshaltung geben sollte, von irgendwelchen inneren Anteilen, was dann? Da gibt es sicher nicht ein einfaches Rezept um drauf zu kommen und nicht wieder in die Irre zu gehen. Außer genau das zu machen, wovon Steven schreibt .. ..

              „Wir haben daher immer die freie Wahl, intuitiv zu erspüren, welchen Plan unsere Seele mit uns realisieren will – und dieses Seelenprogramm anzunehmen, oder wir arbeiten dagegen..“

              Wir haben vielleicht die freie Wahl es versuchen zu wollen .. .. ich habe viele Jahre lang gerätselt, weil ich verschiedene innere Stimmen hörte. Es mag jetzt in etwa klar sein, ist aber immer noch nicht einfach.

              Genug davon .. .. Das ist alles viel zu komplex, um es in ein paar Sätzen festzumachen, und ich möchte auch nichts mehr dazu schreiben.

              Liebe Grüße
              Veron

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  • Hi Veron,
    schwierig wird es, wenn zu den Fragen, die das Leben so mit sich bringt, immer nur eine Antwort oder ein Prinzip akzeptabel erscheint. Das ist dann das Entweder-Oder-Prinzip, das keine scheinbaren Widersprüchlichkeiten vorsieht und manchmal leider in eine Sackgasse führt.
    Ich stimme dir zu, wenn du die Dinge als sehr komplex wahrnimmst, doch es gibt zu vielem eine sowohl-als-auch-Option, die dem offensteht, der sie erkennt und nutzt.

    Letztlich kommt es darauf an, dass wir uns mit unserem möglichst nicht zu eng gefassten Weltbild wohl fühlen. Ich wünsche dir, dass du dich gut fühlst. Wenn nicht, könnte etwas von dem, was du (noch)ablehnst, für dich weiterführend sein.
    liebe grüße,
    vegananda

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    • Hej Vegananda!

      „schwierig wird es, wenn zu den Fragen, die das Leben so mit sich bringt, immer nur eine Antwort oder ein Prinzip akzeptabel erscheint.“

      Komisch, gerade diesen Eindruck habe ich bei Dir. Du gibst Glaubenssätze von Dir, die sicher super sind, wenn es einem selbst gut geht, aber Menschen, die einen komplizierteren Knoten zu lösen haben als ein Schleifchen, wo man nur an einem Faden anziehen braucht, können sich da nur unverstanden fühlen (vielleicht auch eine Frage des Seelenalters).

      Komme ich mit einem Einwand, dass es bei mir so nicht ging, ist es wie ein schönes Luftbild ergreifen zu wollen – es weicht aus, verändert die Form .. .. .

      „Ich stimme dir zu, wenn du die Dinge als sehr komplex wahrnimmst, doch es gibt zu vielem eine sowohl-als-auch-Option, die dem offensteht, der sie erkennt und nutzt.“

      O.k., dann mal konkret: jemand ist krank (im weitesten Sinn), dauerhaft. Also nicht Grippe oder so was, sondern etwas, das das Leben immer beeinträchtigt.

      Beschäftigt sich dieser jemand mit der Krankheit, ist es nach Deiner Aussage falsch, weil das das Problem vergrößert. Beschäftigt sich dieser jemand mit etwas ganz anderem, ist es nach Deiner zweiten Aussage auch falsch .. .. wo ist die Option? (Mal abgesehen davon, dass es bei mir nur ein Teil des „Problems“ ist.)

      Das ist allerdings eine theoretische Frage, denn ich haben den Weg schon gefunden, dank Steven und Renate. (Dieser Weg beinhaltet sehr wohl, sich mit dem „Problem“ zu befassen, aber auf eine spezielle Weise (die Steven immer wieder gut beschreibt).) Ohne diese beiden wüsste ich allerdings wirklich nicht .. ..

      (Und jetzt ist tatsächlich Schluss damit, bin jetzt 3 Tage nicht online)
      Liebe Grüße
      Veron

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  • Dankeschön für diesen wundervollen Beitrag !!

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  • Hey Steven!

    Also ich hab mich jetzt auch etwas eingehender mit dem Thema beschäftigt.

    Bevor ich mich den „inneren Kindern“ annähern konnte war für mich erst einmal ein gedankliches Dilemma zu überwinden (Dies für all jene die keinen Zugang zur Thematik finden):

    Es war die gute Veron, die mich mit 2-3 Kommentaren auf dieses Thema aufmerksam gemacht hatte, wobei sich meinerseits zunächst erheblicher Widerstand auftat, denn es wollte mir nicht in den Sinn weshalb es mich tangieren sollte. Meine Kindheit war total OK.

    Ich musste mich daher fragen:

    Ist das ein „innerer Wächter“ der mich von meinen Schatten abhalten will und dafür sorgt, dass ich mich selbst belüge und hinters Licht führe, oder ist das eine projezierende Veron die diesem Thema eine – auf mich nicht zutreffende – Bedeutung beimisst (oder dessen inneres Kind das Thema aus unterschiedlichen Gründen forcieren will)?

    Um selbst-ehrlich zu bleiben kam ich also nicht umhin, mich eingehend mit der Thematik zu beschäftigen.

    Verständnisprobleme: Abspaltung vs. Verdrängung.

    Wenn ich etwas verdränge kann ich es hochholen und mir anschauen.

    Bei einer Abspaltung sieht das anders aus. Es entzieht sich dem normalen Alltagsbewusstsein und ist nicht ohne weiteres zugänglich. Wie soll man mit so etwas in Verbindung gehen? Man kann sich hinsetzen und Tage und Wochen darüber nachdenken: Es ist nicht im Bewusstsein vorhanden.Und selbst wenn doch, dann ist das zugrundeliegende Ereignis in der Regel derartig belastend, dass es mit ein bisschen „fühlen“ nicht so einfach zu bewältigen ist.

    Abspaltungen entstehen bei schwerwiegenden Traumata, z.B in Folge von schwerer Gewalt. Und die Abspaltung dient dem Überleben.

    Wenn so etwas nicht früh und zeitnah bewältigt wird, können sich schwerwiegende Probleme bis ins Erwachsenenalter forttragen …Die Persönlichkeit kann u.U nur dann stabil sein, wenn das belastende Trauma abgespalten bleibt. Es stellt sich daher die Frage ob es wirklich empfehlenswert ist, mit diesen Anteilen einfach mal „in Verbindung“ zu gehen, d.H eine direkte Konfrontation heraufzubeschwören.. (Sollte das dann nicht den Profis überlassen werden, oder wäre das Self-Help mäßig zu bewältigen ?)

    Unabhängig davon empfinde ich die Vorstellung von abgegrenzten, feststehenden und selbstständigen Persönlichkeitsanteilen (über den theoretischen Teil hinaus) nur schwer nachvollziehbar, Ständig irgendwelche „Anteile“ die sich verselbstständigt haben und die mit den anderen in Konflikt geraten….Ich kann mir diese ganzen Dynamiken, die da ablaufen sollen nicht so richtig vorstellen. Sind wir nicht am Ende doch ein großes Ganzes mit vielen Qualitäten die mal mehr mal weniger ausgeprägt zum Vorschein kommen und im ständig Wechsel, in einander über fliessen?

    Ich denke im Übrigen, das Thema mit den Kindern geht über den psychologischen Teil weit hinaus.
    Die besonders hervorstechenden Qualitäten von Kindern lauten meines Erachtens:

    Völlige Unvoreingenommenheit, frei von Vorurteilen. in Bezug auf alles und jeden.
    Hochgradig intuitiv, impulsiv und kreativ, voller Energie
    Keinerlei Berechnung oder Kalkül in Bezug auf Menschen.
    Sie machen keinerlei Unterschied in Bezug auf Rang, Namen, Alter, Geschlecht usw. Es ist völlig egal ob dick, dünn, doof,…Sie können sich mit jedem anfreunden.
    Entdecker, Forscher, Lerner
    Die ganze Welt ist ein Abenteuerspielplatz
    Das ganze Leben ist ein großes Spiel
    Sie sind rein und vollkommen unverdorben: Kinder sind heil und heilig (Im wahrsten Sinne des Wortes)

    Ich denke das sind alles Qualitäten die es sich zu verkörpern lohnt. Jeder sollte damit in Resonanz gehen können, um Ihnen im eigenen Leben ein bisschen mehr Ausdruck zu verleihen. Ob nun über die Auseinandersetzung mit dem eigenen „inneren Kind“, oder auf welchen Wegen auch immer …In diesem Sinne verstand ich z.B im weitesten Sinne meine Einstieg auf dieser Seite hier: Als Kinderspiel und es führte mich ein bisschen mehr zu mir selbst😉

    Malen und Basteln soll auch gut sein!

    Liebe Grüße

    August

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    • Hier mal eine Betrachtung aus anderer Perspektive. Das Folgende habe ich beim Stöbern gefunden, vielleicht trägt es zu mehr Verstehen bei.
      Ausgangspunkt ist dabei die innere Leere.
      https://ronaldengert.com/2010/03/23/vom-umgang-mit-innerer-leere/
      Auch dieser Beitrag ist lesenswert:
      https://ronaldengert.com/2011/12/09/eine-reise-in-das-gefuhl/
      LG

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    • Hi August Ich bin mittendrin in einem Workshop, Ich werde morgen eine Antwort dazu schreiben.

