Wächter und bewusste Präsenz

geschrieben von Steven Black:

Wächter und Transformationsarbeit

Wächter sind, wie der Name schon sagt, im Beschützer Business. Ihre Aufgabe ist es jede Art von möglicher Situation und Erfahrung abzuwehren, die uns entweder an emotionale sowie mentale Konflikte erinnern, die wir einmal erlebt haben oder diese erneut stimulieren könnten. Die Wächter sind Kontrollinstanzen in uns, denen jedes Mittel recht ist, um jeden und alles abzuwehren oder anzugreifen, was an bereits zuvor erlebte Situationen und Gefühle auch nur entfernt erinnert, die mit erlebtem Schmerz zusammenhängen. Wächter sind Schutzteile, die sich VOR den Teilen, die traumatischen Schmerz erlebten positionieren und die versuchen zu verhindern, dass wir, das gesamte Ich System, diesen Schmerz erneut fühlen.

Es gibt viele Innere Wächter, aber im Grunde ist es ein einziges Wächterbewusstsein, welches sich in verschiedene Wächtertypen aufteilt, die unterschiedliche Funktionen und Aufgaben wahrnehmen. Dieses Wächterbewusstsein ist ein enorm wichtiger Bestandteil des Gesamtsystems, solange der Mensch mit Herausforderungen zu kämpfen hat, die er noch nicht ganz meistern kann. Das Wächterbewusstsein ist einerseits im ständigen Optimierungsbestreben, als auch im Flucht-, Kampf, Vermeidungs – oder Verdrängungsmodus. Als letzte Möglichkeit sperrt es Wahrnehmungsebenen völlig ab. Das Wächterbewusstsein ist ein Verteidigungssystem, zum Schutz der psychischen und emotionalen Stabilität, und um die menschliche Erfahrung zu optimieren.

Man nennt sie Wächter, weil sie permanent über die menschliche Erfahrung und das persönliche Erleben wachen. Die Energie, welche das Wächterbewusstsein antreibt ist eine tiefsitzende Angst vor jedweder Art von Schmerz, der in der physischen Erfahrung aber nicht zu vermeiden ist. Angst ist die Wurzel des Wächterbewusstseins. Diese Angst wird genährt von einem Bündel gestauter und unerlöster Emotionen, wie etwa Scham, Wut, Ohnmacht, Verzweiflung, usw.  und die verschiedenen Arten von Wächtern ergeben sich aufgrund diverser Situationen und Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit erlebten. Sie sind eine Reaktion darauf, mit dem Erlebten umgehen zu können.

Und hier liegt auch die Schwierigkeit, der man grundsätzlich begegnet, wenn man mit Menschen arbeitet. Jeder Klient trägt sein persönliches Päckchen an Wächtern mit sich herum. Was auch immer die Gründe sind, warum Leute zu einem Heiler, Coach, Psychologen oder Therapeuten gehen, sobald man die Oberfläche verlässt und tiefer geht, wird man die innere Wunde des Kindes und andere Verletzungen berühren.

Dieser Artikel wurde für den Newsletter von Renate geschrieben und ist jetzt freigegeben. Bitte hier weiterlesen –> https://renatesblog.com/2017/06/20/waechter-und-bewusste-praesenz/

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@Steven Black

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Ein Kommentar

  • „Die Frage ist immer, WER in mir hat welches Bedürfnis, wer in mir hat welche Absichten und wer in mir will überhaupt irgendetwas?“

    Ich finde es ohne Aufstellung sehr schwer bis unmöglich diese Fragen beantwortet zu bekommen. Man kann sehr leicht in Irrtümer verfallen, vielleicht von den Wächtern so gewollt, vielleicht auch von anderen Anteilen.

    „Wir haben durch viele Aufstellungen hinweg gelernt, als erstes die Wächter kennenzulernen, sie zu begrüßen und ihnen zu versichern, wie sehr wir ihre Anwesenheit schätzen. Wir bedanken uns bei dem jeweiligen Wächter für seine unermüdliche Arbeit, unser Überleben sichergestellt zu haben. Und wir betonen, dass er da sein darf. Die Erleichterung der Wächter ist offensichtlich, nachdem sie realisierten, dass ihnen niemand ihren Platz streitig machen will. Und interessanterweise sind sie dann auch bereit, einen oder zwei Schritte zurückzutreten, um dem inneren Prozess Raum zur Entfaltung zu geben“

    Aber wenn es kein Wächter ist, sondern ein Teil, der nur sich selbst schützt und der auch nicht daran interessiert ist, dass man ihn erkennt, dann läuft der Dank (den man eventuell für sich alleine, ohne Aufstellung, formuliert) ins Leere und Zurücktreten gibt es auch nicht, weil kein traumatisiertes Kind dahinter ist, das gefühlt und integriert werden kann. Man kann da „ewig“ wie vor einer Wand stehen, die „Wand“ ist das einzige, was da ist, und es ist gut, wenn endlich erkannt wird, wer diese Wand ist und warum es so ist. Auch wenn sich das gar nicht gut anfühlt .. .. Hoffnung zu haben ist irgendwie schöner.

    Also wiederum: Aufstellung ist wichtig! Und zwar eine, bei der der entsprechende Teil (oder auch mehrere Teile) wirklich angesehen werden, sodass man etwas über ihn/sie erfährt. (Ich habe kürzlich von Aufstellungen gehört, bei denen angeblich immer eine Lösung gefunden wird, wo Aufsteller und Darsteller schon mit dieser Einstellung an die Sache herangehen – ich schätze, da werden sich manche Teile nicht so wirklich zeigen wollen.)

    Liebe Grüße
    Veron

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