      Grüße

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    • Hi August,

      Abspaltungen entstehen bei schwerwiegenden Traumata, z.B in Folge von schwerer Gewalt. Und die Abspaltung dient dem Überleben.

      Ja, Abspaltung dient dem Überleben, aber das passiert nicht nur bei „schwerwiegenden Traumata, z.B in Folge von schwerer Gewalt“, sondern bei jeder Art von schockartigen oder schwierigen Erfahrungen, die nicht verdaut oder integriert werden konnte. Dafür kann mehrmalige Nichtbeachtung oder Lieblosigkeit schon ausreichen, wenn das Kind nicht weiß und nicht versteht, warum das jetzt passierte. Verdrängung und Abspaltung liegen sehr nahe beieinander.

      Wenn so etwas nicht früh und zeitnah bewältigt wird, können sich schwerwiegende Probleme bis ins Erwachsenenalter forttragen …Die Persönlichkeit kann u.U nur dann stabil sein, wenn das belastende Trauma abgespalten bleibt. Es stellt sich daher die Frage ob es wirklich empfehlenswert ist, mit diesen Anteilen einfach mal „in Verbindung“ zu gehen, d.H eine direkte Konfrontation heraufzubeschwören.. (Sollte das dann nicht den Profis überlassen werden, oder wäre das Self-Help mäßig zu bewältigen ?)

      Das ist eigentlich ein sehr schönes Beispiel, wie Wächter in uns agieren. Vordergründig logisch, nachvollziehbar und einleuchtend – es erklärt mir, warum ich am besten nicht daran rühren sollte.🙂
      Wächter schützen das Gesamtsystem und sie fürchten, dass eine erneute Begegnung mit den Kindheitsgeschichten, das System überwältigen könnte. Das mag für lange Zeit zutreffend gewesen sein, als wir noch nicht dazu fähig waren, da hinunterzutauchen und unbeschadet wieder hervorzukommen. Auch Wächter sind sozusagen in der Zeit eingefroren, da sie zeitgleich mit demjenigen Ereignis, welches nicht verdaubar war entstanden sind. Sie wissen es einfach nicht besser, Abspaltung und Wächter sind Notlösungen, keine sehr effektive Geschicte.

      Das Problem ist, sie machen uns selbstblind, weswegen wir wirklich andere Menschen brauchen, deren Blick offener ist. Wir sehen die Probleme bei anderen Menschen viel leichter, als bei uns selbst – deswegen brauchen wir kompetente Hilfe, bei diesen Dingen UND wir müssen uns selbst in diese Richtung schulen.

      Die besonders hervorstechenden Qualitäten von Kindern lauten meines Erachtens:

      Völlige Unvoreingenommenheit, frei von Vorurteilen. in Bezug auf alles und jeden.
      Hochgradig intuitiv, impulsiv und kreativ, voller Energie
      Keinerlei Berechnung oder Kalkül in Bezug auf Menschen.
      Sie machen keinerlei Unterschied in Bezug auf Rang, Namen, Alter, Geschlecht usw. Es ist völlig egal ob dick, dünn, doof,…Sie können sich mit jedem anfreunden.
      Entdecker, Forscher, Lerner
      Die ganze Welt ist ein Abenteuerspielplatz
      Das ganze Leben ist ein großes Spiel
      Sie sind rein und vollkommen unverdorben: Kinder sind heil und heilig (Im wahrsten Sinne des Wortes)

      Das ist ein Teil – Kindheitsanteile sind polarisiert, in das heile und das verletzte Kind. Es geht hierbei nicht so sehr um Psychologie, sondern Emotionalität – wenn wir uns nicht um die verletzten Anteile kümmern, dann fehlt uns entscheidendes, damit sich das heile Kind in uns ausdrücken kann. Malen, basteln, spielen – alles davon ist gut, um mit diesen Energien in sich in Berührung zu kommen.

      Unabhängig davon empfinde ich die Vorstellung von abgegrenzten, feststehenden und selbstständigen Persönlichkeitsanteilen (über den theoretischen Teil hinaus) nur schwer nachvollziehbar, Ständig irgendwelche „Anteile“ die sich verselbstständigt haben und die mit den anderen in Konflikt geraten….Ich kann mir diese ganzen Dynamiken, die da ablaufen sollen nicht so richtig vorstellen. Sind wir nicht am Ende doch ein großes Ganzes mit vielen Qualitäten die mal mehr mal weniger ausgeprägt zum Vorschein kommen und im ständig Wechsel, in einander über fliessen?

      Ja, ich weiß, dass das schwierig zu verstehen ist. Und ja, stimmt, wir sind „ein großes Ganzes mit vielen Qualitäten die mal mehr mal weniger ausgeprägt zum Vorschein kommen und im ständig Wechsel, in einander über fliessen“, unser Ich ist eine Art WIR Gefüge, wovon sich alles als Ich wahrnimmt und agiert. Aber die weggedrängten, verbannten und abgespaltenen Teile sind eben nicht Teil des Ganzen, solange sie im „Archiv des Unterbewusstseins“ vor sich hin wüten und unser Leben dadurch verkomplizieren. Nach 1,5 jahren Fühlarbeit kann ich nur jedem aufs Wärmste empfehlen, diese Arbeit zu machen. Lies vielleicht einmal das Buch von Michael Brown, „die Kraft gelebter Gegenwart“ (Präsenzprozess) und danach, wer weiß, vielleicht versuchst du den prozess mal.

      Ich schicks dir mal als PDF, per Mail – schönen Sonntag

      Steven

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  • Hi Steven,

    danke für die Erläuterung. Mein Verständnisproblem rührte daher, dass ich beim Begriff „Abspaltung“ zunächst an Dinge wie „Multiple Persönlichkeitsstörung“ , „Schizophrenie“ oder „Borderline“ denken musste.

    Vermutlich hast Du recht: Man nennt es für gewöhnlich einfach nur „Verdrängung“ und ab einem bestimmten (härte-) Grad nennt man es dann einfach „Abspaltung“ (Wobei die „Verdrängungsmechanismen“ umso stärker ausfallen, so dass tatsächlich auch eine ganz andere Qualität vorliegt.)

    Ja, das mit dem Wächter ist natürlich ein schönes Argument um mich immer wieder zum Nachdenken zu veranlassen.

    Meine Befürchtung ist jedenfalls, dass wir, wenn wir mit diesen Begrifflichkeiten zu spielerisch um uns werfen, einer gewissen „Über-Pathologisierung“ Vorschub leisten: Wie schnell sprechen wir von „Trauma“, „Depressionen“ oder „Burn-out“?. Das ist fast schon Mode und es scheint „schick“ zu sein – Dabei ist es doch immer total individuell und lässt sich nicht pauschalisieren: Wenn ein nahestehender Angehöriger stirbt bin ich traurig, wochenlang oder auch monatelang – ein klinischer Befund „Depression“ ist da nicht angebracht, denn es geht in der Regel vorbei, lässt sich verarbeiten.

    Das gleiche gilt für Burn-Out. Wenn man 40 Jahre fleissig arbeitet und einem dann ein 25 Jähriger „Studierter“ als Vorgesetzter vor die Nase gesetzt wird (Der vlt auch noch zu mobben anfängt) und man einfach mal an der Sinnhaftigeit seines „Tuns“ zweifelt.

    In sehr vielen Fällen und Lebenslagen helfen solche „Label“ nicht. Vielleicht sind sie sogar kontraproduktiv, weil dadurch „Opferhaltung“ entsteht? Man versteigt sich dabei auf ein Problem, welches dadurch noch größer wird, nimmt es als gegeben an und andere Bereiche werden möglicherweise gar nicht mehr beachtet…. Wann muss ich an mir arbeiten, weil ich ein Problem habe und ab wann handelt es sich um ein gesellschaftliches Problem, an dem jeder arbeiten muss und das bis dahin einfach mal „umschifft“ und mit Vorsicht betrachtet werden muss?

    Um beim Thema zu bleiben: Es gibt auch noch so etwas wie „Prägung“ und gesunde „Lerneffekte“ und nicht immer steht bei alledem Vernachlässigung, Lieblosigkeit oder Gewalt als Ausgangspunkt im Vordergrund.

    Ich erinnere mich noch genau als ich auf die heiße Herdplatte fasste und schrie wie am Spieß (Es kam recht schnell jemand zum Pusten) Aber die erste Minute stand ich alleine da: Ich machte fortan einen großen Bogen um den Herd.

    Tun wir nicht ein bisschen so, als ob das kleinste Missgeschick eine ganze Psyche derartig durcheinander bringt, dass ein Mensch sein Leben lang davon gezeichnet wird? Sind wir wirklich „so“ fragil?

    Ist das nicht auch ein bisschen höhnisch gegenüber jenen mit wirklich schlimmen, grausamen Kindheiten, bei denen z.B Gewalt an der Tagesordnung stand, wenn ich hier mit solchen „Malessen“ ankomme und mir da eine Bedeutung einrede, die es einfach nicht hat?

    Vielleicht sollten wir auch besser unterscheiden: „Trauma“ „Verletzung“, oder schleichenden „Anpassungs-“ und „Leidensdruck“. (Nicht immer scheint mir „‚Schmerz“ im Vordergrund zu stehen, sondern des öfteren ein schleichendes „Abschnüren“ und „Eindämmen“ der Lebensenergie, was dann zu sehr „diffusem“ Leid führt und sich nicht so einfach ausmachen lässt.)

    Wie würde das perfekte Modell eigentlich aussehen?

    Ein Kind das ständig nur gehätschelt und getätschelt wird, derartig wohlbehütet groß wird, dass es im späteren Leben nicht die geringste Vorstellung hat was „schlimme“ Dinge überhaupt sind, und Gesetz dem Fall, spätestens dann gar nicht weiß, wie es damit umgehen und fertig werden soll? (Und daher vielleicht immer erst mal auf „Mammi“/“den Staat“/ „den Onkel Doktor“ / “die Anderen“ wartet? )

    Ich denke nicht immer muss man in der frühen Kindheit herumbuddeln und für alles ein „Problembewusstsein“ entwickeln . Und nicht bei allen Problemen muss man immer bei sich selbst anfangen: Manchmal sind es eher die „Erscheinungen“ in der Aussenwelt die einfach irgendwie bewältigt werden wollen. Wobei an dieser Stelle dann wieder bei der Philosophie & Spiritualität ankämen….Wann sollten wir über Schicksal, Karma oder sonstige „höhere“ Gesetzmäßigkeiten nachdenken?

    Liebe Grüße

    August

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    • Guten Morgen, lieber August!

      Ich sehe da sooo viele Worte .. ..
      Definitionen werden hinterfragt, Vergleiche angestellt, und oh, kann ich überhaupt ein „Problem“ haben, wo es doch anderen viel schlechter geht .. ..
      Warum nicht stattdessen hinfühlen, was da ist ?

      Liebe Grüße
      Veron

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      • Jetzt habe ich Zeit und kann mehr schreiben .. ..
        Möchte ein Beispiel bringen, aus meinem Leben.

        Als Kind hatte ich viele Tage Angst vor dem Mittagessen, und danach war mir den restlichen Tag schlecht. Dazu musste ich mir anhören, dass ich froh sein müsse, andere Menschen hätten gar nichts zu essen.
        Jetzt habe ich ein inneres Kind, das sich extrem davor fürchtet, dass es etwas zu essen gibt, was ich nicht vertrage, gleichzeitig hat es – oder ein anderes – Angst davor, dass es hungern muss, denn das ist genau so schlimm. Und .. .. soll ich nun diesen inneren Kindern nicht zuhören, weil es Menschen gibt, die noch schlimmeres durchgemacht haben?

        Der Punkt dabei ist doch: darf es meinen inneren Kindern insofern gut gehen, weil ich ihnen zuhöre? Darf es mir gut gehen? Wo doch so viele andere .. .. hallo, wo kommen denn diese Argumente her? Hat uns das nicht auch mal jemand erzählt, der uns einfach nicht zuhören wollte? Keine Rücksicht nehmen .. ..

        Sicher, lieber August, hast Du andere Erinnerungen, es soll einfach nur eine Möglichkeit aufzeigen.

        Entweder Du versuchst mit Deinen inneren Kindern in Kontakt zu kommen, zu erfahren, was sie zu sagen haben, ihre Ängste, ihren Zorn, was auch immer zu fühlen.
        Oder Du findest Argumente über Argumente und Fragen über Fragen, die zum Teil gar nichts mit Dir zu tun haben .. .. und merkst dabei gar nicht, wie Du abgehalten wirst vom Fühlen.

        So habe ich auch keine Antwort auf die aufgeworfenen Fragen. Man bleibt dabei immer nur im mentalen Bereich, im Sollen und Müssen und überhaupt .. ..
        Die einzige Frage, die ich habe, ist: was hält Dich davon ab in Dich hineinzufühlen?

        Liebe Grüße
        Veron

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        • Liebe Veron,

          ich glaube hier tauschen sich irgendwie 2 Lebewesen von 2 unterschiedlichen Sternen aus.

          Zu den mittelprächtigen Dramen meiner Kindheit zählte es, wenn es erst dann wieder rote Fruchtzwerge gab, wenn die orangenen und die gelben alle waren. Das gleiche mit den Gummiebärchen…

          Schlimm war es wenn mein Vater mal böse guckte und den Finger hob, als ich eine Schachtel Streichhölzer in die Finger bekam (Wie lebten in einem Fachwerkhaus. Alles aus Holz!)

          Ich habe im Augenblick echt Probleme mich da „hineinzufühlen“

          Ein Kind fällt hin und bekommt eine Schramme und es schreit ganz laut.Wenn keiner zum Pusten kommt und ein Pflaster drauf macht, dann spaltet es die Erfahrung ab, weil es allein gelassen worden ist.

          In meiner Welt kam aber „immer“ jemand zum Pusten und mit einem Pflaster daher und wenns schlimm war, dann wurde später noch ein Eis gekauft.

          Ich habe offenbar „kein feeling“ für eine Kindheit in der Kinder regelmäßig mit ihrem Problemen allein gelassen werden.

          Und Du hast offenbar „kein feeling“ für eine Kindheit in der Kinder „immer“ in den Arm genommen werden wenn etwas schlimmes passiert.

          Mir erklärt das Thema aber solangsam immer besser warum Menschen so sehr abstumpfen und ich mir dieses abstumpfen erst mühsam erarbeiten musste, um mit meiner Umwelt angemessen in Interaktion zu treten.

          Liebe Grüße

          August

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          • Lieber August!

            „ich glaube hier tauschen sich irgendwie 2 Lebewesen von 2 unterschiedlichen Sternen aus.“

            Durchaus möglich😉

            „Zu den mittelprächtigen Dramen meiner Kindheit zählte es, wenn es erst dann wieder rote Fruchtzwerge gab, wenn die orangenen und die gelben alle waren. Das gleiche mit den Gummibärchen….“

            Ist das ein Grund, da nicht mal hinzufühlen? Es gab sicher eine Ursache dafür, dass Du nur die roten mochtest .. .. und keiner hat es ernst genommen, oder?

            Wenn keiner zum Pusten kommt und ein Pflaster drauf macht, dann spaltet es die Erfahrung ab, weil es allein gelassen worden ist.

            Ich denke, das ist zu sehr vereinfacht. Es kommt auf so vieles an .. .. ich habe dieses Wochenende einen Vortrag gehört darüber, wie die ersten Weichen schon im Mutterleib gelegt werden .. .. dann, ob es ein Einzelfall ist, wenn mal niemand da ist, ob man vielleicht auch noch zu hören bekommt, dass man doch besser aufpassen hätte sollen .. .. und wie ich schon schrieb, es geht nicht darum zu definieren, sondern zu fühlen.

            „Ich habe im Augenblick echt Probleme mich da „hineinzufühlen“

            Ich auch, das Hineinfühlen ist echt mühsam, immer wieder. Ich werde total müde, mir fällt alles möglich ein .. .. aber immerhin tauchen die Gefühle auf, wenn auch oft wieder schnell ab .. .. Steven schrieb schon, dass man Geduld braucht.
            Und man muss halt wirklich mal anfangen: den verbundenen Atem üben, in den Körper hineinfühlen, Füße, Unterschenkel, Knie, Oberschenkel, Po u.s.w. (das beschreibt Hellwig gut), oder es meldet sich dann gleich ein Körpergefühl, und man bleibt dabei .. ..

            Mir erklärt das Thema aber solangsam immer besser warum Menschen so sehr abstumpfen und ich mir dieses abstumpfen erst mühsam erarbeiten musste, um mit meiner Umwelt angemessen in Interaktion zu treten.

            Eine gute Aussage🙂
            Wir alle, oder zumindest die meisten, haben sich das als Kind mühsam „erarbeitet“, und oft fehlt die Erinnerung daran. Auch bei meinen Erinnerungen ist davon auszugehen, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Ich erinnere mich, dass ich Angst hatte, dass mir schlecht war .. .. aber wie sich die Angst anfühlte, wie die Übelkeit .. .. dagegen blocken die Wächter noch ab.

            Liebe Grüße
            Veron

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    • Hey August,

      danke für die Erläuterung. Mein Verständnisproblem rührte daher, dass ich beim Begriff „Abspaltung“ zunächst an Dinge wie „Multiple Persönlichkeitsstörung“ , „Schizophrenie“ oder „Borderline“ denken musste.

      Das sindd ann die wirklich schwierigen, heftigen Geschichten. Davon rede ich nicht und das ist dann auch nicht die richtige Art und Weise, es anzugehen. Diese Leute gehören wirklich in fachliche Hände und Langzeittherapien. Wovon ich hier die ganze Zeit rede, passiert in den ganz normalen Familien, gehört zur völlig normalen Entwicklung.

      Um beim Thema zu bleiben: Es gibt auch noch so etwas wie „Prägung“ und gesunde „Lerneffekte“ und nicht immer steht bei alledem Vernachlässigung, Lieblosigkeit oder Gewalt als Ausgangspunkt im Vordergrund.

      Ich erinnere mich noch genau als ich auf die heiße Herdplatte fasste und schrie wie am Spieß (Es kam recht schnell jemand zum Pusten) Aber die erste Minute stand ich alleine da: Ich machte fortan einen großen Bogen um den Herd.

      Tun wir nicht ein bisschen so, als ob das kleinste Missgeschick eine ganze Psyche derartig durcheinander bringt, dass ein Mensch sein Leben lang davon gezeichnet wird? Sind wir wirklich „so“ fragil?

      Ist das nicht auch ein bisschen höhnisch gegenüber jenen mit wirklich schlimmen, grausamen Kindheiten, bei denen z.B Gewalt an der Tagesordnung stand, wenn ich hier mit solchen „Malessen“ ankomme und mir da eine Bedeutung einrede, die es einfach nicht hat?

      Vielleicht sollten wir auch besser unterscheiden: „Trauma“ „Verletzung“, oder schleichenden „Anpassungs-“ und „Leidensdruck“. (Nicht immer scheint mir „‚Schmerz“ im Vordergrund zu stehen, sondern des öfteren ein schleichendes „Abschnüren“ und „Eindämmen“ der Lebensenergie, was dann zu sehr „diffusem“ Leid führt und sich nicht so einfach ausmachen lässt.)

      Natürlich gehören manche Dinge einfach zur Lernkurve, auch wenns weh tut – aber das führt selten zu traumatischen Umständen. Wir lernen durchaus über Schmerz, auch wenn das einige nicht wahrhaben wollen. Im Fühlprozess werden jedoch gestaute, verdrängte und abgespaltene Emotionen „befreit“, die das Energiesystem und damit mich als Mensch blockieren. Durchs Fühlen kommt ein Verdauungsprozess in Gang.

      Ich möchte noch was zu deiner Antwort an Veron sagen:

      In meiner Welt kam aber „immer“ jemand zum Pusten und mit einem Pflaster daher und wenns schlimm war, dann wurde später noch ein Eis gekauft.

      Ich habe offenbar „kein feeling“ für eine Kindheit in der Kinder regelmäßig mit ihrem Problemen allein gelassen werden.

      Und Du hast offenbar „kein feeling“ für eine Kindheit in der Kinder „immer“ in den Arm genommen werden wenn etwas schlimmes passiert.

      Mir erklärt das Thema aber solangsam immer besser warum Menschen so sehr abstumpfen und ich mir dieses abstumpfen erst mühsam erarbeiten musste, um mit meiner Umwelt angemessen in Interaktion zu treten.

      Das ist ein sehr schöner Punkt – weisst du, selbst wenn du der Ansicht bist, bei war alles „okay“ in der Kindheit, ist es ein Fakt, dass wir alle und zwar jeder der hier inkarniert, sich anpassen musste und seine innerste Authorität zurückschrauben. Wir mussten uns an unseren Eltern orientieren, später kamen Schullehrer, Verwandte, Freunde dazu und weil wir einfach dazugehören wollen, passen wir uns an. Das bedeutet, wir schrauben uns selbst zurück, wir begrenzen unsere Kraft und machen uns kleiner – das ist normal.

      Ich gehörte ebenfalls zu jener Sorte, die sich beibrachte abzustumpfen um zu meinen Freunden und dieser Welt dazuzupassen. Traumaaufarbeitung ist nicht das wichtigste in der Fühlarbeit, es gehört ganz einfach dazu. Aber die hauptsächliche Bedeutung liegt in der Wiedererlangung der Wahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit des Emotionalkörpers, von dem wir uns alle mehr oder weniger abtrennen mussten, bzw. eine „Zwischenwand“ zwischen Mental -und Emotionalkörper installierten. Wenn wir in der spirituellen Geschichte herumlaufen, können wir nicht auf die Tiefe der emotionalen Wahrnehmung verzichten, sonst bleibt es bei mentalen Vorstellungen und Ansichten.

      Grüße, 😉

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      • Ja klingt überzeugend.

        Wenn man das nun angeht und komplett alles emotionale wieder fliesst wie es mal gedacht war: Kann man das auch wieder abschalten? Man muss doch auch mal durch einen großen Bahnhof mit vielen gestressten Leuten oder man sieht etwas schreckliches im Fernsehen. Wenn man emotional total offen für alles wird dann explodiert man doch irgendwan…Soviel Mitgefühl wie es Leid & Kummer auf der Welt gibt, kann doch kein Mensch habe…Ahnst?

        lg

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        • „Wenn man emotional total offen für alles wird dann explodiert man doch irgendwan… “

          Ah, diese Angst .. .. jetzt verstehe, ich woher der Widerstand kommt .. ..

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        • Hi August,

          Wenn man das nun angeht und komplett alles emotionale wieder fliesst wie es mal gedacht war: Kann man das auch wieder abschalten? Man muss doch auch mal durch einen großen Bahnhof mit vielen gestressten Leuten oder man sieht etwas schreckliches im Fernsehen. Wenn man emotional total offen für alles wird dann explodiert man doch irgendwan…Soviel Mitgefühl wie es Leid & Kummer auf der Welt gibt, kann doch kein Mensch habe…Ahnst?

          Ich kann schon nachvollziehen, was du damit meinst – aber das trifft nicht wirklich zu. Das ist eine falsche Vorstellung, die indirekt die Idee nährt, man würde das leid dann so stark spüren, dass man es kaum mehr aushält. Nein, nein, das ist nicht so. Man wird natürlich weitaus fähiger, Leid und Schmerz bei anderen Menschen wahrzunehmen und wie es ihnen wirklich geht. Aber tatsächlich geht es um die Fähigkeit, die Dinge wahrzunehmen, die tatsächlich vorgehen und sie verdauen zu können, indem ich bei mir bleiben kann, ohne sofort in irgendwelche emotionale Abgründe von anderen Menschen zu fallen. Mitgefühl wird größer, ja, aber auch das Verständnis, warum nun derjenige Mensch so fühlt, wie er sich eben fühlt und dass das auch okay ist, wie er sich fühlt, weil es zu seinem Lernprozess gehört. Wenn du ihm helfen willst und helfen kannst – hilf ihm, ansonsten bleib bei dir. Also keine Mitleidgefühlsduseli, sondern tieferes Verstehen ist die Folge und natürlich ist dies ein herausfordender Lernprozess. Aber letztendlich geht es darum, dass wir wieder die ursprüngliche Fähigkeit wiedererlangen, das Leben zu fühlen und zu leben, wie wir gemeint sind.

          lg,

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      • Hej Steven!

        Ich bin immer wieder fasziniert davon, dass Menschen, die meinen, sie hätten nichts Schlimmes erlebt in ihrer Kindheit, nicht bereit sind, sich in das Wenige und „Harmlose“ hineinzufühlen, an das sie sich erinnern. Dabei hätten die es doch vergleichsweise leicht, die Wächter bräuchten nicht abblocken, weil sie eine absolute Katastrophe befürchten müssen, und trotzdem ist da das große Sträuben .. .. (Mir kommt da eine Person in den Sinn, die offenbar fürchtete, die „Büchse der Pandora“ zu öffnen mit so einem Vorgehen)

        Liebe Grüße
        Veron

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        • Hi Veron 🙂

          Ich bin immer wieder fasziniert davon, dass Menschen, die meinen, sie hätten nichts Schlimmes erlebt in ihrer Kindheit, nicht bereit sind, sich in das Wenige und „Harmlose“ hineinzufühlen, an das sie sich erinnern.

          Das überrascht mich nicht, nicht wirklich. Wir sind so sehr daran gewöhnt, alles vom Kopf her zu betrachten und zu beurteilen, es fällt uns nicht mal so sehr auf, das wir das Fühlen von uns abgetrennt haben – bzw., nur mehr minimale Ansätze, im Vergleich mit der möglichen, emotionalen Wahrnehmung zulassen zu können, weil wir es uns richtiggehend abtrainiert haben. Und jetzt kommt da also jemand und erzählt mir, fühl doch einfach mal rein .. ^^

          Ich hab anfangs zwar mental verstanden, worauf es hier ankommt, aber so richtig kapiert hab ich s auch erst, nachdem ich mit der Fühlarbeit etwas die Strasse runter war.

          lg,

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          • Tja, da war ich wohl unklar in der Wortwahl.
            Möchte es mal so sagen: dass 100 Argumente gefunden werden, warum man nicht mal versucht damit zu beginnen, mit welcher Methode auch immer. Oft in Frage gestellt wird, dass es da überhaupt etwas geben könnte, was sich danach sehnt gehört/gesehen/gefühlt zu werden .. ..
            Und dann kommt mir meistens der Verdacht, dass da Wächter nicht nur meinen, dass es nicht nötig ist, weil es ja ohnehin recht gut geht in diesem Leben, sondern dass da (oft?) etwas ist, von dem die Wächter lieber nicht möchten, dass es der/die Betroffene überhaupt weiß.
            LG
            Veron

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            • Ich bin jetzt gerade echt verdammt sauer!

              Die Geschmacksknospen kleiner Kinder sind derartig sensibel, dass sie feinste Nuancen an Geschmacksunterschieden wahrnehmen können:

              Rote Fruchtzwerge (Signalfarbe rot / Erdbeere = Süß) + (Gelb / Zitrone = Süß + leicht „Säuerlich“) Wenn man zuerst einen roten Fruchtzwerg und unmittelbar danach einen gelben isst, dann schmeckt letzterer umso saurer – Wenn man zuerst einen gelben isst und anschließend einen roten, dann ist es ein annehmbares Geschmackserlebnis.

              Ich habe mich auf dieses „hineinfühlen“ eingelassen, weil ich der Ansicht, war, dass es einen Grund haben muss, dass ich mich an diese Sache erinnere: Beim Hineinfühlen nahm der Zitronengeschmack letztendlich ein überdimensioniertes Ausmass an – Ich fühlte ein sensorisches Erlebnis als hätte ich 1 Liter Zitronensaft auf ex getrunken und einen weiteren Liter Zitronensaft zum dauergurgeln genutzt (Gänsehaut+Schauderhaftes Ekelgefühl beinahe bis zum Unerträglichen: Ich habe dem Wunsch nach Verdrängung wiederstanden): Dieser Zustand steigerte sich in Wellen und hielt mehrere Stunden an….Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich als kleines Kind nicht annähernd solche Gefühlsregungen hatte, als ich gelbe Fruchtzwerge gegessen hab: Ich denke man kann es mit diesem „Hineinfühlen“ auch übertreiben….

              lg

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              • „Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich als kleines Kind nicht annähernd solche Gefühlsregungen hatte, als ich gelbe Fruchtzwerge gegessen hab. Ich denke man kann es mit diesem „Hineinfühlen“ auch übertreiben….“

                Das war natürlich auch eine sehr spezielle Vorgehensweise, lieber August. Es kann durchaus sein, dass sich Dein Empfinden bei Zitrone später noch verändert / verschlimmert hat. Aber so ganz grundlos war es auch als Kind sicher nicht, dass Du die gelben Fruchtzwerge nicht mochtest.

                Du hast jetzt ein neues Erlebnis bezüglich Zitronengeschmack, und ich bin mir nicht sicher, ob das hilfreich dabei ist, dem inneren Kind näher zu kommen. War es nun nicht so schlimm, war es genau so oder vielleicht noch schlimmer .. .. ?

                Und nun, wirst Du Dich an den Präsenz-Prozess rantrauen?
                Liebe Grüße
                Veron

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                • Hey Veron,

                  „Und nun, wirst Du Dich an den Präsenz-Prozess rantrauen?“

                  Ich habe das Vorwort gelesen, in dem der Autor seine Reisen zu den Schamanen beschreibt (Schwitzhütte + Peyote-Kaktus-Tee, Vibrationen des Lebens) und darüber etwas „nachgedacht“ Dann habe ich noch ca. 10 mal „verbunden“ durchgeatmet. Es trat umgehend eine art „entrückter“ Zustand ein und nach ca. 1 Std. setzte verstärktes Zähneklappern ein (Dopamin Überschuss?)

                  Es ist sehr ungewohnt aus dem kopflastigen „Denken“ herauszufliegen und dauerhaft darin zu verweilen….Speziell wenn man keine Möglichkeit findet zum „klaren“ Denken(wie man es gewohnt ist), zurück zu kehren, kann das auch sehr schnell als belastend empfunden werden.

                  Ich denke ich werde es langsam angehen lassen…Ganz nach „Gefühl“…

                  Zur Zitrone: Keine Ahnung was das sollte … Hatte irgendwann nicht mehr das Gefühl, dass es mit der Kindheitserinnerung direkt zu tun hatte…

                  lg

                  August

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              • Lieber August!

                Deine Vorgehensweise bringt mich ganz durcheinander. Es würde mir nicht im Traum einfallen, dass ich etwas esse, wovon mir als Kind schlecht wurde.

                Worum es geht, ist doch, dass man Mitgefühl mit dem inneren Kind hat, da gibt es Erinnerungen und anderes, was da so auftaucht bei den Übungen, manches recht überraschend. Wenn Du es schaffst, bei den Gefühlen des Kindes zu bleiben, den Ablenkungen zu widerstehen, dann hast Du meine größte Bewunderung.
                Und ich meine damit nicht unbedingt Zitronengeschmack-Erlebnisse .. .. da gab es einen Hinweis auf die Angst vor Manipulation, davor zu explodieren vor lauter Mitgefühl .. ..

                Das ist sicher nicht das, womit man gleich anfängt .. .. und ich gehe davon aus, dass die Wächter sich alles mögliche einfallen lassen, damit Du mit was anderem beschäftigt bist und an diese Angst nie rankommst.

                Liebe Grüße
                Veron

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                • Veron: Ich habe nichts gesessen, sondern nur daran gedacht! „Zitronengeschmack“ und dann gings ab….

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                  • „Ich habe nichts gegessen, sondern nur daran gedacht!“

                    Oh .. .. entschuldige bitte, da habe ich was Falsches rausgelesen. Konnte mir wohl nicht vorstellen, dass es so heftig wird nur mit dran denken. Da weiß ich jetzt echt nicht, wie Du damit weiter verfahren könntest – vielleicht hat Steven eine Idee.

                    „Dann habe ich noch ca. 10 mal „verbunden“ durchgeatmet.“

                    Meinst Du ca. 10 Atemzüge?
                    Für 10 mal die tägliche Viertelstunde hättest Du ja 10 Tage gebraucht .. ..

                    Liebe Grüße
                    Veron

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                    • 10 mal durchgeatmet, einmalige Sache: Ich befand mich daraufhin ca. 2 Tage in einem Zustand den ich im Augenblick nicht weiter vertiefen möchte. Zähneklappern = Neurochemische Übersteuerung.= Physisch nicht als Dauerzustand geeignet.

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                    • Lieber August!

                      Das klingt gar nicht gut .. .. Ich würde bei solchen Reaktionen ohne kompetente Hilfe auch nicht weitermachen. (Unter kompetente Hilfe verstehe ich jemanden, der erkennen kann, ob Du Dich „auf zu dünnem Eis“ bewegst oder da mit aller Macht verhindern werden soll, dass Du mit etwas in Kontakt kommst.)

                      Liebe Grüße
                      Veron

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                    • Hey Veron,

                      das ist ja das Problem mit den Grenzerfahrungen: Die muss man selber machen und das kann keiner für uns erledigen…Weshalb Achtsamkeit & Geduld irgendwann sehr wichtig werden. Oder wir suchen bis in alle Ewigkeit nach äusseren Authoritäten, anstatt sie einfach mal in uns selbst zu finden

                      Ich muss dazu sagen, dass diese ganzen Dinge nichts wirklich neues für mich sind. Nur das erste Mal etwas in einem Buch verpackt, davon mitbekommen..Und zielgerichtet angegangen…Bisher waren es immer eher Zufälle die mich an diese Einsichten herangeführt haben.

                      (Mit der Zitrone, das hab ich vermutlich etwas krass formuliert: Es war irgendwie doch eine etwas andere Qualität, nicht übertrieben unangenehm, aber dennoch sehr intensiv: Säure wird zu Wut = Antrieb..Zuviel Zucker vermasselt die Verdauung….Was u.a Bauchgefühle verhindert und beeinträchtigt…)

                      lg

                      August

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                    • „Grenzerfahrungen: Die muss man selber machen und das kann keiner für uns erledigen…Weshalb Achtsamkeit & Geduld irgendwann sehr wichtig werden. Oder wir suchen bis in alle Ewigkeit nach äußeren Autoritäten, anstatt sie einfach mal in uns selbst zu finden.“

                      Warum wird Hilfe immer wieder gleichgesetzt damit, dass man dann seine Erfahrungen nicht mehr selbst macht .. .. und der Glaube, dass man gemachte Erfahrungen „einfach“ richtig einordnen kann, ist auch nicht auszurotten .. .. seufz .. ..

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                    • Warum werden „einfache“ Aussagen „einfach“ eingeordnet, im Sinne von keine Hilfe „akzeptieren“ zu wollen?
                      Veron, kann es sein, dass Du mit mir irgendwie einen inneren Konflikt austrägst, und dabei zuviel auf mich überträgst? Ich habe im Moment keine Ahnung wo Du stehst und ich habe den Eindruck, Du hast keine Ahnung wo ich stehe…

                      Ich vermute, ich stehe an einem Punkt, an dem ich sehr schnell mit den aller letzten Wächtern ins Gehege komme die es da gibt: An den Pforten der Wahrnehmung selbst….Ich denke ich sollte einfach mal einen Gang runter schalten und es bleiben lassen, irgendwelche Entwicklungen zu forcieren: Für diese Einsicht brauche ich keine Hilfe.

                      Menschen gehen unterschiedlichste Wege und sind unterschiedlich weit. Vielleicht sollten wir weniger von uns auf andere schließen?

                      lg

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                    • Das Spannende ist nun: Es war eben jener gut gemeinter Rat, diese „Hilfe“ im Sinne von Aussagen hinsichtlich „Innerer Wächter“ welche mich angeblich davon abhielten etwas zu sehen oder zu erkennen. die mich veranlasst haben da mal ganz tief „hieninzufühlen“ – Obwohl es für mich garnicht auf dem Plan stand…

                      Man sollte lieber nicht alles ernst nehmen, was man im Internet liesst.

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                    • Lieber August
                      Niemand will dich hier mit etwas beglücken, was du nicht willst. Diese Art von Ansatz mit dem fühlen braucht auch seine Zeit und persönliche Erfahrung, die man damit machen muss. Gib dir diese Zeit.

                      Aber ich muss schon sagen, „ist noch nicht meine Zeit “ kann natürlich schon als gute ausrede herhalten, sich nicht damit auseinanderzusetzen. 😀

                      Die Wahrheit ist natürlich, niemand von uns weiss im Grunde, wann es dafür wirklich Zeit ist. Nicht wirklich, aber es gibt für mich einen Indikator um das festzustellen. Letztlich ist genau die Zeit richtig, um etwas zu tun~ egal in welcher Richtung jetzt~ mit dem ich persönlich konfrontiert bin. Wenn mich etwas bestimmtes sehr interessiert, dann hat das immer tiefere Gründe.

                      Von meiner persönlichen warte aus betrachtet, ist es eigentlich für jeden von uns Zeit, wieder in fühlen zu kommen. Aber wie gesagt, das ist meins.

                      Abgesehen davon, forcieren ist bei dem Thema sowieso nicht so gut, alles braucht seine Zeit~ und das Thema besonders.

                      Grüße

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                    • „Ich habe im Moment keine Ahnung wo Du stehst und ich habe den Eindruck, Du hast keine Ahnung wo ich stehe….“

                      Ja, lieber August, und das ist wahrscheinlich meist so, wenn man über das Internet mit jemandem in Kontakt ist.

                      Ich bin zur Zeit wirklich nicht gut drauf .. .. kann sein, dass sich das auswirkt beim Lesen und Schreiben. Deine Ansicht bezüglich Hilfe schien mir allerdings eindeutig zu sein, einfach aufgrund der Abfolge meiner und Deiner Aussagen.
                      Aber ist wahrscheinlich wirklich besser, ich ziehe mich etwas zurück.
                      Freu mich trotzdem, wenn ich wieder mal was von Deinen Erfahrungen lesen darf.

                      Liebe Grüße
                      Veron

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            • Natürlich, die Wächter können immer „mitreden“, klar und sie haben ja auch ihre Gründe dafür. Aber verallgemeinern kann man das nicht. Wie du ja weißt, ist es vielen Leuten gar nicht möglich, irgendwas in dieser Richtung zu fühlen, wenn eine bestimmte Seelenstufe noch nicht da ist. Dann ist es einfach noch nicht an der Zeit, für diese Art von Arbeit.

              Was du meinst kommt wahrscheinlich erst vor, wenn diese Arbeit ansteht und alle möglichen Begründungen dafür vorgeschoben werden, es nicht machen zu müssen. ^^

              lg,

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              • Hej Steven!

                Was du meinst kommt wahrscheinlich erst vor, wenn diese Arbeit ansteht und alle möglichen Begründungen dafür vorgeschoben werden, es nicht machen zu müssen.

                Ja, hast recht, das ist ein wichtiger Punkt. Denn wenn es noch nicht ansteht, dann interessiert es die Leute wahrscheinlich einfach nicht.

                Liebe Grüße
                Veron

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  • Hey Veron🙂

    „Ist das ein Grund, da nicht mal hinzufühlen? Es gab sicher eine Ursache dafür, dass Du nur die roten mochtest .. .. und keiner hat es ernst genommen, oder?“

    Ich habe manchmal solange gequengelt bis ich trotzdem welche bekam, obwohl noch andere da waren. Ich bemerkte irgendwann wie es meine Mutter in eine art Konflikt versetzte und arrangierte mich irgendwann damit.

    „ich habe dieses Wochenende einen Vortrag gehört darüber, wie die ersten Weichen schon im Mutterleib gelegt werden ..“

    Ich war eine ausgesprochen leichte Geburt. Meine Mutter fuhr selbst mit dem Auto ins Krankenhaus als die Wehen einsetzen. Mein Vater spendete 50 Mark für die Kaffeekasse der Krankenschwestern und so durfte ich entgegen der üblichen Vorschriften direkt nach meiner Geburt auf dem Bauch meiner Mutter weiterschlafen. Hab die ersten 2 Jahre kaum geschrien und sehr viel geschlafen.

    „Eine gute Aussage🙂“

    Ja, das erklärt sehr viel von dem ganzen Wahnsinn auf der Welt und warum Menschen sich all diese verrückten Dinge antun.

    lg

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    • Lieber August!

      Vielleicht ist bei Dir wirklich nichts Schlimmes passiert, und Deine Geburt ist offenbar kein Thema (ich schrieb übrigens nicht von der Geburt, sondern von der Zeit davor).
      Aber irgendetwas beschäftigt Dich, weil Du nicht hier lesen würdest, wäre alles heil und im Einklang in Dir. Kann sein, dass Du „nur“ Verständnis dafür brauchst, warum Menschen dies oder jenes tun, so sind wie sie sind.

      Trotzdem: Was spricht dagegen, es mit dem verbundenen Atem und dem Hineinfühlen in den Körper zu probieren? Gibt es einen gravierenden Grund? Vielleicht magst Du ja lieber abgestumpft bleiben, um „angemessen“ reagieren zu können auf alles in der Welt .. ..

      Liebe Grüße
      Veron

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      • Hi Veron,

        „Was spricht dagegen, es mit dem verbundenen Atem und dem Hineinfühlen in den Körper zu probieren?“

        Da spricht überhaupt nichts gegen. Das Vorwort hab ich gelesen und es klingt spannend…

        Ich hab nur bei dem ganzen „innere Kinder“ Thema das Gefühl, dass die armen Erwachsenen irgendwie zu kurz kommen. Zuviel Emotion ist ja auch nicht unbedingt gut, man kann uns gut damit manipulieren: Es durften nur die original Fruchtzwerge sein, keine No-Names…Warum acuh immer…

        lg

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        • Lieber August!

          Ich habe weiter oben kurz was geschrieben .. .. und ich habe den Verdacht, die Fruchtzwerge-Geschichte ist nicht der Knackpunkt. Nicht, dass es gar keine Rolle spielen würde, aber es scheint mir eher um das zu gehen:

          „Zuviel Emotion ist ja auch nicht unbedingt gut, man kann uns gut damit manipulieren“

          Angst davor .. ..

          Liebe Grüße
          Veron

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  • „Zur Zitrone: Keine Ahnung was das sollte … Hatte irgendwann nicht mehr das Gefühl, dass es mit der Kindheitserinnerung direkt zu tun hatte…“

    Es geht mir immer wieder durch den Kopf .. .. so was mag interessant sein, aber wenn man nicht in Kontakt ist mit dem inneren Kind, nicht mit ihm mitfühlt – was bringt es?

    Bitte um Entschuldigung, lieber August, dass ich nun doch noch was schreibe dazu, eine Frage aufwerfe .. ..
    LG
    Veron

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    • Hi Veron,

      viel gibt es da nicht zu fühlen: Es handelte sich einfach um ein unangenehm kontrastierendes Geschmackserlebnis, mit möglicherweise weitreichenden Folgen – Ich konnte mich soweit hineinfühlen – Auch kann ich einen annehmbaren Wirkzusammenhang für mein weiteres Leben daraus herleiten (lange Jahre Zitrusfrüchte gemieden: Daraus folgt ein möglicher Zusammenhang zum Thema Verdauung / Bauchgefühle. Irgendwie passt es dadurch total zum Thema und es ist vielleicht kein Zufall ist, dass ich mich an so eine Belanglosigkeit, wie Fruchtzwerge überhaupt erinnern kann)

      Es handelt sich nunmal nicht um eine hochgradig traumatische Erfahrung sondern eher um einen leichten emotionalen Windhauch: Der Flügelschlag eines Schmetterlings, der irgendwann zu einem Orkan wird?

      Dabei fällt mir auch immer wieder ein, wie mir als Kind die Sache mit dem Globus erklärt wurde: Ich konnte das kaum glauben, ich hatte schliesslich einen klaren bildhaften „Eindruck“ von einer art flachem Spielbrett aus einer Fernsehsendung vor Augen..Scheinbar drängt früher oder später selbst der kleinste innere Konflikt irgendwie nach oben und strebt nach Bereinigung. Nicht nur die schlimmen traumatischen Erlebnisse.

      Ich bin voll dabei, wenn es heisst frühkindliche Erfahrungen und ihre Wirkung nicht zu unterschätzen – Aber eben auch nicht zu überschätzen: Vielleicht wird so manches erst bei der Rückerinnerung erst so richtig groß und schlimm gemacht? Schlimmer als es tatsächlch war?

      Mit den „inneren Kindern“ und sonstigen „Anteilen“ werde ich übrigens nicht so richtig warm. MIr will nicht in den Sinn, wieso der Weg über gezielte Abspaltung, Externalisierung und Übertragung besonders vorteilhaft sein soll; Abspaltung, Spaltung und Zerlegung ,um „danach“ wieder ganz zu werden? Direkt und ohne Umwege soll Heilung nicht möglich sein? Ist irgendwie nicht so meins…Wobei mir auch schon die Idee gekommen ist, mir als Experiment mal einen kleinen „inneren Mathematiker“ heranzufüttern, der mir eines Tages vielleicht die Sache mit der Relativitätstheorie oder der Finanzmathemaitk erklärt…Oder einen „inneren Spanier“. Das könnte ich mir wieder spannend vorstellen…

      lg

      August

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      • Lieber August!

        Mir fällt wieder das Seelenalter ein .. .. für mich ist offenbar die Sache mit den inneren Kindern deswegen wichtig. Für Dich .. .. ja, vielleicht ist es o.k. und braucht nicht mehr, wenn Du manches jetzt so nachvollziehen kannst .. .. der Globus, und dass Du schon als Kind damit nicht klar kamst, ist eine interessante Erinnerung.

        „Abspaltung, Spaltung und Zerlegung ,um „danach“ wieder ganz zu werden? Direkt und ohne Umwege soll Heilung nicht möglich sein?“

        Gute Frage .. .. also ich (als Mensch, mit meinem Verstand) habe das System nicht so erfunden😉
        Aber ich habe verstanden, dass Abspaltung in gewissen Situationen das Überleben ermöglicht. Damit man nicht vor Angst stirbt, oder vor Einsamkeit etc. Über Jahrhunderte, vermutlich eher Jahrtausende, hinweg gab es dann zumeist auch kein „ganz werden“, man hat irgendwie überlebt und sich seinen Mitmenschen entsprechend verhalten. Ich habe keine Ahnung, wie es bei früheren Völkern war, ob es da noch Mütter oder andere Personen gab, die einen Rahmen schaffen konnten, in dem ein Ganz-werden bald nach der Traumatisierung möglich war.

        „Vielleicht wird so manches erst bei der Rückerinnerung erst so richtig groß und schlimm gemacht? Schlimmer als es tatsächlich war?“

        Wenn Du mal einfach jemandem zuhörst, der Dir etwas erzählt, was ihn völlig fertig gemacht hat, und Du denkst Dir, so schlimm wird es wohl kaum gewesen sein .. .. merkst Du, was es mit Dir macht?

        Mir ist klar, dass manche Kinder übertreiben, weil ihnen sonst ihre Eltern gar nicht zuhören. Das gilt dann natürlich auch für Erwachsene, die Zuwendung bzw. Publikum brauchen, manche sind richtige Energieräuber .. .. ich kann Vorsicht verstehen.
        Bei der Arbeit mit inneren Kindern ist diese Frage unzulässig, sonst entsteht keine Vertrauensbasis.

        Liebe Grüße
        Veron
        P.S. Danke für die Möglichkeit, dazu noch was zu „sagen“ – auch wenn es für Dich (noch) nicht passt. (Das „noch“ wegen dem Seelenalter.)

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        • Liebe Veron,

          “ .. der Globus, und dass Du schon als Kind damit nicht klar kamst, ist eine interessante Erinnerung. “

          „Nicht klar kommen“ ist maßlos übertrieben: Ich habe 5 Minuten darüber nachgedacht, konnte mir eine Kugel nicht ausmalen und habe weitergespielt ohne dass es mich lange bekümmert hätte….Ich habe die Jahre danach fleissig gelernt was es in der Schule zu lernen gab und dieser Konflikt war mir Jahrzehntelang nicht gegenwärtig….Ich musste richtig tief „hineinfühlen“ um da wieder drauf zu kommen.

          „Aber ich habe verstanden, dass Abspaltung in gewissen Situationen das Überleben ermöglicht. Damit man nicht vor Angst stirbt, oder vor Einsamkeit etc. “

          Wenn ich es nicht falsch verstanden habe, dann holen uns unsere Schatten so oder so wieder ein. Das heisst, jedes Trauma drängt nach Bereinigung: Was spricht dagegen, es 20 Jahre später, wenn man das ein oder andere dazu gelernt hat – stärker, erfahrener und reifer geworden ist, darüber hinauszuwachsen? (Muss ich dann noch in die Kindheit zurück um es zu bewältigen?) Der Lerneffekt ist ja auch nicht ohne, so dass vieles was mal traumatisch gewesen ist, später nur noch müdes Lächeln hervorriuft. Was mir bei dem ganzen Thema am meisten fehlt sind die Mittel und Methoden mit denen weitere Traumata gar nicht erst entstehen: Nicht alles dringt immer an einen heran und sorgt für Verletzungen.

          „Das gilt dann natürlich auch für Erwachsene, die Zuwendung bzw. Publikum brauchen, manche sind richtige Energieräuber .. ..“

          Was macht man mit solchen Energieräubern deiner Erfahrung nach, um sich vor ihnen zu bewahren? Soviel Energie geben, dass sie damit nicht mehr klar kommen, um sie dann mal so richtig schön fallen zu lassen, damit sie irgendeine Lektion lernen?

          „auch wenn es für Dich (noch) nicht passt. (Das „noch“ wegen dem Seelenalter.)“

          Früh übt sich🙂

          Lg

          August

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          • „Wenn ich es nicht falsch verstanden habe, dann holen uns unsere Schatten so oder so wieder ein. Das heisst, jedes Trauma drängt nach Bereinigung: Was spricht dagegen, es 20 Jahre später, wenn man das ein oder andere dazu gelernt hat – stärker, erfahrener und reifer geworden ist, darüber hinauszuwachsen? (Muss ich dann noch in die Kindheit zurück um es zu bewältigen?)“

            Lieber August!

            Eigentlich geht man nicht in die Kindheit zurück, sondern man wendet sich dem inneren Kind zu, das da ist. Als Erwachsener, also stark, reif, erfahren. Wenn man das kann. Wenn nicht, weiß ich auch nicht, vielleicht gibt es für manche Menschen einen anderen Weg. Angeblich (siehe Hasselmann-Bücher) kompensieren Menschen mit jüngeren Seelen aber ohne zu heilen.Das ist, was man in Psychotherapien üblicherweise lernt .. .. sich was suchen, was einem Freude macht, sich ablenken, Sport betreiben etc. Ich kann nicht beurteilen, ob es wirkliche Heilung auch auf anderem Weg gibt, kenne niemanden, bei dem es so ist. Vielleicht findest Du ja einen .. ..

            Das Trauma drängt nach Bereinigung .. .. ja, d.h. der abgespaltene Teil tut es. Doch der Wächter ist dagegen, schließlich hat er ja mit seiner Funktion bislang das Überleben ermöglicht, und viele leben sehr gut so .. .. und dann kommt es drauf an, welcher Teil sich durchsetzt, auf gegebene Situationen wie reagiert etc.

            Manche Menschen agieren manchmal so, dass sie sich nachher wundern und sagen „das war gar nicht ich“, viele Menschen werden krank, haben Schmerzen – auch eine Art, wie einen die „Schatten einholen“, von Heilung entfernen sie sich aber immer weiter, wenn sie mit ärztlicher Hilfe die Symptome bekämpfen.

            Ich persönlich habe viele Jahre in Psychotherapien bzw. auch danach Verständnis erlangt, warum etwas möglicherweise (! – muss nicht immer so sein) so ist wie es ist, welche Erlebnisse welche Folgen haben können, gebracht hat mir das nur „ich weiß, warum ich so bin“ bzw. das Wissen, warum ich welchen Situationen ausweichen muss, aber keinerlei Besserung.

            Im Moment kann ich allerdings auch nicht behaupten, dass mir das Hinhören/Hinfühlen (versuchen) auf die inneren Anteile das gebracht hat, was andere berichten. Wird wohl noch eine Weile dauern .. ..

            Liebe Grüße
            Veron

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            • Liebe Veron,

              ich habe mich viele Jahre immer wieder mit psychologischen Themen beschäftigt, und bin mit der Zeit, u. A. dank der zugrundeliegenden Konzepte & Begrifflichkeiten, recht gut darin geworden, einzuordnen, woran es bei anderen hapert.

              Ich habe auf diesem Wege, über die Probleme anderer, die mir als Beispiel dienten, für mich selbst Einsichten gewinnen können und durch Internalisierung, klare Haltungen eingenommen (Alkoholismus z.B, wenn man ganz genau hinschaut und betrachtet, was es aus Menschen machen kann: Was ist es, was einen Menschen veranlasst nach einer langen Nacht, am nächsten Tag – erstmalig – direkt wieder ins Glas zu schauen? Mir wäre es nie in den Sinn gekommen auf diesem Wege „Verdrängung“ zu üben: Dann doch lieber Fernsehen und Internet)

              Was das Thema „Selbst-Reflektion“ anbelangt, bin ich in Sachen Psychologie immer wieder an Grenzen gestoßen. Als ganzes ist sie großartig in der Analyse, Diagnose und im Verständnis von bestimmten Dynamiken. Aber es fehlt ihr regelmäßig am „Sinn stiftenden“ Element. (Mit der Heilung ist es bei schwierigeren Fällen dann auch immer so eine Sache )

              Vom historischen Ursprung her, hat die Psychologie ihre Wurzeln in der Industrialisierung: Es ging vornehmlich darum, aus Arbeitern, fleißige Bienchen zu machen….Und so scheint es mir auch heute sehr oft so, als ginge es nur darum, Menschen irgendwie dazu zu bewegen, zu funktionieren, als seien wir irgendwelche sozialen Roboter, bei denen man nur ein paar Schrauben drehen und befestigen muss, und ein bisschen an der Software herumbastelt, damit alles wieder reibungslos funktioniert. „Optimierung“ Nur in welchem Sinne? Weil die „Gesellschaft“ etwas als „Norm“ betrachtet, werden bestimmte „Vorstellungen“ gebildet nach denen „blablabla“ usw.usf. ….(Vage auf flimmern sehe ich so etwas auch bei den „inneren Kindern“. Ich bin sicher, dass da eine ganze Menge hilfreicher Konzepte und Techniken zu finden sind. Aber ich bin mir auch sicher, dass das nicht alles sein kann: Den Sinn des Lebens finden wir hier nicht. Unsere Berufung & Bestimmung finden wir hier ebenso wenig und so ist es für mich persönlich, von vornherein zum Scheitern verurteilt, mich damit in aller Tiefe auseinanderzusetzen, bevor ich gewichtigere Fragen nicht geklärt habe. Ich sehe für mich schlichtweg keinen Sinn darin.: Ich empfände es , fast schon als Selbstbetrug mir einzureden, dass ich damit „allein“ irgendwie glücklich und zufrieden werden könnte (Ich weiss nicht einmal ob ich das überhaupt will: Wir haben genug Hedonismus und sinnentleerte Sinnefreuden auf der Welt….).

              Ansonsten finde ich den selbstständlichen Umgang mit Verdrängung & Abspaltung auf eine bestimmte art immer noch fragwürdig: Es sind und es bleiben unbewusste Verarbeitungsprozesse und sie sind nicht von hause aus schlecht und manchmal führen sie, wenn vlt. auch auf Umwegen, zu erweiterten Erkenntnissen: Man könnte das auch effektiv nutzen…Ich glaube, das hat dann viel mit „Der Weg ist das ZIel“ zu tun….

              Ich bin übrigens immer noch beim Thema „Priming“ & Prägung:

              Irgendwann im Alter zwischen 14 und 16 Jahren hat mich diese Kurzgeschichte in der Schule tief beeindruckt. Ich muss dringend darüber nachdenken ob ich ein zu fleißiger Schüler war.

              https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_B%C3%B6ll
              http://www.stiftikus.de/kommunik/boeanek2.pdf

              Liebe Grüße

              August

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              • Lieber August!

                Ich habe auf diesem Wege, über die Probleme anderer, die mir als Beispiel dienten, für mich selbst Einsichten gewinnen können .. ..

                Wie Du nicht sein möchtest? War zumindest für mich so.

                „Als ganzes ist sie großartig in der Analyse, Diagnose und im Verständnis von bestimmten Dynamiken.“

                Nun ja .. .. ich sehe Psychologie / Psychotherapie so: Es wurde etwas beobachtet, eine Theorie aufgestellt, ausprobiert, ob Menschen sich so verhalten, dass es zur Theorie passt, und das ist dann oft der Fall. Aber nicht unbedingt weil die Theorie stimmt – Menschen lassen sich so einiges aufschwatzen. Ist meine eigene Erfahrung. Wenn dann früher oder später körperliche Beschwerden oder schwere Krankheiten auftreten, hat das natürlich gaaar nichts mit der Therapie zu tun .. ..

                „Aber es fehlt ihr regelmäßig am „Sinn stiftenden“ Element. (Mit der Heilung ist es bei schwierigeren Fällen dann auch immer so eine Sache )“

                Eine Therapeutin sagte mal, dass Heilung dann stattgefunden hat, wenn man nicht mehr nach dem Sinn fragt. Und ob die schwierigen Fälle vielleicht alte Seelen sind, und die übliche Vorgangsweisen funktionieren bei denen einfach nicht .. .. ?

                „Es ging vornehmlich darum, aus Arbeitern fleißige Bienchen zu machen….“

                Wusste ich nicht, ich dachte immer, die Werbung sei der „Geburtshelfer“ gewesen, um Konsumenten zu „züchten“ .. .. obwohl ich vermute, dass es auch schon viel früher psychologisch geschickt taktierende Menschen gab.

                „Weil die „Gesellschaft“ etwas als „Norm“ betrachtet, werden bestimmte „Vorstellungen“ gebildet nach denen „blablabla“ usw.usf. …“

                :mrgreen:

                „Vage aufflimmern sehe ich so etwas auch bei den „inneren Kindern“. Ich bin sicher, dass da eine ganze Menge hilfreicher Konzepte und Techniken zu finden sind. Aber ich bin mir auch sicher, dass das nicht alles sein kann: Den Sinn des Lebens finden wir hier nicht.“

                Nun, vielleicht bei manchen Menschen .. .. kommt darauf an, mit welcher Aufgabe die Seele inkarnierte. Vielleicht gibt es welche, die das erforschen um anderen helfen zu können .. .. ?

                Ich habe einige Menschen kennengelernt, die mir ihren Sinn des Lebens aufzwingen wollten. So habe ich gelernt .. .. trotzdem dann geglaubt, dass es für alle mit gewissen Problemen hilfreich wäre, was ich kennengelernt habe, aber schließlich doch begriffen, dass dem nicht so ist.

                Weil dazu offenbar gewisse Voraussetzungen gegeben sein müssen. Bei mir war es so, dass ich einiges wahrnahm, das mir kein Psychologe / Therapeut erklären konnte. Aussagen wie „das ist normal / auch bei anderen so“ und Aufforderungen, es zu ignorieren oder Stopschilder zu visualisieren, waren nicht hilfreich.
                Als mir endlich Informationen über „innere Personen“ bekannt wurden, war es der totale Aha-Effekt.
                Dann wollte ich eine Übung machen, die im Buch von Richard C. Schwartz beschrieben ist, sofort „wusste“ ich, dass ich das nicht kann. Ich kam auf die Idee ein „Warum“ nach innen zu schicken, und es kam tatsächlich eine Antwort, klar und deutlich: „weil der Vater es verboten hat“. Auch wenn die Übung nicht ging, es war ganz klar, dass da jemand war .. ..

                „Ich empfände es fast schon als Selbstbetrug mir einzureden, dass ich damit „allein“ irgendwie glücklich und zufrieden werden könnte.“

                Musst Du ja nicht .. .. also ich meine das „glücklich und zufrieden werden“. Klar wäre es Selbstbetrug, wenn Du Dir was einredest. Aber was hindert Dich daran zu akzeptieren, dass es bei anderen so sein könnte? Wobei ja immer noch die Möglichkeit besteht, dass es ein „Danach“ gibt .. ..

                „Irgendwann im Alter zwischen 14 und 16 Jahren hat mich diese Kurzgeschichte in der Schule tief beeindruckt.“

                Ach ja, diese Geschichte .. .. kenne ich in einer anderen Variante. Weißt Du noch, was Dich daran so fasziniert hat?
                Zu fleißig als Schüler .. .. zu ? Hat es Dir geschadet oder Dich etwas versäumen lassen?

                Liebe Grüße
                Veron
                P.S. Meine Müdigkeit hat auch mit kaputten Mitochondrien zu tun. Ich stehe schon müde auf in der Früh .. .. es liegt gewiss nicht an Dir, ich muss hier nicht lesen und schreiben, wenn ich nicht will.

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          • Ach ja, das hatte ich vergessen .. ..

            „Was macht man mit solchen Energieräubern deiner Erfahrung nach, um sich vor ihnen zu bewahren?“

            Es geht nur, sich möglichst fern zu halten.

            Sehe, Du hast wieder geschrieben, bin jetzt zu müde für eine Antwort .. ..
            Liebe Grüße
            Veron

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            • Liebe Veron,

              das mit der Müdigkeit, kenne ich gut. Ich schätze, wenn es erst mal so weit ist, und die Kräfte schwinden, dann bleibt nichts anderes als Rückzug: Mal genügt eine Mütze Schlaf, mal muss man sich richtig lange in die Höhle zurückziehen, bis man einen Weg gefunden und genug Kräfte gesammelt hat, um den „Säbelzahntiger“ zur Strecke zu bringen.

              Ansonsten gibt es da ein paar interessante Bewältigungsstrategien im Augenblick des Geschehens, d.h bevor es überhaupt soweit kommt, dass die Kräfte verlustig gehen: Zum einen kann man abprallen lassen was einem geboten wird und einfach durch die Dinge hindurch gehen, ohne dass es einen bekümmert. (Je nachdem, wie gut man sich mit seinen Wächtern ins Benehmen setzen kann)

              Manchmal kann man aber auch – wenn man ganz flink ist – den Spiegel hoch halten, und einfach nur zurück geben was einem missfällt, bis es dem Gegenüber nicht mehr schmeckt, was er im „Verdrängungs-Modus“ (Unbewusst!) an Verletzungen zu fügt.

              Ich verstehe letzteres als Zurückdrängung von Verdrängung, durch einen starken „Frame“. Menschen werden erst dann verletzend wenn „unbewusst“ Abwehr betrieben wird. Währen sie sich dessen bewusst, dann würden sie es nicht tun. Wenn sie sich zu sehr bedroht fühlen, dann geht die Abwehr auch schon mal in den Angriff über: Hier ist dann meist größte Vorsicht geboten, schnell können Dinge eskalieren. Nicht jedem schmeckt es, wenn ihm die eigenen „Emotionen“ (Energy in Motion) um die Ohren gehauen werden. (Emotionen, nicht Informationen) Man kann anderen damit einerseits zu Erkenntnissen verhelfen, oder brenzlige Situationen dadurch entschärfen, indem man den anderen letztlich zum Rückzug bewegt, weil er unfähig und unwillens ist, sich auf einen zu zu bewegen – Nicht immer ist Rückzug und Flucht, unsererseits die beste Wahl.

              Mir hätte klar sein müssen, dass ich mit derartigen Ansichten, beim Thema „innere Kinder“ nicht auf offene Arme stoße: Es tut mir leid, wenn ich deinen Vorstellungen zu offensiv gegenüber getreten bin. Es war nicht meine Absicht, Energie zu rauben.

              Ich habe gelernt, dass es tunlichst vermieden werde muss, an den Widerständen und „inneren Wächtern“ anderer herumzuspielen. Sich ganz „unsensibel“, einfach mal darüber hinwegzusetzen, kann ganz böse ausgehen. Denn, wenn erste „Dämme“ erst mal brechen, dann erhält es sehr schnell eine ziemlich „zersetzende“ Qualität. Das ist dann nicht mehr nur eine Sache zwischen uns und unseren „inneren Kindern“ – Das ganze Orchester spielt dann schnell verrückt und es liegt einzig und allein am Dirigenten, was er daraus macht.

              Ich denke, ich werde mich zurückziehen und besser Überlegen, bevor ich mich nochmal äußere.

              Liebe Grüße

              August

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